Computerassistierte Medizin

Innovative Tablet-Lösung für den OP

Die Forschungsgruppe „Computerassistierte Medizin“ an der Fakultät Informatik der FH Reutlingen entwickelt gemeinsam mit der RZ Medizintechnik GmbH ein spezielles Tablet, das Chirurgen Daten und Patienteninformationen direkt in den OP-Bereich liefert.

Tablet

Einschnitte - Einblicke: Live-Übertragung aus dem OP beim Workshop "Herz" im Juni 2018 | Michael Latz

Die Idee für die Entwicklung entstand im Rahmen von „Einschnitte – Einblicke“, einer Workshop-Reihe, die Medizintechniker und Chirurgen gemeinsam an den OP-Tisch bringt, um Bedarfe für Innovationen zu ermitteln und diese dann zu initiieren. Inzwischen erhält das Projekt Fördermittel vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg sowie vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Bereits 2019 sollen die ersten Systeme im OP zur Verfügung stehen.

Patientenentertainment

Das Universitätsklinikum Halle (Saale) hat für alle ambulanten Patienten und Gäste unentgeltlich WLAN eingerichtet. Für die stationären Patienten stehen an den Patientenbetten 13 Zoll-Tablets zur Verfügung.

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Auf dem Workshop überzeugte nach fachlicher Diskussion die Idee eines Tablets zum Einsatz direkt am OP-Tisch die Professoren Bernhard Hirt, Ärztlicher Direktor des Instituts für Klinische Anatomie und Zellanalytik, und Arnulf Stenzl, Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik für Urologie und Direktor des Interuniversitären Zentrums für Medizinische Technologien Stuttgart – Tübingen (IZST). Inzwischen arbeiten die Entwickler des mittelständischen Medizintechnikunternehmens gemeinsam mit Medizinisch-Technischen-Informatik-Doktoranden der FH Reutlingen an einem Tablet mit ausgeklügelten Applikationen.

Prof. Dr. Oliver Burgert von der Fakultät Informatik ist verantwortlich für das Informationssystem, das dem Chirurgen während der Operation Zugriff auf alle für ihn relevanten Informationen gibt, ohne dass er sich vom OP-Feld abwenden muss. „Aller Technik zum Trotz ist der ‚Zettel an der OP-Lampe‘ noch weit verbreitet“, erklärt Prof. Burgert. „Unsere Software soll dem Chirurgen ermöglichen, vorab einfach auszuwählen, welche Daten, beispielsweise über Vorerkrankungen, Unverträglichkeiten oder radiologische Bilder, ihm zu welchem Zeitpunkt der Operation zur Verfügung stehen sollen. Diese Informationen kann er dann mühelos über ein steril verpacktes Tablet nahe am Patienten einsehen und bedienen.“ Das System soll nicht nur Daten des Patienten liefern, sondern auch die Visualisierung, beispielsweise bei der Endoskopie, unterstützen und bei Bedarf den kompletten Operationsablauf dokumentieren.

Die ersten Prototypen wurden erfolgreich getestet, der erste prototypische Test im OP ist bereits für 2019 geplant. Möglich gemacht haben dies auch Fördermittel in Höhe von 477.000 Euro, die jeweils zur Hälfte vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg und vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) stammen. Das Tablet hatte die Gutachter des neu ausgeschriebenen Programms „HAW-KMU-TT“, das den forschungsorientierten Technologietransfer zwischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) und kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in der Region fördern soll, überzeugt.

 
Quelle: BioRegio STERN Management, 18.10.2018