Mammographie-Screening

Frauen erhalten neue Entscheidungshilfe

Frauen erhalten künftig zusammen mit der schriftlichen Einladung zur Teilnahme am Programm zur Früherkennung von Brustkrebs (Mammographie-Screening) neues Informationsmaterial.

Mammographie-Screening

Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren haben alle zwei Jahre Anspruch auf eine Mammographie zur Früherkennung von Brustkrebs. | shutterstock/Guschenkova

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat das bisher verwendete Merkblatt zu einer sogenannten Entscheidungshilfe weiterentwickelt und sich dabei an international geltenden Standards orientiert. Die neue Entscheidungshilfe und das inhaltlich darauf abgestimmte Einladungsschreiben sind so gestaltet, dass das gesetzlich geforderte Ziel einer informierten Entscheidung hinsichtlich einer Teilnahme oder auch Nichtteilnahme am Mammographie-Screening noch besser erreicht werden kann.

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Das IQWiG hat die finale Fassung der Entscheidungshilfe für das Mammographie-Screening vorgelegt. Es wurden Vorschläge aus der Anhörung aufgegriffen. Die Vor- und Nachteile werden für einen 20-Jahres-Zeitraum dargestellt.

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Die neue Entscheidungshilfe ist vom G-BA im Juli 2017 beschlossen worden. Nach Inkrafttreten des Beschlusses ist sie nun ab sofort von den einladenden Stellen zu versenden. „Neben inhaltlichen Überarbeitungen – beispielsweise zum Begriff der Überdiagnose – besteht die wichtigste Neuerung darin, dass den eingeladenen Frauen mit der Entscheidungshilfe ein Instrument angeboten wird, mit dem sie ihre ganz persönlichen Präferenzen hinsichtlich der Vor- und Nachteile einer Screening-Teilnahme gewichten können. Das ist vor allem für Frauen hilfreich, die unsicher sind, ob sie an dem Screening-Programm teilnehmen möchten“, erklärte Dr. Harald Deisler, unparteiisches Mitglied des G-BA und Vorsitzender des Unterausschusses Methodenbewertung, in Berlin.

Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren haben alle zwei Jahre Anspruch auf eine Mammographie zur Früherkennung von Brustkrebs. Sie werden – sofern sie dem nicht ausdrücklich widersprechen – alle zwei Jahre persönlich und schriftlich zur Teilnahme am Screening eingeladen.

Die Entscheidungshilfe enthält verständlich dargestellte Informationen zur Brustkrebserkrankung, zum Ablauf der Mammographie, zu Vor- und Nachteilen des Screenings und zu den organisatorischen Rahmenbedingungen. Wesentliches neues Element ist eine Checkliste. Auf einer Doppelseite werden die in der Broschüre ausführlich dargestellten Vor- und Nachteile der Teilnahme am Mammographie-Screening kompakt zusammengefasst. Jede eingeladene Frau kann dann für sich einordnen, wie wichtig die einzelnen Aspekte für sie sind.
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Quelle: G-BA, 08.11.2017