IQWiG

Konzept für Nationales Gesundheitsportal vorgestellt

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat einen Entwurf für ein Konzept eines nationalen Gesundheitsportals veröffentlicht. Das Portal soll das Potenzial haben, für die Bürgerinnen und Bürger zum zentralen deutschen Internetangebot für Informationen rund um Fragen zur Gesundheit zu werden.

Gesundheitsportal

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen hat den Konzeptentwurf für ein Portal mit Informationen zu Gesundheits- und Präventionsfragen vorgestellt. | IQWiG

Den Auftrag für ein nationales Gesundheitsportal hatte das IQWiG es vom Bundesministerium für Gesundheit erhalten. An Evidenz orientierte Anbieter von Informationen zu Gesundheitsfragen sollen sich – freiwillig und unter Beibehaltung ihrer Eigenständigkeit – auf gemeinsame Qualitätsstandards einigen und als „Content-Partner“ ihre Inhalte auf einer kooperativen Plattform bereitstellen. Bis zum 13. März 2018 können interessierte Personen und Institutionen zu diesem Konzeptentwurf schriftlich Stellung nehmen.

Strukturformel von Nitisinon

Nutzen oder Schaden mangels aussagekräftiger Studiendaten unklar.

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Das Portal soll verlässliche Informationen zu Gesundheits- und Präventionsfragen bündeln. Es gibt im Internet zwar bereits heute gute Informationen. Gleichzeitig zeigen Befragungen aber, dass Nutzerinnen und Nutzer große Schwierigkeiten haben, verlässliche Angebote herauszufiltern. Vordere Ränge auf Trefferlisten kommerzieller Suchmaschinen wie Google bieten keine Gewähr für gute Qualität.

Ein wichtiges Ziel des Portals ist es auch, Menschen mit geringerer Gesundheitskompetenz zu unterstützen, etwa indem es den Zugang zu telefonischen und persönlichen Beratungsangeboten in Deutschland vereinfacht. Zwar gibt es eine Vielzahl solcher Angebote in Wohnortnähe, allerdings sind sie nicht leicht zu finden: „Diese Navigationshilfe zu Beratungsangeboten ist ebenso wichtig wie die Sammlung guter Gesundheitsinformationen“, sagt Klaus Koch, Leiter des Ressorts Gesundheitsinformation im IQWiG. Das Portal soll auch die Arbeit der Beraterinnen und Berater unterstützen.

Breite Palette von Informationen

Das Portal soll eine breite Palette von Informationen bereitstellen. Wie das IQWiG einschätzt, wären folgende Module umsetzbar, da bereits Kerninhalte und potenzielle Kooperationspartner vorhanden sind:

  • evidenzbasierte Gesundheitsinformationen
  • evidenzbasierte Präventionsangebote
  • Navigator zu persönlichen/telefonischen Beratungsangeboten
  • Navigator zu Kliniken, Ärzten, Pflegeeinrichtungen und anderen Angeboten der Gesundheitsversorgung
  • Erläuterungen der Strukturen des deutschen Gesundheitswesens
  • Navigator zu laufenden klinischen Studien
  • eventuell Bewertung aktueller Medienberichte

Bei einer fragebogenunterstützten Erhebung des IQWiG haben 97 Institutionen aus dem Gesundheitswesen ihre Einschätzungen abgegeben: Die Idee haben alle Antwortenden grundsätzlich unterstützt.
Um die Unabhängigkeit des Portals zu sichern, darf der Träger keine kommerziellen Interessen haben, er muss gemeinnützig sein und wissenschaftlichen Grundsätzen verpflichtet sein. Zudem muss er einerseits politisch und inhaltlich unabhängig, andererseits aber in transparente Beratungs- und Beteiligungsstrukturen eingebunden sein.

Anforderungen an Transparenz und Qualitätssicherung

Content-Partner müssen Anforderungen an Transparenz und – modulspezifisch – an Qualitätssicherung erfüllen und ein Akkreditierungsverfahren durchlaufen. Für den Start des Portals ist es sinnvoll, mit Augenmaß notwendige Mindeststandards festzulegen, um dann im Dialog mit den Beteiligten das Niveau im Laufe einer definierten Frist anzuheben und zu vereinheitlichen. Laut Konzept soll das Portal stufenweise auf- und ausgebaut werden. So wären einerseits erste Inhalte frühzeitig nutzbar, andererseits ließe sich das Angebot sukzessive erweitern.

Als erste Stufe bietet sich eine Suchmaschine an, die ausschließlich die Inhalte akkreditierter Content-Partner erfasst und den Nutzerinnen und Nutzern dem Stand der Technik entsprechende Trefferlisten liefert. Die Treffer verweisen anfangs auf die externen Angebote der Partner. Die Suchmaschine wird danach schrittweise durch inhaltliche Module ergänzt. Das Portal stellt dann selbst Informationen zur Verfügung und verknüpft die Inhalte der Module miteinander. Das Projekt soll schon mit den ersten Schritten begleitend wissenschaftlich evaluiert werden.


Quelle: IQWiG, 13.02.2018