Corona-Pandemie

Gesundheitsämter: 5.900 zusätzliche Mitarbeiter

Angesichts der Corona-Pandemie haben die Gesundheitsämter rund 5.900 zusätzliche Beschäftigte eingesetzt, vor allem zur Kontaktnachverfolgung, für Coronatests und zur Kontrolle von Quarantäne.

Gesundheitsämter

Wegen der Corona-Pandemie wurden in den Gesundheitsämtern zusätzliches Personal eingestellt oder durch Amtshilfe eingesetzt. | svetazi - stock.adobe.com

In der Corona-Pandemie haben die Gesundheitsämter in den kreisfreien Städten und Landkreisen eine Schlüsselrolle vor Ort. Der Deutsche Landkreistag und der Deutsche Städtetag haben vor diesem Hintergrund mit einer gemeinsamen Umfrage die Personalausstattung beim Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) in den Flächenländern ermittelt.

In einer Pressekonferenz stellten die Akkreditierten Labore in der Medizin - ALM e.V. am Dienstag die aktuellen Zahlen zur Labordiagnostik im Zusammenhang zu Corona-Pandemie vor: Insgesamt wurden laut Datenanalyse des fachärztlichen Berufsverbandes, an der sich bundesweit 97 Labore beteiligen, seit Anfang März rund 800.000 Tests durchgeführt.

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Wesentliche Ergebnisse: Die 356 Gesundheitsämter in den Flächenländern haben derzeit rund 13.900 Stellen mit Ärztinnen und Ärzten sowie nichtärztlichem Personal besetzt. Angesichts der Corona-Pandemie haben die Ämter weitere rund 5.900 Beschäftigte eingesetzt, vor allem zur Kontaktnachverfolgung, für Coronatests und zur Kontrolle von Quarantäne.
 
"Die Gesundheitsämter sind stark gefordert, aber sie sind nicht überfordert. Sie haben die Herausforderungen der Pandemie bisher gut bewältigt", kommentiert der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Helmut Dedy, die Ergebnisse: "Die Ämter sind deutlich besser ausgestattet als in der öffentlichen Debatte zum Teil vermittelt wird."

Die Ergebnisse der Umfrage

An der Umfrage haben 252 von 356 Gesundheitsämtern teilgenommen. Aufgrund dieser hohen Beteiligung lässt sich das Ergebnis auf alle Gesundheitsämter in den Flächenländern hochrechnen. Die Ergebnisse der Umfrage im Einzelnen:

  • Bundesweit werden in den Flächenländern über 3.300 Vollzeit-Planstellen für Amtsärztinnen und Amtsärzte vorgehalten, das sind knapp 10 Planstellen pro Gesundheitsamt. Bei den Medizinischen Fachangestellten, Hygienekontrolleuren und weiterem medizinischen wie nichtmedizinischen Personal werden darüber hinaus mehr als 11.600 Vollzeit-Stellen bereitgestellt. Insgesamt gibt es damit in den Gesundheitsämtern 14.900 Stellen.
  • Besetzt sind rund 2.900 der Stellen für Ärztinnen und Ärzte (Besetzungsquote 87 Prozent). Beim nichtärztlichen Personal sind rund 11.000 Stellen besetzt (Besetzungsquote 94,5 Prozent). Insgesamt sind damit in den Gesundheitsämtern in den Flächenländern bundesweit rund 13.900 Stellen besetzt. Aufgrund von Teilzeit-Beschäftigung ist die Gesamtzahl der Beschäftigten höher als die Zahl der besetzten Stellen. Unbesetzt ist ein Teil der Stellen zum Beispiel wegen Fluktuation oder Schwierigkeiten bei der Gewinnung von Fachkräften.
  • Zusätzlich zu den Planstellen waren zum Stichtag 15. Juni in den Gesundheitsämtern rund 5.900 Beschäftigte eingesetzt – vor allem zur Kontaktnachverfolgung, für Coronatests und zur Kontrolle von Quarantäne. In großem Umfang konnten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus anderen Bereichen der Verwaltung der Städte und Landkreise umgesetzt werden. Es wurde auch zusätzliches Personal eingestellt oder durch Amtshilfe eingesetzt.
  • Die meisten Gesundheitsämter planen, zusätzliche Ärzte wie auch weitere Medizinische Fachangestellte, Sachbearbeiter und anderes nichtärztliches Personal einzustellen.


Die im weltweiten Vergleich gute Bewältigung der Corona-Pandemie in Deutschland ist nach Auffassung des Deutschen Städtetages auch der konsequenten Unterbrechung von Infektionsketten und Kontaktnachverfolgung durch die Gesundheitsämter zu verdanken.


Quelle: Deutscher Städtetag, 05.08.2020