Gesundheitspolitik

Jeder zweite Deutsche ist ein Sportmuffel

Bewegungsstudie
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Mehr als jeder Dritte bewegt sich täglich weniger als eine halbe Stunde. Das geht aus einer Studie der Techniker Krankenkasse hervor.

Es geht ein Riss durch die Republik, der das Land in Bewegte und Unbewegte teilt. Das geht aus der Studie „Beweg Dich, Deutschland! 2016“ hervor, die die Techniker Krankenkasse (TK) heute in Berlin vorgestellt hat. Danach ist die Hälfte der Menschen in Deutschland sportlich aktiv - in unterschiedlicher Intensität. Die andere Hälfte bezeichnet sich selbst als Sportmuffel oder Antisportler. Und: Wer sich nicht für Sport begeistern kann, bewegt sich auch im Alltag weniger, erledigt auch kurze Wege mit dem Auto, nimmt den Fahrstuhl statt der Treppe und geht weniger ins Freie.
 
Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK: „Dank der Digitalisierung können wir uns viele Wege sparen. Dies führt aber auch dazu, dass der Aktionsradius vieler Menschen immer kleiner wird. Mehr als jeder Dritte bewegt sich im Alltag weniger als eine halbe Stunde. Ein weiteres Drittel bleibt unter einer Stunde. Das ist definitiv zu wenig."
 

Hohe Fehlzeiten


Laut der Bewegungsstudie sitzen die Menschen in Deutschland ihren Alltag buchstäblich aus. Peter Wendt, bei der TK für die Umfragen zuständig: „Vier von zehn Befragten arbeiten fast ausschließlich im Sitzen. Und obwohl sich gut die Hälfte im Alltag gern mehr bewegen würde, verbringen die Menschen auch in ihrer Freizeit durchschnittlich gut drei Stunden täglich sitzend."
 
„Den Allermeisten ist schon klar, dass ihnen Sport gut täte. Laut den Befragungsergebnissen fehlt es aber jedem Zweiten an Motivation. Der Anreiz, ein langes gesundes Leben zu führen, scheint abstrakter als der Feierabend, der gerade direkt vor einem liegt und gern auf der Couch verbracht werden möchte“, betont Sportpsychologe Jan Mayer von der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement.  Die Studiendaten belegen das: Mehr als 40 Prozent der Befragten, bei den jungen Erwachsenen sogar 55 Prozent, sagen, dass sie den Feierabend am liebsten auf der Couch verbringen.


Und das hat Konsequenzen für die Gesundheit: Eine Analyse der Fehlzeiten, die die TK ebenfalls heute vorstellte, zeigt, dass sich der gesellschaftliche Stillstand bereits auf die Gesundheit auswirkt: 2015 waren die TK-versicherten Erwerbspersonen durchschnittlich 15,4 Tage krankgeschrieben. Das entspricht einem Krankenstand von 4,23 Prozent, dem höchsten seit Beginn der TK-Gesundheitsberichterstattung. Mit drei Tagen pro Kopf entfällt der größte Anteil dabei auf Krankheiten des Bewegungsapparats. „Dieser Begriff scheint angesichts der Zahlen jedoch etwas überholt", so der TK-Chef. „Zivilisationskrankheiten wie Rückenbeschwerden, Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Beschwerden nehmen zu. Schon bei den 18- bis 39-Jährigen gibt jeder Siebte an, aufgrund einer chronischen Erkrankung in regelmäßiger Behandlung zu sein."


Quelle: Pressemitteilung Techniker Krankenkasse, 14.04.2016

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