Bayerisches Modellprojekt

Kooperationsmodell zur MTRA-Ausbildung

In Deutschland fehlen Tausende Medizinisch-technische Radiologie-Assistenten (MTRA). Ein Modellprojekt in Ostbayern geht seit fünf Jahren neue Wege bei der Nachwuchssuche. Zum Jubiläum ziehen die Initiatoren Bilanz.

Modellprojekt

Die Patientenversorgung gerät zunehmend in Gefahr: In Deutschland fehlen tausende Medizinisch-technische Radiologie-Assistenten (MTRA). | Eckert Schulen/Fotolia

Deutschland steuert auf einen dramatischen Fachkräftemangel bei den Medizinisch-technischen Radiologie-Assistenten zu. Schon heute kann in der Bundesrepublik jede fünfte Stelle in diesem Bereich nicht mehr besetzt werden, wie ein Gutachten des Deutschen Krankenhaus-Instituts vorrechnet. Der größte private bayerische Weiterbildungscampus, die Eckert Schulen mit Sitz in Regenstauf bei Regensburg, erkannten den drohenden Mangel frühzeitig: Bereits vor fünf Jahren initiierten sie gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Regensburg und dem Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Regensburg ein Modell, das neue Wege bei der Nachwuchsgewinnung geht: mit einem Kooperationsmodell, das auch bundesweit Schule machen könnte. „Die steigenden Absolventenzahlen belegen den Erfolg“, sagt Antonie Roggenbuck, die die Berufsfachschulen für medizinische Assistenzberufe an den Eckert Schulen leitet.

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Die Spezialisten in spe absolvieren bei diesem Modell den praktischen Teil ihrer dreijährigen Ausbildung direkt in renommierten Kliniken, einen Großteil der Kosten können sie über Praktikumsvergütungen finanzieren und nach der Abschlussprüfung winkt bundesweit eine Vielzahl an Jobangeboten. 2017 schlossen zehn MTRA die Ausbildung erfolgreich ab, 2018 werden es bereits zwölf Absolventen sein und 2019 rechnet Schulleiterin Roggenbuck mit 16 neuen MTRAs.

Die beiden beteiligten Regensburger Kliniken sind vom Kooperationsmodell begeistert: „Für uns ist es ein optimaler Weg, Nachwuchs in der Region zu gewinnen, den wir langfristig an uns binden können“, sagt Prof. Dr. Christian Stroszczynski, der Direktor des Instituts für Röntgendiagnostik am Universitätsklinikum Regensburg. Prof. Dr. Niels Zorger, Chefarzt des Instituts für Radiologie und Neuroradiologie am Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg, ergänzt: „Es wird im Moment viel zu wenig ausgebildet, mit diesem neuen Modell wirken wir dem drohenden Mangel aktiv entgegen.“

2019 und 2020 wird nach aktuellem Stand fast die Hälfte aller Absolventen aus Partnerschaften mit verschiedenen Krankenhäusern stammen. Die Eckert Schulen wollen diesen Schwerpunkt in den kommenden Jahren weiter ausbauen. „Auch Kooperationen mit weiteren Kliniken sind für uns vorstellbar“, so Roggenbuck. Der nächste Jahrgang startet am Campus Regenstauf im September 2018.


Quelle: Eckert Schulen, 14.12.2017