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Gewebespende: 16 Prozent Spendeplus in 2018

Kardio-vaskuläre Gewebe: Neues Spendeprogramm zeigt Erfolge

Die DGFG konnte 2018 insgesamt 173 Herzklappen und 75 Gefäße zur Transplantation vermitteln. Doch auch bei einem Spendeplus von 33 Prozent im KVG-Bereich (insg. 495 in 2018), ist der Bedarf dieser Gewebe in der Transplantationsmedizin nach wie vor sehr hoch. Herzklappen und Blutgefäße stammten bisher aus der Organspende. Die DGFG hat 2017 ein Programm zur Spende kardiovaskulärer Gewebe (KVG) von Herz-Kreislauf-Verstorbenen initiiert. Damit können diese Gewebe auch von allen Verstorbenen und nicht nur Organspender/-innen gespendet werden. Herzklappen und Blutgefäße können noch bis zu 36 Stunden nach Todeseintritt entnommen werden. Insgesamt zehn KVG-Spenden von Herz-Kreislauf-Verstorbenen konnten 2018 realisiert werden; 2017 waren es sechs Spenden.

Bescheid wissen: Wichtig für Spender/-innen und Angehörige

Die Bemühungen um mehr Spenden aus dem kardio-vaskulären Bereich unterstützt außerdem die Aufklärungsarbeit der DGFG in Bewegtbild: Im September veröffentlichte die DGFG einen Film zur Herzklappenspende und -transplantation. Darin berichten Transplantatempfänger/-innen, Koordinatoren/-innen sowie Ärzte von ihren Erfahrungen.

Aus Spendengeldern von Transplantatempfänger/-innen oder eingeworben durch die Mitarbeiter/-innen der gemeinnützig organisierten DGFG beim jährlichen Spendenlauf, konnte in diesem Jahr außerdem ein Aufklärungsfilm zur Knochen- und Knorpelspende finanziert werden: „Viele hören zum ersten Mal von der Gewebespende, wenn sie im Todesfall eines geliebten Menschen durch unsere Koordinatoren/-innen kontaktiert werden. Dies ist eine schwere Entscheidungssituation – insbesondere dann, wenn der Wille der oder des Verstorbenen nicht bekannt war. Unser Anliegen ist, dass Menschen zu Lebzeiten eine Entscheidung treffen und diese mit ihren Nächsten besprechen”, so Börgel.

Gewebespenden von Organspendern gestiegen

306 Organspender/-innen waren im vergangenen Jahr Gewebespender/-innen; 73 mehr als im Vorjahr. „Wir freuen uns über die stete und gute Zusammenarbeit mit der Deutschen Stiftung Organtransplantation an dieser Schnittstelle von der Organ- zur Gewebespende“, betont Börgel, „wir blicken auch gespannt auf die Wirkung der neuen Gesetzgebung zur Organspende.”

Dennoch ist der Anteil an Organspender/-innen, die Gewebespender/-innen sind, insgesamt sehr gering. Die Hirntoddiagnostik spielt bei der Gewebespende keine Rolle: 2.369 Gewebespender/-innen und damit knapp 90 Prozent sind an einem Herz-Kreislauf-Stillstand verstorben.

Fast jede/-r Verstorbene kann Gewebe spenden

Gewebe, die nach dem Tod gespendet werden können, sind neben Augenhornhäuten, Herzklappen und Blutgefäßen auch Knochen, Sehnen, Bänder und Haut. Aus der Lebend-Gewebespende kommt die Amnionmembran, die vor allem in der Ophthalmologie zur Behandlung von Erkrankungen der Augenoberfläche verwendet wird, sowie in der gynäkologischen Chirurgie, Mund-Kiefer-Chirurgie sowie als temporären Hautersatz bei thermischen Verletzungen und Wundheilungsstörungen. Die Amnionmembran ist Teil der Plazenta und kann von einer Mutter nach einer Kaiserschnittgeburt gespendet werden. Sie verfügt über hervorragende, wundheilungsfördernde Eigenschaften. Die Zahl der Spenden konnte in diesem Jahr nahezu verdoppelt werden. 1.635 Einzelpräparate konnten aus diesen Spenden zur Transplantation vermittelt werden.

Die DGFG ist eine unabhängige, gemeinnützige Gesellschaft, die ausschließlich von öffentlichen Einrichtungen des Gesundheitswesens getragen wird Gesellschafter sind das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, das Universitätsklinikum Leipzig, die Medizinische Hochschule Hannover, die Universitätsmedizin Rostock sowie das Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg. Die DGFG ist in ihrer Aufbaustruktur, der Freiwilligkeit der Unterstützung durch die Netzwerkpartner und ihrer Unabhängigkeit von privaten oder kommerziellen Interessen einzigartig in Deutschland.

Die DGFG fördert seit 1997 die Gewebespende und -transplantation in Deutschland. Auf der Basis des Gewebegesetzes von 2007 sind alle Tätigkeiten und Ablaufprozesse der Gewebespende gesetzlich geregelt. Für alle Gewebezubereitungen gilt das Handelsverbot. Die DGFG vermittelt ihre Transplantate über eine zentrale Vermittlungsstelle mit einer bundesweiten Warteliste. Jede medizinische Einrichtung in Deutschland kann Gewebe von der DGFG beziehen.

Alle Angaben zu den Jahreszahlen 2018 sind vorläufig (Stand 27.12.2018).

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation gGmbH (DGFG)