Vulvakarzinom

Krebserkrankungen des äußeren Genitales immer häufiger

In Deutschland erkrankten im Jahr 2015 mehr als 4.000 Frauen an einem Vulvakarzinom. Die Zahl der Krebserkrankungen am äußeren Genitale der Frau ist in den letzten Jahren stark angestiegen.

Vulvakarzinom in der CT

Vulvakarzinom in der CT | Hellerhoff (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Für die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V. (DGGG) und die Deutsche Krebsgesellschaft e.V. (DKG) war dies einer der Gründe für die Überarbeitung der Leitlinie, die jetzt in neuer Form veröffentlicht wurde. Das äußere Genitale der Frau besteht aus den großen und kleinen Schamlippen, der Klitoris, dem Scheideneingang und der Harnröhrenöffnung.

Krebserkrankungen in diesem Bereich waren lange Zeit selten. Sie traten überwiegend bei Frauen nach den Wechseljahren auf. Seit einigen Jahren wird das Vulvakarzinom immer häufiger bei jüngeren Frauen diagnostiziert. Es ist hier wie beim Krebs am Gebärmutterhals (Zervixkarzinom) häufig Folge einer Infektion mit humanen Papilloma-Viren (HPV). „Die Erkrankungszahlen haben sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt und schon bald werden mehr Frauen am Vulvakarzinom als am Zervixkarzinom erkranken“, sagt Prof. Dr. Hans-Georg Schnürch, Neuss.

68 Empfehlungen und 9 Statements verabschiedet

Trotzdem stand das Vulvakarzinom lange im Schatten des Zervixkarzinoms. „In vielen Bereichen von Diagnostik, Therapie und Nachsorge gab es offene Fragen, die eine Überarbeitung der zuletzt 2009 veröffentlichten Leitlinie notwendig gemacht haben.“ Eine interdisziplinäre Kommission von Experten (Organkommission Vulva/Vagina der AGO), koordiniert von Prof. Dr. Monika Hampl und Prof. Dr. Hans-Georg Schnürch, hat sich deshalb in den letzten Monaten mehrfach getroffen und im strukturierten Konsensusverfahren insgesamt 68 Empfehlungen und 9 Statements verabschiedet.

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