Palliative Versorgung

Interdisziplinäre Betreuung erforderlich

Zu ihrem 11. Kongress zum Thema „Qualität braucht Miteinander, Mut und Kompetenz“ lädt die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin vom 7. bis zum 10. September nach Leipzig ein.

Palliative Versorgung

Eine gute palliative Versorgung erfordert ein frühzeitiges Miteinander mit benachbarten Disziplinen und Professionen. | Fotolia/Ocskay Bence

„Das neue Hospiz- und Palliativgesetz wird dann zu einer weiteren Verbesserung der Versorgung führen, wenn es uns gelingt, miteinander gute Qualität zu definieren, Kompetenz einzubringen und auch mutige Schritte in neue Aufgabenfelder zu gehen.“ fasst Andreas Müller, Dresden, als einer der drei Verantwortlichen die Leitgedanken der Tagung der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin zusammen. 

Dringend notwendig ist ein Umdenken: „Palliative Versorgung findet nicht erst am Lebensende statt, sondern wird integraler Bestandteil einer guten medizinischen Betreuung in fortgeschrittenen Erkrankungssituationen.“ so skizziert Kongresspräsident Ulrich Wedding, Jena, einen wesentlichen Schwerpunkt der Tagung im September.

Dies erfordert ein frühzeitiges Miteinander mit benachbarten Disziplinen und Professionen: In Anbetracht schwerwiegender Tumorerkrankungen ist insbesondere die Integration von Onkologie und Palliativmedizin essenziell. Warum, wie und wann das wichtig ist, dies erläutert Florian Lordick aus Leipzig im Rahmen einer Plenarveranstaltung. Außerdem haben Kongressteilnehmer die Möglichkeit, einen ganztägigen Workshop „Onkologie für Palliativtätige“ zu besuchen. Fachübergreifend thematisiert der Kongress: Wie kann die Palliativversorgung von hämatologischen, pulmologischen, neurologischen, kardiologischen, geriatrischen und multimorbiden Patientinnen und Patienten gewährleistet und verbessert werden?

"Vorausplanen einer Behandlung"

Grundsätzlich geht es darum, die Qualität der Versorgung abzusichern, wie Winfried Meißner, Jena, als dritter Kongresspräsident ausführt. Was Versorgungsgerechtigkeit am Beispiel von Menschen mit Beeinträchtigungen bedeuten kann, erläutert Jeanne Nicklas-Faust, Berlin, auch in ihrer Funktion als Geschäftsführerin der Bundesvereinigung Lebenshilfe. Unumgänglich ist es außerdem, die hospizliche Versorgung in die Betreuung von Menschen in stationären Pflegeeinrichtungen zu integrieren.

Zukunftsträchtig in diesem Zusammenhang ist das Konzept „Advance Care Planning“, das im Sinne der „Vorausplanung einer Behandlung“ das Ziel verfolgt, mögliche künftige medizinische Entscheidungen so vorauszuplanen, dass Patientinnen und Patienten auch dann zuverlässig nach ihren individuellen Wertvorstellungen und Wünschen behandelt werden, wenn sie diese krankheitsbedingt nicht mehr selbst äußern können.

Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin freut sich besonders auf den Festvortrag von Nobelpreisträger Stefan Hell, Göttingen: „Was heißt es, Wissenschaftler zu sein?“ zum Auftakt des Eröffnungsplenums am 8. September. Schließlich möchte der Kongress den interprofessionellen Austausch nicht nur in den großen Plenarveranstaltungen zu den Leitgedanken „Integration“, „Qualität“ und „Gesellschaft“ fördern, sondern diesen auch in mehr als 30 Parallelsitzungen, einer breiten Auswahl an praxisrelevanten Workshops, diversen „Meet the experts“, Fallbesprechungen in kleiner Runde sowie in der kollegialen Begegnung ermöglichen - nicht zuletzt während der Abendveranstaltung am 9. September im historischen Stadtbad Leipzig.
 
Quelle: Pressemitteilung Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin, 04.07-2016