Im Laufe des Lebens

Innere biologische Uhr tickt unterschiedlich

Kinderschlafmedizinischer Kongress in Potsdam widmet sich vom 2. bis 3. März dem Motto „Zeit – Alter – Schlaf“.

© John Vanderpoel [Public domain], via Wikimedia Commons

Schlafen. Trinken. Schlafen. In den ersten Lebenswochen des Säuglings ist der Schlaf-Wach-Rhythmus noch hauptsächlich durch die Mahlzeiten gesteuert. Dann später bei Kleinkindern kann das Zu-Bett-Gehen zur allabendlichen Herausforderung werden. Genauso wie das frühe Aufstehen bei Schulkindern: Für die innere biologische Uhr der meisten Kinder klingelt die Schulglocke – und deshalb auch der Wecker – deutlich vor Erwachen ihrer Konzentrations- und Leistungsfähigkeit. Der Chronotyp ist prinzipiell genetisch programmiert, verschiebt sich aber je nach Alter: Kleinkinder sind Frühaufsteher, Jugendliche werden – zumindest zeitweise – Nachteulen.

Wann und wieviel Schlaf wir benötigen, variiert im Laufe unseres Lebens. „Zwischen dem Alter, der täglichen Schlafzeit bzw. -qualität sowie Abweichungen oder gar Störungen der circadianen Rhythmik besteht ein unmittelbarer Zusammenhang“, sagt Tagungspräsident Prof. Dr. med. habil. Thomas Erler vom Klinikum Westbrandenburg in Potsdam, wo sich vom 2. bis 3. März Kinder- und Jugendärzte zur Frühjahrstagung der Arbeitsgruppe Pädiatrie der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin e.V. (DGSM) treffen. „Zeit – Alter – Schlaf“, so lautet in diesem Jahr das vielschichtige zentrale Motto des Kongresses, bei dem sich Fachleute aus Deutschland und Österreich, den Niederlanden und den USA über Neues aus der Kinderschlafmedizin austauschen.

Autofahren

Schläfrigkeit und Sekundenschlaf am Steuer sind ein häufiges und unterschätztes Problem. Nach einer aktuellen Befragung des DVR ist bereits jeder Vierte einmal am Steuer eingenickt.

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Schwerpunkte liegen dabei beispielsweise auf demografischen Unterschieden der Ruhe-Aktivitäts-Muster von Kindern und Erwachsenen oder auf speziellen kindlichen und jugendlichen Schlafstörungen. So werden beispielsweise eine Studie zum Thema ADHS bei Kindern und Schlaf oder erste Langzeitergebnisse des sogenannten Mini-KISS-Programms vorgestellt, welches helfen soll, frühkindliche Regulationsprobleme zu verbessern – oder vereinfacht ausgedrückt: Schreibabys zu beruhigen. Und auch das Thema unbegleitete minderjährige Flüchtlinge beschäftigt unter dem vielsagenden Titel „Nachts ist mein Kopf in Kabul“ die Schlafmediziner ganz aktuell.

Interessante Blicke über den medizinischen Fokus hinaus versprechen zudem Beiträge über Schlaf und Zeit aus philosophischer und historischer Sicht oder die ältesten bekannten Dokumente und Empfehlungen zum Babyschlaf in der Antike.

Termin und Tagungsort
2. März 2018, 9.30-18.30 Uhr
3. März 2018, 9.00-17.15 Uhr
Kongresshotel Potsdam am Templiner See
Am Luftschiffhafen 1, 14471 Potsdam

Wissenschaftliche Leitung
Prof. Dr. med. habil. Thomas Erler,
Klinikum Westbrandenburg GmbH
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin

Quelle: Conventus