MTLA-Ausbildung in Schleswig-Holstein

Interview mit Schulleiter Jörg Leppin

Wie sieht das Ausbildungskonzept für MTLA am Technikum aus?

Leppin: Das Ausbildungskonzept für die MTLA-Ausbildung wird eng angelehnt sein an die Rahmenvorgaben für die MTLA-Ausbildung bundesweit. Damit die betrieblichen Abläufe besser im Unterricht einer Schule abgebildet werden können, ist in vielen anderen Ausbildungsbereichen die Ausbildung bereits auf Lernfelder umgestellt worden. Auch wir streben an, die Ausbildung bereits nach dem Lernfeldkonzept zu strukturieren. Wir stehen im engen Kontakt mit der Schule für Medizinisch-technische Laboratoriumsassistentinnen und -assistenten (MTLA) der Medizinischen Hochschule in Hannover, die uns ihre Unterstützung bei der Erarbeitung des Curriculums zugesagt hat und auf deren Angebot wir gern zurückgreifen werden. Auch die Laborbetriebe in Schleswig-Holstein können sich gern in diesen aktiven inhaltlichen Gestaltungsprozess mit einbringen. Hierzu wird es in Kürze ein gemeinsames Planungsgespräch auf Einladung des Ministeriums für Schule und Berufsbildung geben. Das Konzept für das Technikum orientiert sich an den inhaltlichen Aspekten der Ausbildung. Die Ausbildung erfolgt in den folgenden Laboren:
• Mikrobiologie
• Molekularbiologie
• Histologie
• Instrumentell-analytische und klinische Chemie (LIAKC)

Welche Rolle werden die MTLA-Schüler am neuen Technikum spielen? Wo sehen Sie die Vorteile, wenn alle technischen Berufe unter einem Dach ausgebildet werden?

Leppin: Die Schülerinnen und Schüler der MTLA-Ausbildung werden im Technikum neueste und modernste Technologie vorfinden und somit eine qualitativ hochwertige Ausbildung durchlaufen können. Aufgrund der inhaltlichen Raumausrichtung, die nicht fachrichtungsbezogen gestaltet werden soll, sondern den Arbeitsinhalten aller Bildungsgänge Rechnung trägt, werden die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit erhalten, alle Labore kennenzulernen und damit auch über den eigenen Tellerrand blicken zu können. Wir erhoffen uns von der Zusammenführung der Bildungsgänge in einem gemeinsamen Technikum als Zentrum der naturwissenschaftlichen, medizinisch-technischen Bildungsgänge größtmögliche Synergieeffekte, und zwar sowohl in Bezug auf die inhaltliche Ausgestaltung aller Bildungsgänge als auch in Bezug auf die Lern- und Arbeitsatmosphäre innerhalb des Technikums.

Gibt es schon Feedback von den potenziellen Arbeitgebern bezüglich der geplanten MTLA-Ausbildung?

Leppin: Die Laboreinrichtungen und die weiteren potenziellen Arbeitgeber, mit denen wir in Kontakt stehen, sind begeistert, dass das Land Schleswig-Holstein die Forderung nach der Wiedereinrichtung des Bildungsganges zur MTLA-Ausbildung aufgegriffen hat und mit dem geplanten Technikum in Neumünster ein Zentrum der naturwissenschaftlichen, medizinisch-technischen Bildungsgänge unterstützt. Zahlreiche Arbeitgeber und Labore haben ihre aktive Unterstützung angeboten. Dies gilt für eine mögliche Unterstützung in Bezug auf die Erarbeitung eines geeigneten Kommunikationskonzeptes zur Gewinnung von Schülerinnen und Schülern, die Mitgestaltung bei der Erstellung des Curriculums, die Unterstützung in Bezug auf die räumliche Ausstattung der Labore und die Überbrückung der Praxiszeiten während des Bauprozesses des Technikums. Das inhaltliche Interesse seitens der Labore ist groß. Die Erleichterung aller Beteiligten, dass beginnend mit dem Schuljahr 2017/2018 zum Sommer 2017 die MTLA-Ausbildung in Schleswig-Holstein wieder aufgenommen wird, ist in den Gesprächen nahezu greifbar.

Herzlichen Dank für die Beantwortung der Fragen.

Die Fragen stellte Ludwig Zahn.

Entnommen aus MTA Dialog 03/2017