Schweizer Studie

Interprofessionelle Zusammenarbeit im Gesundheitswesen

Wie kann die interprofessionelle Zusammenarbeit im Gesundheitswesen verbessert werden? Antworten gibt eine jetzt im Auftrag der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften veröffentlichte Studie.

Interprofessionelle Zusammenarbeit

Die Arbeit im Team gewinnt immer mehr an Bedeutung. | shapecharge

Die Forderung nach mehr und besserer interprofessioneller Zusammenarbeit (IPZ) ist in den letzten Jahren lauter geworden; dabei blieb die Frage offen, was IPZ in der Praxis für die handelnden Fachpersonen konkret bedeutet. Eine Auftragsstudie der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften bietet nun Orientierung. Die Studie hat fünf verschiedene Versorgungssettings untersucht: Grund- und Palliativversorgung, chirurgische, internistische und psychiatrische Versorgung.

Auf der Ebene des Gesundheitssystems können laut Studie Förderprogramme zur IPZ helfen, gelingende Zusammenarbeit sichtbar und als Ressource nutzbar zu machen. Auf der Ebene von Leistungserbringer-Organisationen, zum Beispiel Krankenhäusern, fordern die Autoren der Studie feste Settings für die Zusammenarbeit der Berufsgruppen.

Bereits 2014 wurde von der SAMW die Charta  «Zusammenarbeit der Fachleute im Gesundheitswesen» veröffentlicht. Sie soll als Grundlage dienen für die interprofessionelle Zusammenarbeit und richtet sich an die in der Gesundheitsversorgung aktiven Fachkräfte, Berufsverbände und Institutionen. Die Charta nennt einleitend «Prinzipien», formuliert «Kernelemente und Verpflichtungen» und bezeichnet in einem zusätzlichen Kapitel geeignete Umsetzungsmassnahmen.

„Angesichts des Mangels an Fachkräften im Gesundheitswesen und der zunehmend anspruchsvollen Behandlungen gewinnt die Arbeit im Team an Bedeutung; die Aufgabenverteilung im Gesundheitssystem orientiert sich deshalb künftig weniger an hierarchischen, ständisch definierten oder mit einem formellen Titel verbundenen Kriterien, sondern daran, wer über die notwendigen Kompetenzen verfügt,“ so die SAMW. Die Charta soll eine Basis sein für den anzustrebenden Kulturwandel. Gleichzeitig soll sie die zahlreichen Initiativen im Gesundheitswesen, die auf eine Zusammenarbeit der Gesundheitsfachkräfte angewiesen sind, unterstützen.
 

Quelle: SAMW, 26.01.2016