Deutscher Lebertag

Hepatitis B und C bis 2030 eliminieren

Nur mit gezielten nationalen Kampagnen kann die Bevölkerung über die Gefahren von Virus-Lebererkrankungen aufgeklärt werden, damit die alarmierende Anzahl von betroffenen Menschen und Neuerkrankungen eingedämmt werden kann.

Hepatitis B und C

Das Motto des diesjährigen Lebertages am 20. November lautet „An die Leber denken!“ | Fotolia/yodiyim

„Mit dem diesjährigen Deutschen Lebertag und seiner Aufforderung, an die Leber zu denken, unterstützen wir das von der WHO gesetzte Ziel, die virusbedingte Hepatitis bis 2030 zu eliminieren“, erklärt Prof. Dr. Claus Niederau, Vorstandsvorsitzender Deutsche Leberhilfe, und ergänzt: „Wir brauchen mehr Aufmerksamkeit, damit sich die Menschen für das Thema Virushepatitis interessieren.“

Hepatitis C Virus

Zwischen 200.000 und 500.000 Menschen in Deutschland sind mit dem Hepatitis C-Virus infiziert. Die Heilung kann gravierende Spätfolgen verhindern. Aktuelle Auswertungen des „Deutschen Hepatitis C-Registers“ zeigen, dass die Therapie der Erkrankung in Deutschland auf hohem Niveau erfolgt.

weiterlesen

Nur mit gezielten nationalen Kampagnen kann die Bevölkerung über die Gefahren von Virus-Lebererkrankungen aufgeklärt werden, damit die alarmierende Anzahl von betroffenen Menschen und Neuerkrankungen eingedämmt werden kann: Weltweit zählen Infektionen mit Hepatitis-B- und C-Viren zu den häufigsten Infektionskrankheiten. An einer chronischen Hepatitis B sind nach Schätzungen der WHO 248 Millionen Menschen erkrankt. Mit dem Hepatitis-C-Virus sind 71 Millionen Menschen chronisch infiziert. Jährlich sterben 1,34 Millionen Menschen an den Folgen der Erkrankung, wie beispielsweise Leberzirrhose und Leberzellkarzinom.

„Das von der WHO gesetzte Ziel kann erreicht werden. Gegen Hepatitis-B-Virusinfektionen gibt es wirksame Schutzimpfungen. Und seit 2014 sind neue Medikamente zur Behandlung von Hepatitis C zugelassen, die inzwischen etwa 95 Prozent der Patientinnen und Patienten heilen“, sagt Prof. Niederau.

Hohe Dunkelziffer bei chronischen HCV-Infektionen

Speziell bei der Hepatitis C wird von einer großen Anzahl Betroffener ausgegangen, die von ihrer Infektion nichts wissen. „Ein entscheidender Punkt ist die hohe Dunkelziffer bei chronischen HCV-Infektionen. Hier ist die Mitarbeit von Haus- und Fachärzten von entscheidender Bedeutung, damit wir die Betroffenen, die ihre Diagnose noch nicht kennen, identifizieren und behandeln können“, erklärt Niederau.

Die häufig symptomlos verlaufenden Hepatitis-Virusinfektionen führen dazu, dass viele Fälle unentdeckt bleiben. Diese Menschen suchen keinen Arzt auf, erhalten keine Therapie und gefährden somit sich selbst und können andere anstecken. Das Motto des diesjährigen Lebertages „An die Leber denken!“ soll deswegen alle Patienten und Ärzte aufrufen, nach möglichen Ansteckungsquellen in der Vergangenheit zu forschen und über einen Hepatitis-Test die Lebergesundheit abzuklären.

Quelle: idw/Deutsche Leberstiftung, 08.11.2017