Malignes Melanom

Immuntherapie bei schwarzem Hautkrebs

Wann werden Patienten mit malignem Melanom (schwarzer Hautkrebs) resistent gegenüber Immuntherapien? Dies besser zu verstehen und möglichst früh zu erkennen, gelang jetzt Forschern der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen am Universitätsklinikum Essen (UK Essen).

malignes Melanom der Haut

Ein malignes Melanom der Haut | National Cancer Institute, gemeinfrei, Wikimedia

In der gerade erst veröffentlichten Studie weisen sie nach, dass bei einigen Patienten die Therapie weniger wirkt, weil sich die Melanomzellen genetisch verändern. Dadurch verliert der durch Immunzellen freigesetzte Botenstoff Interferon-gamma seine tödliche Wirkung.

Aktivierung der zytotoxischen T-Zellen

Die Immuntherapie des malignen Melanoms wurde in den letzten Jahren immer erfolgreicher: Bis zu 40 Prozent der Patienten sprechen auf spezielle neue Therapieverfahren an. In vielen Fällen hält die Wirkung dieser Behandlungen auch lang an. Durch die Immuntherapien werden im Patienten spezifische Immunzellen aktiviert, die zytotoxischen T-Zellen.

Tumor in situ

Pigmentzellen, aus denen der bösartige schwarze Hautkrebs (Melanom) entsteht, versenden kleine Bläschen mit dem Farbstoff Melanin, der die Haut vor UV-Strahlung schützt. Bei Melanomzellen sind in den Bläschen zusätzlich winzige RNA-Moleküle enthalten.

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Sie sind in der Lage, Melanomzellen als entartet zu erkennen und im direkten Kontakt zu zerstören. Aber nicht nur das: Gleichzeitig setzt die T-Zelle einen bestimmten Botenstoff frei, der das Wachstum benachbarter Tumorzellen hemmt und zerstört. Das macht die Therapie natürlich noch erfolgreicher.

Genetische Veränderung der Tumorzellen

Allerdings können sich Tumorzellen auch derart genetisch verändern, dass sie resistent gegenüber dem Botenstoff werden. Dieser Nachweis gelang jetzt Antje Sucker gemeinsam mit Kollegen in der Klinik für Dermatologie am UK Essen unter der Leitung von Privatdozentin Dr. Annette Paschen.

Nun soll durch weitere genetische Analysen an Melanom-Metastasen untersucht werden, welche Tumore ein erhöhtes Risiko für die Ausbildung einer Botenstoff-Resistenz aufweisen, um betroffenen Patienten frühzeitig alternativ therapieren zu können. (idw, red)

 

Literatur:

Sucker A, Zhao F, Pieper N, et al.: Acquired IFNγ resistance impairs anti-tumor immunity and gives rise to T-cell-resistant melanoma lesions. Nature Communications 8, Article number: 15440 (2017), DOI:10.1038/ncomms15440.