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Hantavirus-Infektionen (Teil 1)

Während Infektionen mit Hantaviren in Deutschland bis zum Ende des vorigen Jahrhunderts noch fast unbekannt waren, gehören heute die Hantaviruserkrankungen zusammen mit Rotavirus- und Noroviruserkrankungen, der Hepatitis C und der Influenza zu den fünf häufigsten namentlich meldepflichtigen Viruserkrankungen.

Virologie

Maus | © Petra Kohlstädt; http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de; Ausschnitt

Zusammenfassung

Akutes Nieren- und Lungenversagen sind häufig auftretende klinische Diagnosen, deren Ursachen oft unklar sind. Als auslösende Ursache erlangen vermehrt Hantavirus-Infektionen an Bedeutung. Hantaviren gehören zu den „Emerging Viruses“, die weltweit verbreitet sind. Sie sind Erreger von Zoonosen, die von Nagetieren auf den Menschen übertragen werden. Je nach Hantavirus-Serotyp können humane Hantaviren leichte, wie die Nephropathia epidemica, bis schwerwiegende Erkrankungen wie das Hämorrhagische Fieber mit renalem Syndrom mit hoher Letalitätsrate hervorrufen. In den vergangenen Jahren ist in Europa, einschließlich Deutschland, eine deutliche Zunahme der Hantavirus-Infektionen aufgetreten. In Deutschland sind Infektionen mit zwei Hantavirus-Spezies klinisch relevant. Im Südwesten und Westen Deutschlands kommt es zu Erkrankungen durch das von der Rötelmaus übertragene Puumalavirus, in Nord- und Ostdeutschland führen Infektionen mit dem Dobrava-Belgrad-Virus, das durch die Brandmaus übertragen wird, zu Erkrankungen. Zu den Risikogruppen zählen Personen, die auf Grund ihres Berufs (Förster, Waldarbeiter, Landwirte, Kanalarbeiter) in engem Kontakt zum Reservoir-Tier und dessen virushaltigen Ausscheidungen wie Urin und Kot stehen. Die Entdeckung der Hantaviren und deren zunehmender Nachweis ist eng mit der Verbesserung diagnostischer Verfahren zum Virusnachweis verknüpft. Die Virusdiagnostik basiert entscheidend auf serologischen Nachweismethoden wie ELISA, Immunoblots, die eine hohe Sensitivität und Spezifi tät aufweisen. Seltener wird der direkte Erregernachweis mit der RT-PCR durchgeführt.

 

 

 

 

Entnommen aus MTA Dialog 04/2014

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