Bündelung internationaler Kompetenzen soll MTA-Ausbildung verbessern

Interreg-Projekt Euregio Maas-Rhein

Die Fachhochschule HELMo St. Julienne, Lüttich, hat ein grenzüberschreitendes Interreg-Projekt namens „Serious game MEDLAB für die MTLA-Ausbildung“ mit einer Laufzeit von zwei Jahren ins Leben gerufen. Ziele des Projektes sind die grenzüberschreitende Verbesserung der Verflechtung der Bildungssysteme sowie eine Optimierung der Qualität der MTLA-Ausbildung.

Interreg-Projekt Euregio Maas-Rhein

Am 18. März 2019 fand ein erstes Meeting der Projektpartner in Belgien statt. | © MEDLAB

Beteiligte Partnerschulen dieses Projektes sind unter anderem die UCLL Diepenbeek, die Hogeschool Zuyd sowie die MTA-Schule der Uniklinik RWTH Aachen. IT-Partner des Projektes sind neben der niederländischen Entwicklungsfirma Goal043 die belgische Hochschule HENALLux MASI.

Die Auszubildenden der MTLA-Schulen erwerben während ihrer Ausbildung fundiertes Grundwissen im Bereich der Laboratoriumsmedizin. Aufgrund der rasanten Entwicklung und des hohen Technisierungsgrads medizinischer Laboratorien sehen sich alle Schulen dazu gezwungen, ihre Lehrpläne den wachsenden Anforderungen der Berufswelt anzupassen. Um zum Beispiel heute übliche Analysenautomaten bedienen zu können, sollen Auszubildende während der Ausbildung neben technischem Wissen auch berufliche Handlungskompetenz erwerben. Dies ist allerdings im praktischen Unterricht eines Schullaboratoriums kaum umsetzbar. Aufgrund der immer größer werdenden Diskrepanz zwischen der Ausstattung der Schulen und den Anforderungen der Routinelaboratorien, wird die Lehre vor eine fast unüberwindbare Aufgabe gestellt.

Hier setzt das MEDLAB-Projekt an, das im Januar 2020 starten und im Dezember 2022 enden soll. Es handelt sich um ein sogenanntes Interreg-Projekt. Interreg ist ein europäisches Programm, das die grenzüberschreitende Zusammenarbeit von Belgien, den Niederlanden und Deutschland fördern soll. Interreg finanziert Projekte mit Mitteln aus europäischen Fonds, die der regionalen Entwicklung dienen. Zurzeit wurde das MEDLAB-Projekt in der ersten Phase des Programms Interreg V EMR (2014 bis 2020) zur Evaluierung eingereicht.

Die Projektpartner von MEDLAB verfolgen das Ziel, die Auszubildenden besser auf die beruflichen Anforderungen vorzubereiten und eine stärkere Verzahnung von Schule und Praxis herzustellen. Mithilfe einer Simulation von typischen Routinesituationen werden den Auszubildenden virtuell, im Sinne eines „Blended-Learning-Konzeptes“, Arbeitsabläufe dargestellt, die sie auf ihr künftiges Berufsleben besser vorbereiten. Dieses Programm simuliert Arbeitsvorgänge von der Probenannahme bis zur Durchführung der Analyse. Um die Beurteilung der Laborergebnisse besser zu vermitteln, können Geräte-Tools wie die Kalibration, die Qualitätskontrolle, die Wartung sowie die Fehler- und Problemlösung dargestellt werden – ein Computerspiel für nachhaltiges Lernen.

Die Projektpartner aus der Euregio wollen die moderne Informations- und Kommunikationstechnologie einsetzen, um ein authentisches und glaubwürdiges Lernerlebnis zu erzeugen und gleichzeitig die Attraktivität der MTLA-Ausbildung zu steigern.

Das Projekt beinhaltet mehrere Stufen:

  1. Den Vergleich von Unterrichtsinhalten und -methoden der Ausbildungseinrichtungen in den drei Ländern. Beispielsweise wird die MTA-Ausbildung in Belgien und den Niederlanden als Bachelorstudiengang EQR Level 6 angeboten. Über die SWOT-Analyse könnten gemeinsame Probleme identifiziert werden, die in das Projekt eingebaut werden sollten. Hieraus werden das Ziel sowie die Kompetenzen des Projektes formuliert, um den pädagogischen Rahmen festzusetzen.
  2. Ausarbeitung verschiedener Lernszenarien, die in das Spiel eingebaut werden sollen.
  3. Die Entwicklung, Testung und Evaluierung eines Prototyps. Nach ersten Testungen des Spiels und weiteren Optimierungen erhofft sich das Team überregionale Beteiligung an dem Projekt durch Publicity von Berufsverbänden wie beispielsweise der ABTL/BVLT (Belgien), NVKC (Niederlande) und dem DVTA (Deutschland). Sobald der erste Prototyp des Spiels entwickelt wurde, können interessierte Schulen eine Demoversion des zukunftsorientierten Ausbildungsangebots erhalten. Im Gegenzug hierzu erwarten die Projektpartner eine Evaluation des Spiels.

Kontakt:

Eva Schönen
Schulleitung MTA-Schule
Uniklinik RWTH Aachen
Tel.: +49241 80–35104
E-Mail: eschoenen@ukaachen.de

 

Entnommen aus MTA Dialog 5/2019