Medizin

Gefährliche Immunreaktion verhindern

Stammzell-Transplantationen
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Schnitt durch den Dünndarm
Schnitt durch den Dünndarm: Neutrophile Granulozyten dringen in das Darmgewebe ein und lösen dort eine Entzündung aus. Blau: Zellkerne der Darmzellen, Orange: Immunzellen R. Zeiser / Universitätsklinikum Freiburg
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Durch die Erforschung sogenannter Mikro-RNAs wollen Forscher dazu beitragen, Stammzell-Transplantationen sicherer zu machen und damit Graft-versus-Host-Reaktionen verhindern.

Bei jedem zweiten Leukämiepatienten greifen nach einer Stammzell-Spende die übertragenen Immunzellen das Gewebe des Empfängers an. Für die Erforschung dieser Graft-versus-Host-Reaktion (GvHD) erhält Prof. Dr. Robert Zeiser, Oberarzt an der Klinik für Innere Medizin I des Universitätsklinikums Freiburg, einen mit zwei Millionen Euro dotierten ERC Consolidator Grant des Europäischen Forschungsrats. Durch die Erforschung sogenannter Mikro-RNAs wollen die Forscher dazu beitragen, Stammzell-Transplantationen sicherer zu machen und Früherkennungs-Tests für Risiko-Patienten zu entwickeln.

Der ERC Consolidator Grant ist die höchstdotierte Projektförderung der Europäischen Union für Nachwuchsforscherinnen und Nachwuchsforscher.

GvHD ist häufigste Todesursache

Eine Graft-versus-Host-Reaktion kann unter anderem zu Hautveränderungen, schwerem Durchfall und Leberversagen führen und ist die häufigste Todesursache nach einer Transplantation von Spender-Blutstammzellen. Weshalb manche Patienten eine GvHD entwickeln, ist bislang unklar. Es wird vermutet, dass bei den Betroffenen entzündungsfördernde Gene besonders aktiv sind. Die Forscher um Prof. Zeiser untersuchen nun, wie Mikro-RNAs in die Steuerung dieser Gene eingreifen. „Im besten Fall könnten wir durch die Hemmung der passenden Mikro-RNAs die gefährliche Immunreaktion verhindern“, sagt Prof. Zeiser. Ähnliche Ansätze werden bereits bei der Behandlung von Hepatitis-C und Lungenkrebs in klinischen Studien untersucht.

Außerdem suchen die Forscher bei Leukämiepatienten nach Varianten der Mikro-RNAs, die zu einer besonders hohen Aktivität der Entzündungsgene führen. „Mit einem entsprechenden Blut- oder Urintest könnten wir Hochrisiko-Patienten identifizieren und bei ihnen die Aktivität der übertragenen Immunzellen sehr genau dosieren“, sagt Prof. Zeiser. Im Laufe der Zeit gewöhnen sich die Immunzellen meist an das Gewebe des Empfängers und können dann ihre eigentliche Funktion ausüben. „Die Kombination aus Früherkennung und gezielter Steuerung der Immunantwort würde die Therapie von Leukämiepatienten deutlich sicherer machen“, sagt Prof. Zeiser. (idw, red)

Hintergrundinformation:

Prof. Dr. Robert Zeiser studierte Humanmedizin an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Nach Auslandsaufenthalten in Israel und den USA arbeitete er am Universitätsklinikum Freiburg und habilitierte sich dort für das Fach Innere Medizin. Im Jahr 2011 wurde er in das Heisenberg-Stipendiatenprogramm der Deutschen Forschungsgemeinschaft aufgenommen und im Jahr 2013 auf eine Heisenberg-Professur für Tumorimmunologie und Immunregulation berufen.

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