Dialog

"Gefäßultraschall für MTA"

Interview mit Jacqueline Flux
LZ
Interview
Jacqueline Flux berichtet über ihren Ultraschallkurs für MTA. privat
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Jacqueline Flux, Ltd. MTA für nichtinvasive Bildgebung, über den Kurs „Nichtinvasive Gefäßdiagnostik – Ultraschall für MTA“

Obwohl die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) eine Übernahme der Ultraschalldiagnostik durch nicht-ärztliches Assistenzpersonal ablehnt, nimmt die Zahl der MTA, die diese Aufgaben übernehmen, in deutschen Krankenhäusern und Praxen jährlich zu. Doch fachliche Weiterbildungen werden weiterhin nur für ärztliches Personal angeboten. Frau Jacqueline Flux bot im vergangenen Jahr aus diesem Grund einen Ultraschallkurs speziell für mittleres medizinisches Personal über den DVTA in Halle an. Im Interview erzählt sie uns, was vermittelt wurde, wie der Kurs ablief und was beim nächsten Mal zu verbessern ist.


MTA Dialog: Frau Flux, Sie haben in Halle einen Ultraschallkurs für MTA angeboten, wie ist es dazu gekommen?


Jacqueline Flux: Ich bin mit Leib und Seele MTA für Funktionsdiagnostik und habe mich im Herzzentrum Leipzig unter Herrn Prof. Dr. med. habil. Scheinert im Gefäßultraschall spezialisiert. Ich führe seit 2003 selbstständig und eigenverantwortlich Ultraschalluntersuchungen aller Gefäßregionen durch. Ich habe oft nach einer Möglichkeit der offiziellen Anerkennung meiner Tätigkeit, so wie im angloamerikanischen Raum oder auch in Österreich „der Sonographer“, gesucht. Leider wird in Deutschland jegliche Anerkennung abgelehnt, obwohl es tägliche Praxis ist, dass mittleres medizinisches Personal Ultraschalluntersuchungen durchführt.

Es gibt auch kein Weiterbildungsangebot für Ultraschall für nichtärztliches Personal in Deutschland. Deshalb müssen wir dann in ärztliche Kurse „eingeschmuggelt“ werden, um unsere Tätigkeit mit dem nötigen Fachwissen zu untermauern. Der Wunsch bestand schon lange, an diesem Defizit etwas zu ändern. Und nun durch die Geburt meiner Tochter im letzten Jahr und die damit verbundene Elternzeit, hatte ich zeitlich etwas Spielraum, einen solchen Kurs auf die Beine zu stellen.

MTA Dialog: Ihr Kurs „Nichtinvasive Gefäßdiagnostik – Ultraschall für MTA“ fand vom 25. bis 26. September 2015 in Halle statt. Wie lief der Kurs konkret ab?


Jacqueline Flux: Ich rechnete mit zehn Teilnehmern – höchstens 15 – und organisierte drei Ultraschallgeräte, drei Probanden und zwei Ultraschallassistentinnen als Anleiter, am dritten Gerät wollte ich die Kursteilnehmer anleiten. Drei Tage vor Kursbeginn teilte mir der DVTA mit, dass nun der Kurs ausgebucht sei, 20 Teilnehmer. Upps, dachte ich, dass sind aber zu viele für den praktischen Übungsteil. Ich konnte noch kurzfristig einen vierten Probanden und ein viertes Gerät organisieren, leider hat das mit dem Anleiter nicht geklappt, so dass ein Gerät von einer sehr erfahrenen Teilnehmerin betreut wurde, wofür ich ihr noch heute sehr dankbar bin. Für dieses Jahr sind Geräte, Anleiter und Probanden bereits in ausreichendem Umfang organisiert. ###more###


Tja, für den theoretischen Teil wälzte ich in den Schlafphasen meiner Tochter viele dicke Bücher und recherchierte im Internet zu den neuesten Leitlinien. Dann stellte ich einen Zeitplan auf, der einem DEGUM-zertifizierten Kurs entsprach und richtete meine Vorträge darauf aus.
Eine Generalprobe gab es nicht, also stand ich in gespannter Erwartung am 25. September 2015 um 12:15 Uhr im Seminarraum 13. Alle erschienen pünktlich und ich raste durch meinen ersten Vortrag. Ich war bereits nach 25 Minuten fertig – bei geplanten 45 Minuten. Ich korrigierte also mein Sprechtempo und konnte feststellen, dass es mir mit fortschreitender Zeit auch nicht mehr so schwerfiel, ich war wirklich verdammt aufgeregt. Aber das positive Feedback aus der ersten Pause tat sehr gut, auch hier noch einmal vielen Dank.


Die Teilnehmer erhielten Skripte zu den Vorträgen, was durchgängig positiv ankam, das gibt es also auch beim nächsten Mal. Die praktischen Übungen waren ebenfalls auf Bögen notiert, so dass jeder Teilnehmer genau wusste, was er in den Übungen tun sollte.

MTA Dialog: Sie haben einen Kurs speziell für MTA zusammengestellt, was ist der Unterschied zum ärztlichen Ultraschallkurs?


Jacqueline Flux: Zunächst natürlich der Preis und die Möglichkeit einer MTA, sich direkt über den DVTA anzumelden. Es ist nicht notwendig zu verbergen, dass man MTA ist und sich möglichst weit hinten in den Reihen zu verstecken. Die Teilnehmer werden durch das Anknüpfen an die MTA-Ausbildung in anatomischen und physiologischen Themen dort abgeholt, wo sie stehen. Die sonstigen Inhalte entsprechen natürlich dem ärztlichen DEGUM-zertifizierten Kurs und ich hoffe daher auf entsprechende Anerkennung in der Zukunft.
Außerdem passiert es in ärztlichen Kursen häufig, dass sich die nichtärztlichen Teilnehmer im praktischen Übungsteil nicht trauen, an den Geräten zu üben, was sie noch nicht können, und zu zeigen, was sie bereits können. In meinem Kurs lege ich Wert darauf, dass jeder Teilnehmer zum Üben kommt. Im nächsten Kurs werde ich noch ein bisschen besser darauf achten, dass die Anleiter kurz die Übungen vormachen und die Gruppen nach Niveau zusammengestellt werden.

MTA Dialog: Vom 23. bis 24. September 2016 ist der nächste Kurs angesetzt, Sie haben ja schon ein paar Dinge angesprochen, die sich bewährt haben und einige, die Sie ändern möchten, gibt es weitere Änderungen?


Jacqueline Flux: Aber ja, man weiß ja leider immer erst hinterher, was vielleicht besser gewesen wäre. Das ist ja der übliche Lernprozess im „wirklichen Leben“. Es gab einige sehr hilfreiche Feedbackbemerkungen, für die man selbst blind ist. So werde ich die Vorträge noch ein wenig umstellen, damit noch etwas mehr Zeit für die praktischen Übungen zur Verfügung steht. Ich werde nur auf Probanden zurückgreifen, die ich persönlich kenne und zu denen ich ein Vertrauensverhältnis habe. Im letzten Jahr hat mir ein FSJler zwei Stunden vor der ersten praktischen Einheit per WhatsApp abgesagt, das war schon ziemlich dreist, Gott sei Dank fand sich eine Kollegin, die nach Feierabend freiwillig länger blieb, um als Probandin einzuspringen.

MTA Dialog: Gibt es etwas, was Sie den Teilnehmern des diesjährigen Kurses schon vorab mitteilen möchten?


Jacqueline Flux: Es wird auch in diesem Jahr an den Inhalten „Mamma-CA, Oberbauchsonographie und Mammographie“ fehlen. Es ist ein spezieller Gefäßultraschall-Kurs und die nichtinvasive Diagnostik bezieht sich ausschließlich auf die Gefäßkrankheiten. Außerdem ist es ein Grundkurs, das heißt, es werden nur gesunde Probanden untersucht. Die Idee für einen Aufbaukurs mit richtigen Patienten steht bereits, wird aber frühestens 2017 angeboten.


Trotzdem ist der Theorie-Input sehr hoch. Deshalb werde ich die Theorie wieder durch praktische Beispiele und Bilder untermalen, um die Haftung im Gedächtnis zu unterstützen. An der Fülle der Information ist aber nichts zu ändern, wenn wir das volle Gefäßprogramm anbieten wollen. Schließlich wollen wir ja fachlich nicht angreifbar sein, wenn wir ärztliche Tätigkeiten übernehmen. Deshalb gibt es ein Skript, da hat jeder Teilnehmer auch noch einmal die Möglichkeit, Dinge nachzulesen.

MTA Dialog: Dann wünschen wir Ihnen viel Erfolg bei der Durchführung des diesjährigen Kurses und bedanken uns für das Gespräch.


Jacqueline Flux: Vielen Dank.

 

Entnommen aus: MTA Dailog, 2016, 17 (5)

 



Jacqueline Flux ist Ltd. MTA für nichtinvasive Bildgebung (Angiologie, Kardiologie), Gesundheitsbetriebswirtin (DIW-MTA), Mentorin (DIW-MTA), Studienassistentin (KKSL) an der Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin III, Universitätsklinikum Halle/Saale der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

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