Umgang mit Konflikten

Konflikte souverän bewältigen

Was ist ein Konflikt? Zwei Züge rasen auf demselben Gleis aufeinander zu. Das Ergebnis ist leicht vorstellbar. Würde hier jemand von einem Konflikt sprechen? Vermutlich nicht. Und doch bedeutet das Wort Konflikt in der wörtlichen Übersetzung aus dem Lateinischen nichts anderes als Zusammenstoß, Zusammenprall (conflictus).

Konflikte souverän bewältigen

Die innere Botschaft: „Bleib klein!“ | Für alle: © D. Stotz

Konflikte im Arbeitsalltag sind nicht ungewöhnlich. Im Alltag sind es in der Regel unterschiedliche Meinungen, ungerechtfertigte Anschuldigungen, Beleidigungen und Schuldzuweisungen, die zusammenstoßen und unvereinbar scheinen. Das ist solange unproblematisch, wie die beiden Kontrahenten nicht zueinanderfinden müssen – schließlich kann man über viele Dinge verschiedener Meinung sein und trotzdem friedlich seines Weges ziehen. Probleme kann es allerdings geben, wenn die Meinung des einen die Handlungsmöglichkeiten des anderen einschränkt. Diesen Aspekt betont folgende Konfliktdefinition:

„Unter einem Konflikt wird eine Interaktion zwischen verschiedenen Akteuren verstanden, wobei wenigstens einer der Akteure Unvereinbarkeiten im Denken, Vorstellen, Wahrnehmen und/oder Fühlen und/oder Wollen mit dem anderen Akteur der Art erlebt, dass im Realisieren eine Beeinträchtigung durch den anderen Akteur erfolgt.“ (Friedrich Glasl)

Dieser Umstand erzeugt schnell ungute Stimmung. Möglicherweise hakt es dann erst einmal latent, ganz subtil unterschwellig und anschließend recht schnell in der Art der Zusammenarbeit. Keine Frage, dass es sich lohnt, sich mit dem Thema „Konfliktmanagement“ zu beschäftigen.

„Hab keine ‚Lust zum Reden!‘“

Anders als in dem Beispiel der beiden Züge verfügt der Mitarbeiter oder die Führungskraft im Labor, in der Röntgenabteilung einer Arztpraxis oder in der Klinik über Möglichkeiten und Techniken, die

1. die endgültige Eskalation verhindern können oder

2. noch besser, den schwelenden Konflikt – wir nennen das Konfliktherde – rechtzeitig erkennen können, bevor es zum großen Tohuwabohu zwischen Mitarbeitern/-innen oder Führungskraft und Mitarbeiter/-in kommt.

Auch die kluge Art und Weise, wie wir zwischen Mitarbeitern oder zwischen Führungskraft (als autoritäre Größe) und Mitarbeitern zu einem Kompromiss und Konsens kommen, will gelernt sein.

„Haben wir uns überhaupt noch etwas zu sagen?“

Denn nicht der Konflikt selbst ist das Problem, sondern der Umgang damit.

Grundsätzlich sind Konflikte erst einmal etwas Gutes. Sie bringen etwas in Bewegung. Erst wenn Konflikte eskalieren, also außer Kontrolle geraten, gewinnen sie destruktiven Charakter. Und dann stoßen nicht mehr nur Meinungen aufeinander, sondern Menschen.

Um dies zu vermeiden, bietet die DVTA Bildungsgesellschaft mbH im September über ein Seminar die Möglichkeit, sich bewusster zu werden. Wie sind meine bisherigen Verhaltens-/Denkmuster? Fördern diese ein harmonisch konstruktives Miteinander im Alltag? Ist es nicht besser, den Blick genauer darauf zu lenken, wie Betroffene künftig bewusst und achtsam dazu beitragen können, ein Aufschaukeln zu vermeiden und einen entstehenden Konflikt wieder in ruhigere Bahnen zu lenken?

„Mal schaun, ob‘s klappt!“

Am 20. (15–18.15 Uhr) und am 21. September (9–16.30 Uhr) führt die erfahrene Trainerin und Konfliktmoderatorin Daniela Stotz (Firma ProDialog aus Heilbronn) Teilnehmer/-innen durch den Dschungel an Angriffsarten, Früherkennungssignalen, Konfliktverhalten, wie zum Beispiel die Konfliktvermeidung, der Folgen von Konflikten.

Vor allem die Konfliktprävention rückt in den Mittelpunkt dieses Seminars. Wenn man erkennt, dass eine angespannte Atmosphäre entsteht, gilt es, gezielt die Konfliktverhaltensweisen der Beteiligten zu erfassen und die entsprechende innere Haltung und die passenden Worte zu finden, um das Hochschaukeln eines Konfliktes zu vermeiden. Konflikte durch gezielte Kommunikation (als soziale Kompetenz) zu beherrschen, lohnt sich. Das heißt, zu wissen, wie man entstehende Gedanken und unangenehme Gefühle über die Wortwahl in einen systematischen Konfliktklärungsaufbau verpackt, sodass der Zugang zum Gegenüber nicht abbricht, sondern aufrechterhalten bleibt. Über eine klare Gesprächsaufbautechnik kann dies erfolgreich gelingen, sodass sich beide Parteien weiterhin zugewandt bleiben und eine Einigung möglich ist.

Trainerin Daniela Stotz zeigt die entsprechenden Methoden auf. Geboten werden Theorie-Input und Übungen. Die Teilnehmer/-innen können ihre Beispiele aus dem Alltag mit einbringen und es wird ein Praxistransfer erarbeitet. Ziel ist, dass sich die Teilnehmer/-innen dieses Seminars konkrete Möglichkeiten aneignen, ihre innere Grundhaltung so zu verändern, dass sie wertschätzender sich selbst gegenüber werden und anderen gegenüber souveräner auftreten können. Sie erkennen die Chance, durch gezieltes Einwirken, einem aufkeimenden Konflikt rechtzeitig zu begegnen oder einem bestehenden Konflikt mit Kommunikationsgeschick standzuhalten. Die Folge ist ein achtsamer, bewussterer Blick für die Konfliktmechanismen im Alltag und ein entspannteres Miteinander in der Kommunikation und somit das Erlangen von mehr Zufriedenheit.

Ort: Stuttgart

Zeiten: 20. September 15–18.15 Uhr und 21. September 9–16.30 Uhr

Anmeldung: DVTA Bildungsgesellschaft mbH (Seminar Nr.: 39019)

 

Entnommen aus MTA Dialog 8/2019