Morphologie-Histologie-Tage

„Keine Pathologie ohne Labor“

Eines der Schwerpunktthemen der 39. Morphologie-Histologie-Tage in Berlin waren die Erkrankungen der Leber.

Morphologie-Histologie-Tage

© Für beide: Bundesverband Deutscher Pathologen e.V., Fotograf: Dirk Hasskarl, Berlin

Die 39. Morphologie-Histologie-Tage in Berlin wurden in diesem Jahr in den Herbst (7. bis 9. Oktober) verlegt. Auf diese Weise entzerrte sich für Besucher wie Industrie die Termindichte am Jahresanfang. „Wir freuen uns auf einen guten Input und interessante Diskussionen bei diesem herbstlichen Termin“, sagte die Vizepräsidentin des DVTA, Christiane Maschek, zu Beginn der Veranstaltung des DVTA für MTLA.

Eines der Schwerpunktthemen waren die Erkrankungen der Leber. „Obwohl sie eines der größten, soliden Organe des Menschen ist, ist sie manchmal etwas aus dem Fokus geraten. Bei der Leber denkt man zunächst immer an Alkohol oder Verfettung“, sagte der Hildesheimer Pathologe Prof. Dr. med. Karl-Friedrich Bürrig von der Akademie für Fortbildung in der Morphologie. Doch die Pathologen und die MTA würden sich vorrangig mit den Tumoren in der Leber beschäftigen. Ein Lebertumor habe immer ein großes differenzialdiagnostisches Spektrum. „Die Fragen, die sich uns Pathologen dann stellen, sind: Was ist es? Ist es ein gutartiger oder ein bösartiger Tumor? Wenn es ein bösartiger Tumor ist, wo kommt er her?“ Das lasse sich in der Bildgebung nicht vollständig klären. In der Regel bekäme der Pathologe deshalb zur weiteren Abklärung eine Stanzenbiopsie aus dem Knoten.

 

Christiane Maschek führte in die Morphologie-Histologie-Tage ein.

 

„Und wir wissen heute, Pathologie ohne gutes Labor und ohne gute MTA geht gar nicht. Das gilt auch gerade für die Leber.“ In Berlin referierten unter anderem Priv.-Doz. Dr. med. Uta Drebber, Köln, über den Nachweis von Metallen in der Leber, Prof. Dr. med. Andrej Potthoff, Hannover, über die Sonographie bei Lebertumoren. Die Pathologin Aline Jakubzik und die leitende MTLA Ulrike Cooper aus Hildesheim leiteten einen Workshop zum Thema „Histologie der Leber – Anatomie, entzündliche Erkrankungen, Tumoren“. Außerdem konnte, so Maschek und Bürrig in einem gemeinsamen Grußwort, „ein Programm aus Basics der Histologie, wie auch aktuellen Methoden der Molekularpathologie und Beiträge zur Qualitätssicherung sowie zahlreiche interessante Workshops, Seminare und Mikroskopierkurse“ angeboten werden. Auf der Mitgliederversammlung des Bundesverbandes am 12. Oktober wurde Prof. Bürrig zum neuen Präsidenten des Verbandes gewählt.

2013 fand der Bundeskongress Pathologie Berlin zum ersten Mal gemeinsam mit den Morphologie-Histologie-Tagen des DVTA statt. Die beiden Veranstaltungen bildeten das Programm der Deutschen Pathologietage, an der auch die Akademie für Fortbildung in der Morphologie und die Internationale Akademie für Pathologie beteiligt waren. Der 17. Bundeskongress Pathologie Berlin findet vom 22. bis 24. September 2017 ebenfalls in Berlin im Hotel Maritim proArte an der Friedrichstraße statt.

 

Entnommen aus MTA Dialog 11/2016