WHO

Krebsfrüherkennung in Europa

Die Krebslast in der Europäischen Region der WHO steigt weiter und stellt eine enorme körperliche, emotionale und finanzielle Belastung für die Betroffenen, ihre Familien und ihr Umfeld sowie für die Gesundheitssysteme dar.

WHO

Einigen Ländern ist es gelungen, die Krebssterblichkeit zu senken. | CC0 Public Domain

Trotz Anstrengungen in den Bereichen Prävention, Früherkennung und Therapie hat die Krebssterblichkeit zwischen 2000 und 2015 in allen Teilen der Europäischen Region um 6,6% zugenommen.

Doch während dieses Zeitraums ist es einer Reihe von Ländern – darunter Weißrussland, Dänemark, Irland, Israel, Luxemburg, Norwegen, Schweden, der Schweiz, Tadschikistan, Tschechien, der Türkei, Turkmenistan und dem Vereinigten Königreich – gelungen, die Krebssterblichkeit zu senken. So konnten die Sterblichkeitsraten in Luxemburg um 16% und in Norwegen und der Türkei um 11% gesenkt werden.

Allianz gegen Krebs

Das Klinikum der Universität München und das Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München intensivieren ihre Zusammenarbeit im Onkologischen Spitzenzentrum CCC München

weiterlesen

Zusätzliche Investitionen in die Prävention können erhebliche Wirkung zeigen, wie am Beispiel einiger Länder ersichtlich wird. Zwischen 2000 und 2012, als die Krebsinzidenz in 17 Ländern der Europäischen Region um mehr als 30 % stieg, konnten andere Länder, die konsequent in die Prävention investiert hatten, die Krebsinzidenz unter Kontrolle halten oder sogar senken, so die WHO.

Leitfaden zur Früherkennung von Krebs

Doch Prävention ist nicht der einzige Weg zu einer erfolgreichen Krebsbekämpfung. Vielmehr spielen auch Früherkennung und eine wirksame Behandlung eine entscheidende Rolle. Zum Weltkrebstag am 4. Februar veröffentlichte die WHO einen Leitfaden zur Früherkennung von Krebs.


Bei der Früherkennung von Krebs sei zwischen zwei Strategien zu unterscheiden:

  1. Frühdiagnose zur Identifizierung von symptomatischen Krebsfällen zum frühestmöglichen Zeitpunkt; und
  2. Vorsorgeuntersuchung zur Erkennung von Krebs vor Auftreten der ersten Symptome bei scheinbar gesunden Personen.


Der neue Leitfaden der WHO soll den Planern im Gesundheitsbereich dabei behilflich sein, den Unterschied zwischen diesen beiden Strategien, ihre Relevanz für bestimmte Krebstypen und ihre Anforderungen an das Gesundheitssystem sowie ihre Wirkungen, Kosten und Folgen zu verstehen sowie sie letztendlich wirksam umsetzen zu können. Innerhalb der Europäischen Region werde primär in Vorsorgeuntersuchungen investiert, bevor sichergestellt wird, dass eine Frühdiagnose möglich ist und voll wirksam umgesetzt werden kann. Durch die Entwicklung wirksamer Programme für die frühzeitige Diagnose und Behandlung von Krebserkrankungen könnten Menschenleben gerettet und die persönlichen, gesellschaftlichen und ökonomischen Kosten von Krebs gesenkt werden.


Quelle: WHO, 03-02-2017