„Durig-Böhler-Preis 2017“ an Andreas Bösl

Gebührende Anerkennung für medizinische Forschung

Der diesjährige „Durig-Böhler-Preis“ ging an Andreas Bösl, MSc, Molekularbiologe am Institut für Pathologie am Landeskrankenhaus Feldkirch. MTA Dialog-Leser kennen ihn als Autor für die Zeitschrift.

Preisverleihung

(von li nach re): OA PD Dr. Osti, MBA, Oberarzt der Unfallchirurgie im LKH Feldkirch; Chefarzt Prim. Dr. Wolfgang Elsäßer; Andreas Bösl, MSc; MR Dr. Michael Jonas, Präsident der Ärztekammer für Vorarlberg; Prim. Univ. Prof. Dr. Felix Offner, Leiter des Instituts für Pathologie | Vorarlberger Krankenhaus-Betriebsges.m.b.H.

Diese renommierte Auszeichnung für innovative Forschung in der Medizin erhielt er aufgrund seiner erfolgreichen, vergleichenden Arbeit rund um die frühe Diagnostik von Brustkrebserkrankungen - „Genexpressionsanalysen bei Brustkrebs“ - auf molekularer Ebene und die damit verbundenen effektiveren Therapiemaßnahmen. Der Preis wurde von der Gesellschaft der Ärzte in Vorarlberg (Österreich) unter der Leitung von OA Priv. Doz. Dr. Osti, MBA verliehen.

„Weltweit werden jährlich mehr als eine Millionen Brustkrebs-Neuerkrankungen verzeichnet. Die Erforschung molekularer Ursachen dieser heterogenen Erkrankung, sowie die Identifizierung effizienterer Biomarker, die eine Tumorentstehung frühzeitig anzeigen und zugleich eine Prädiktion des tatsächlichen Krankheitsverlaufs und des Therapieansprechens erlauben, spielen somit eine zunehmend bedeutende Rolle innerhalb der modernen Medizin. Zusätzlich ist eine frühe Diagnose für den Verlauf der Krankheit entscheidend. Aufgrund der immer noch sehr hohen Mortalitätsrate, die unter anderem auch manchmal auf Therapiefolgen zurückzuführen ist, sind effektivere Therapiemaßnahmen dringend erforderlich“, so Bösl.

„In der vorliegenden Studie wurden zwei dieser Multigentests und deren Auswirkung auf die Auswahl der individuellen Therapieentscheidung verglichen. Der seit 2007 von der Food and Drug Administration (FDA) zugelassene MammaPrint™ ist ein RNA-Microarray-basierter Genexpressionstest. Er ermöglicht eine Prognose des Rezidivrisikos und Therapie-Ansprechens von Mammakarzinom-Patienten unabhängig vom Hormonrezeptorstatus mit bis zu drei befallenen Lymphknoten“, erklärt der Preisträger.

Andreas Bösl bei der Arbeit
Andreas Bösl bei der Arbeit | Vorarlberger Krankenhaus-Betriebsges.m.b.H.

Durig-Böhler-Gedächtnis Preis

Der nach den bedeutenden Vorarlberger Ärzten Prof. Dr. Arnold Durig und Prof. Dr. Lorenz Böhler benannte „Durig-Böhler-Gedächtnis Preis“ wird jährlich für innovative Forschung in der Medizin vergeben. Dieser Preis wurde anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Gesellschaft der Ärzte in Vorarlberg zur Förderung der wissenschaftlichen Arbeit im Lande gestiftet und zum Andenken an diese bedeutenden Vorarlberger Wissenschaftler benannt. Der Preis dient der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, mit ihm sollen wissenschaftliche Arbeiten gefördert werden, welche i.d.R. durch Ärzte im Rahmen ihrer Tätigkeit in Vorarlberg entstanden sind. Bei Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Bundesländern entscheidet der überwiegende Aufenthalt in Vorarlberg im Rahmen der betreffenden Arbeit.

Molekularbiologie mit Leib und Seele

Seit nunmehr zehn Jahren ist Andreas Bösl am Institut für Pathologie im LKH Feldkirch tätig und deckt mit seiner profunden Fachkenntnis sowie der jahrelangen Erfahrung ein breites Spektrum an molekularpathologischen Methoden ab. Spezialisiert hat sich Andreas Bösl auf die Diagnostik von Tumorerkrankungen auf molekularer Ebene. Seit jeher galt Andreas Bösls Interesse der Erkennung von Erkrankungen, sowie deren Prävention. (Gesellschaft der Ärzte in Vorarlberg, Vorarlberger Krankenhaus-Betriebsges.m.b.H., red)

Die MTA Dialog-Redaktion gratuliert Andreas Bösl zu diesem Preis.

Die bewertete Studie:

Bösl A, Spitzmüller A, Jasarevic Z, Rauch S, Jäger S, Offner F (2017): MammaPrint versus EndoPredict: Poor correlation in disease recurrence risk classification of hormone receptor positive breast cancer. PLoS ONE 12(8): e0183458.