Deutscher Preis für Patientensicherheit

Initiative für mehr Rezeptqualität erhält ersten Platz

Eine Initiative zur Erhöhung der Rezeptqualität des Universitätsklinikums Heidelberg wurde nun zum Sieger des Deutschen Preises für Patientensicherheit 2017 ernannt.

Patientensicherheit

Am Universitätsklinikum Heidelberg werden zurzeit circa 250 000 Rezepte pro Jahr ausgestellt. | Fotolia/S. Kzenon

Sie gehören zu den wichtigsten Kommunikationsmedien im ambulanten Versorgungssektor – die Rede ist von Rezepten. Die formal korrekte Ausstellung der Dokumente ist wichtig, damit die Weiterversorgung der Patienten möglichst ohne Zeitverzögerung und Medikationsfehler erfolgt. Eine Initiative zur Erhöhung der Rezeptqualität des Universitätsklinikums Heidelberg wurde nun zum Sieger des Deutschen Preises für Patientensicherheit 2017 ernannt. Das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) hat diese Entscheidung gemeinsam mit weiteren Jurymitgliedern getroffen. Die ersten drei Preise wurden im Rahmen der 12. Jahrestagung des APS verliehen, die am 4. und 5. Mai in Berlin stattgefunden hat. Sie sind mit insgesamt 19.500 Euro dotiert.

Am Universitätsklinikum Heidelberg werden zurzeit circa 250 000 Rezepte pro Jahr ausgestellt. Um die formale Qualität zu verbessern, hat das Klinikum vor fünf Jahren eine Initiative ins Leben gerufen. „Im Zentrum stand die Einführung eines Rezeptmonitors – also einer zentralen Koordinationsstelle, über die Beschlüsse des Klinikumsvorstands in die Breite des Klinikums getragen werden können. So wurden Einrichtungen, die die Umsetzung der Initiative unterstützen können, wie das Zentrum für Informations- und Medizintechnik oder die Klinikapotheke mit den Entwicklern der Rechtschreibesoftware vernetzt“, erläutert Dr. Hanna Seidling vom Universitätsklinikum Heidelberg, Leiterin der Kooperationseinheit Klinische Pharmazie der Abteilung Klinische Pharmakologie und Pharmakoepidemiologie, wo die Koordinationsstelle angesiedelt ist. „Zudem stellt der Rezeptmonitor die kontinuierliche Vor-Ort-Betreuung und Schulungen in den einzelnen Ambulanzen sicher.“ Durch diese Maßnahmen sei die formale Qualität der Rezepte erheblich erhöht worden. Für den ersten Platz erhielt die Initiative ein Preisgeld von 10.000 Euro.

Den 2. Platz mit 6 000 Euro Preisgeld hat die Jury an Dr. Pia Schmidt des Kinderpalliativzentrums an der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln für ihre wissenschaftliche Arbeit verliehen. Sie beschreibt und evaluiert darin das palliativpflegerische Hygienekonzept PALLINI, das Kindern auf der Palliativstation die Möglichkeit gibt, trotz einer Besiedlung mit einem multiresistenten Keim (MRE) am Stationsleben und unter anderem an den therapeutisch-pädagogischen Angeboten der Station teilzunehmen – ohne ihre oder die Sicherheit von Mitpatienten zu gefährden.

Auf den mit 3.500 Euro dotierten 3. Platz wählte die Jury ein Projekt der Klinik für Allgemeine, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie der LMU München. Mit dem koordinierten Osteoporosemanagement – dem sogenannten Fracture Liaison Service – wird die Patientensicherheit gefördert: Im Zuge dessen wird Osteoporose-Patienten eine individuelle Behandlung durch eine geschulte Pflegekraft gesichert. So kann erneuten Frakturen vorbeugt werden – sogar über den stationären Aufenthalt hinaus.

Quelle: APS, 05.05.2017

Mehr Informationen finden Sie unter www.aps-jahrestagung.de