Gesundheitspolitik

Klinische Forschung trifft Big Data

Blutkrebsprojekt
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Blutkrebsprojekt
Mit dem Projekt sollen neue Ansatzpunkte zur Behandlung von Blutkrebs gefunden werden. Fotolia/science photo
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Das im Januar gestartete europäische Blutkrebsprojekt „Harmony“ soll die Patientenversorgung verbessern.

Das im Januar gestartete und über fünf Jahre laufende Projekt „Harmony“ hat zum Ziel, vorhandene große Datenmengen aus der klinischen Forschung zu Blutkrebserkrankungen (Leukämie, Lymphome, Myelome etc.) aufzubereiten und im Bereich der Big-Data-Analyse erneut auszuwerten. So sollen neue Ansatzpunkte zur Behandlung von Blutkrebs gefunden werden, damit betroffene Patienten in Zukunft eine bessere Prognose und effizientere Therapie erhalten können.

Das EU-Projekt „Harmony“ umfasst 51 Partnerinstitutionen aus elf Nationen und wird von der ‚Innovative Medicines Initiative‘ (IMI) mit 40 Millionen Euro finanziert. Das Klinikum der Universität München koordiniert das Teilprojekt zum Lymphomschwerpunkt: Martin Dreyling von der Medizinischen Klinik und Poliklinik III mit dem Schwerpunkt Onkologie: „Wir koordinieren den Schwerpunkt Lymphoma, um bei diesen häufigsten hämatologischen Malignomen molekular gezielte Therapien zu entwickeln.“

Zu diesem Zweck werden anonymisiert Patientendaten von zahlreichen europäischen Studiengruppen gesammelt und integriert, analysiert, um wertvolle Erkenntnisse über das multiple Myelom (MM), die akute myeloische Leukämie (AML), die akute lymphatische Leukämie (ALL), chronische lymphatische Leukämie (CLL), das Non-Hodgkin-Lymphom (NHL), myelodysplastische Syndrome (MDS) und pädiatrische hämatologische Neoplasien (HM) zu entschlüsseln.

Das Projekt vereint dabei wichtige Stakeholder im klinischen und akademischen Bereich sowie in regulatorischen, wirtschaftlichen, ethischen und pharmazeutischen Bereichen und enthält folgende Entwicklungsschritte:

  • Aufbau einer Plattform für den Datenaustausch, die Klinikern sowie nationalen und europäischen Institutionen die Zusammenarbeit erleichtert
  • Etablierung eines Netzwerkes, das die europäische Forschungslandschaft bei hämatologischen Neoplasien widerspiegelt
  • Definieren klinischer Endpunkte und molekulare Risikofaktoren in ALL (Kinder und Erwachsene), NHL, MM, AML, CLL, MDS
  • Ausrichtung der wichtigsten Stakeholder des Gesundheitssystems auf die Relevanz dieser Ergebnisse (Behörden, Versicherungsträger, Patienten)
  • Analyse komplexer Datensätze, die unterschiedliche Informationsschichten umfassen
  • Identifizierung spezifischer Marker für die frühzeitige Entwicklung von innovativen und wirksamen Therapien für HMs
Innovative Medicines Initiative (IMI)

IMI ist Europas größte öffentlich-private Initiative mit dem Ziel, Patienten bessere und sichere Arzneimittel schneller zugänglich zu machen. IMI unterstützt gemeinschaftliche Forschungsprojekte und baut auf Expertennetzwerke aus Industrie und akademischem Umfeld, um die pharmazeutische Innovation in Europa zu beschleunigen. IMI ist eine gemeinsame Initiative der Europäischen Union und der EFPIA, des Verbands der europäischen Pharmaindustrie. 



Quelle: LMU München, 01.02.2017

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