Universitätsklinikum Ulm

Hervorragende Behandlungsqualität

Wie viele Babys haben im letzten Jahr an der Universitätsklinik Ulm das Licht der Welt erblickt? Wie viele Eingriffe wurden am Herzen oder den Bauchorganen vorgenommen, und bei wie vielen Operationen gab es Komplikationen? Antworten auf diese Fragen stellen die aktuellen Qualitätsergebnisse des Universitätsklinikums Ulm bereit.

Universität Ulm

Das Universitätsklinikum Ulm hat seine Qualitätsergebnisse veröffentlicht. | Universitätsklinikum Ulm/H. Grandel

Patienten, Angehörige sowie einweisende Ärztinnen und Ärzte können sich anhand der öffentlich einsehbaren Daten einen Überblick über die medizinischen Ergebnisse zu Behandlungsqualität und Patientensicherheit für alle relevanten Krankheitsbilder des Hauses wie Schlaganfälle, Lungenentzündungen oder Brustkrebs verschaffen. Die Daten werden aus Routinedaten erhoben, welche die Krankenkassen vor allem zu Abrechnungszwecken nutzen. Dazu zählen beispielsweise die gestellten Diagnosen sowie Behandlungsprozeduren.

Die Ergebnisse des Universitätsklinikums Ulm stammen aus dem Vergleich von mehr als 400 Kliniken in Deutschland und der Schweiz, die sich der Initiative Qualitätsmedizin (IQM) angeschlossen haben. Unter ihnen sind auch 20 der 34 deutschen Universitätsklinika. Insgesamt werden in der IQM rund 350 Qualitätskennzahlen für 64 relevante Krankheitsbilder und Behandlungsverfahren dargestellt. Mit der Messung und Veröffentlichung ihrer Ergebnisdaten gehen die IQM-Mitgliedskliniken weit über die bestehenden gesetzlichen Anforderungen zur Qualitätssicherung hinaus.

Das Universitätsklinikum Ulm nutzt die IQM-Methodik seit 2015 für sein Qualitätsmanagement. „Mit der ‚Initiative Qualitätsmedizin‘ können wir transparent darstellen, dass wir unseren Patienten medizinische Versorgungsqualität auf höchstem Niveau bieten. Durch den kontinuierlichen Verbesserungsprozess optimieren wir Behandlungsabläufe und minimieren Risiken, was also direkt unseren Patienten zugutekommt“, sagt Prof. Dr. Udo X. Kaisers, Leitender Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums. Ein effektives Instrument für die ständige Analyse der Qualität ist vor allem das ‚Peer Review‘-Verfahren der IQM.

Chancen und mögliche Risiken der Patientenbehandlung

In diesem originär ärztlichen und freiwilligen Verfahren werden Chancen und mögliche Risiken der Patientenbehandlung bewertet. Chefärzte anderer IQM-Mitgliedskliniken analysieren vor Ort als Fachkollegen auf Augenhöhe einen Tag lang komplexe medizinische Behandlungsprozesse. „Wo sind wir gut, und wo können wir nachbessern? Mit Hilfe des ‚Peer Review‘-Verfahrens können wir Schwachstellen leichter identifizieren und diese umgehend in Angriff nehmen“, erläutert Dr. Oliver Mayer, Leiter der Stabsstelle Qualitäts- und Risikomanagement am Universitätsklinikum. „So arbeiten wir zielgerichtet darauf hin, dass beispielsweise nach operativen Eingriffen noch weniger Komplikationen auftreten.“

Bereits zwei Mal hat das Universitätsklinikum Ulm erfolgreich das ‚Peer Review‘-Verfahren der IQM absolviert. Bei der ersten Teilnahme im Jahr 2015 wurde im Indikator Sepsis („Blutvergiftung“) der nicht operativen Fachgebiete eine Übereinstimmung der Bewertungen von 72 Prozent erzielt. Im vergangenen Jahr konnte in den viszeralchirurgischen („Bauchchirurgie“) Indikatoren zur „Anastomoseninsuffizienz“ (Undichtwerden einer Verbindung zwischen zwei anatomischen Strukturen, zum Beispiel zwischen zwei Darmabschnitten) das Ergebnis weiter verbessert und eine Gesamtbewertung von 75 Prozent erreicht werden.

In der Betrachtung der aktuellen Qualitätsergebnisse des Jahres 2016 schneidet das Universitätsklinikum Ulm mit einem Gesamtergebnis von 76,7 Prozent exzellent ab. Das heißt, bei mehr als drei Viertel der gemessenen Qualitätsindikatoren sind am Universitätsklinikum Ulm also weniger Komplikationen oder Todesfälle aufgetreten, als durchschnittlich zu erwarten gewesen wären. Dies umfasst insbesondere die Operationen am Herzen und den Herzkranzgefäßen, die Operationen der Leisten-, Schenkel- und Nabelbrüche, die Eingriffe an den hirnversorgenden Arterien, die Entfernung der Gebärmutter bei gutartigen Erkrankungen sowie die komplette oder teilweise Entfernung der Niere und Harnblase.


Quelle: idw/Universitätsklinikum Ulm, 16.05.2017