Studie

Kreuzimpfung besser als zweimalige Impfung mit AstraZeneca

Ein Forschungsteam fand heraus, dass die Antikörperantwort bei der Kombinationsimpfung sehr viel stärker ausgeprägt ist als bei der zweimaligen Gabe von AstraZeneca.

Kreuzimpfung

Die Kreuzimpfung stellt eine valide Option dar. | mpix-foto ¬ stock.adobe.com

Unter 60-Jährige, die initial eine COVID-19-Impfung mit dem Vakzin von AstraZeneca erhalten haben, sollen bei ihrem zweiten Termin einen mRNA-Impfstoff verabreicht bekommen. Das empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO). Bisher lagen allerdings kaum Daten vor, wie gut der Organismus auf eine solche Kreuzimpfung mit der Bildung von Antikörpern reagiert. Nun fand ein Forschungsteam heraus, dass die Antikörperantwort bei der Kombinationsimpfung sehr viel stärker ausgeprägt ist als bei der zweimaligen Gabe von AstraZeneca.

Impfung

Bislang fehlt es in den Arztpraxen noch an ausreichend Impfstoff. Viele Hausärztinnen und -ärzte fordern daher, mehr an die Praxen auszuliefern und weniger an die Impfzentren. Hinzu kommt der bürokratische Aufwand rund um die COVID-19-Impfung, der von vielen niedergelassenen Ärzten und Ärztinnen als zu hoch angesehen wird.

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Forschende des Helmholtz Zentrums München, der Technischen Universität München (TUM), des Universitätsklinikums Erlangen und des Universitätsklinikums Köln haben die Immunreaktion bei einer Kreuzimpfung im Rahmen einer retrospektiven Studie wissenschaftlich überprüft. Sie untersuchten das Blut von rund 500 Probandinnen und Probanden, die neun Wochen nach ihrer ersten COVID-19-Impfung mit dem Vakzin von AstraZeneca eine zweite Impfung mit dem mRNA-Vakzin von BioNTech/Pfizer erhalten hatten.

Kreuzimpfung bei Unverträglichkeiten oder Versorgungsengpässen

Das Fazit: Die neutralisierende Antikörperantwort war bei diesen Probandinnen und Probanden sehr viel stärker ausgeprägt als bei Menschen, die zweimal das Vakzin von AstraZeneca bekamen. Die Immunreaktion auf die Kreuzimpfung zeigte sich als mindestens genauso gut wie die Antikörperantwort nach zwei Impfungen mit dem mRNA-Vakzin von BioNTech/Pfizer. Die Studienergebnisse wurden nun in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift „The Lancet Infectious Diseases“ veröffentlicht.

Auf Basis der erhobenen Daten kommen die Forschenden zu dem Schluss, dass die Kreuzimpfung eine valide Option darstellt. Sie könnte beispielsweise bei individuellen Unverträglichkeiten oder bei Versorgungsengpässen zum Einsatz kommen. Die Forschenden hoffen zudem, dass die Kreuzimpfung ein weiterer Baustein ist, um die Wirksamkeit der COVID-19-Impfung generell zu verbessern. Allerdings sind dafür noch weitere Studien zur Bestätigung der Sicherheit und der klinischen Wirksamkeit dieser und anderer Kreuzimpfungen erforderlich.

 

Originalpublikation:

Tenbusch et al., 2021: Heterologous prime-boost vaccination with ChAdOx1 nCoV-19 and BNT162b2. The Lancet Infectious Diseases, DOI: 10.1016/S1473-3099(21)00420-5

 

Quelle: Helmholtz Zentrum München, 30.07.2021