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"Goldene Hilfe" gegen Hautkrankheiten

Wer krank ist weiß, dass Gesundheit Gold wert ist. Dass Gold auch gut für die Gesundheit ist, weiß hingegen kaum jemand. Professor Manfred Sietz hat mehrere Anwendungen von Nanogold entwickelt – aktuell stellt er ein Verfahren vor, um Textilien mit Goldpartikeln zu veredeln.

In Nanogold-Lösung getränktes Baumwollunterhemd

Das in der Nanogold-Lösung getränkte Baumwollunterhemd stellt Professor Manfred Sietz in den Wärmeschrank, um die Einwirkzeit zu reduzieren. | Hochschule OWL/Katharina Thehos

Akne, Neurodermitis, Schuppenflechte – die menschliche Haut ist sensibel. Wer mit Ausschlag und allergischen Reaktionen zu kämpfen hat, muss häufig auf Medikamente zurückgreifen. Dabei könnte es eine natürliche Alternative geben: Nanogold. Das ist ein Stoff, der in der Natur vorkommt: „Das Gold schwimmt seit Jahrmillionen im Meerwasser, weil es aus Goldsalzen herausgelöst wird“, erklärt Professor Manfred Sietz von der Hochschule Ostwestfalen-Lippe, OWL, der schon seit mehr als zehn Jahren rund um Nanogold forscht. „Nanogold wirkt ähnlich wie Kortison: Es senkt den IgE-Wert, also den Allergieparameter im Blut“, erklärt der Chemiker seinen aktuellen Ansatzpunkt. IgE – kurz für „Immunglobulin E“ – ist für die überschießende Histaminbildung bei Allergien vom Typ 1 verantwortlich; Folgen sind beispielsweise Juckreiz und Augenbrennen. Auf dieser Grundlage entwickelte Sietz die Idee, Textilien mit Nanogold zu veredeln – auf den betroffenen Hautstellen getragen, könnten diese die Reizungen lindern.

Unzertrennliche Bindungen

Professor Sietz hat an seinem Fachbereich Umweltingenieurwesen und Angewandte Informatik ein Verfahren entwickelt, um aus Goldsalzen Nanogold herzustellen – und das in einer bestimmten Größe zwischen fünf und zehn Nanometern, die seinen Untersuchungen zufolge pharmakologisch besonders wertvoll ist. Nanogold hat andere Eigenschaften als herkömmliches Gold: Durch die Oberflächenladung der Teilchen binden diese an Eiweißstrukturen und Nucleinsäuren, Kunststoffen, Arzneistoffen und eben Textilfasern.

Funktionsmuster für das Hochdurchsatz-Screening.

Eine effiziente und zellschonende Transfektion in der Hochdurchsatztestung wird mit etablierten Methoden bislang nicht zufriedenstellend erreicht. Mit Goldnanopartikeln soll sich dies ändern.

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„Nanogold trägt andere Stoffe Huckepack“, verdeutlicht Sietz. Deshalb behalten die mit Nanogold veredelten Textilien ihre Wirksamkeit auch nach einer Kochwäsche. Mit bloßem Auge zu sehen sind die Goldteilchen nicht, denn sie sind hundertmal dünner als ein menschliches Haar. Gelöst im Wasser lassen sie dieses golden schimmern. Werden die Nanogoldteilchen mit größeren Teilchen beladen, entwickelt sich hingegen eine lila Färbung – ein mit Nanogold veredelter Baumwollstoff ist deshalb lila statt golden.