Innovative Training Network

Forschungen zur Thrombo-Inflammation

Das Centrum für Thrombose und Hämostase (CTH) der Universitätsmedizin Mainz ist Koordinator des neuen Innovative Training Networks (ITN) „TICARDIO – Thrombo-Inflammation in Cardiovascular Disease“. Es dient der Erforschung von pathologischen Prozessen bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Thrombo-Inflammation

Aktivierte Makrophagen in der Immunfluoreszenz-Mikroskopie, die thrombo-inflammatorische Mikropartikel generieren (grün: Cytoskelett der Zelle (F-Actin), blau: Zellkern, rot: Tissue Factor). | The Scripps Research Institute

Der demografische Wandel mit einer immer älter werdenden Bevölkerung belastet weltweit die Gesundheitssysteme. Trotz aller medizinischer Fortschritte – das Alter ist und bleibt der Hauptrisikofaktor für die weitverbreiteten Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Hauptgrund dafür ist, dass in einem alternden Gefäßsystem das fein abgestimmte Zusammenspiel verschiedener Zelltypen häufig gestört ist. Dies begünstigt sowohl Entzündungen als auch die Bildung von Blutgerinnseln, den sogenannten Thrombosen. 

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„Forschungen des letzten Jahrzehnts haben gezeigt, dass die beiden pathologischen Prozesse Entzündung und Thrombose auf zellulärer und molekularer Ebene zusammenhängen. Deshalb ist es sinnvoll, die unter dem Begriff der Thrombo-Inflammation zusammengefassten Prozesse gemeinsam zu erforschen – statt wie bisher unabhängig voneinander“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Wolfram Ruf, Koordinator des Projekts und Wissenschaftlicher Direktor des CTH. 

Dieser Aufgabe stellt sich an den vier beteiligten Standorten ein internationales, interdisziplinäres und intersektorales Forscherkonsortium. Im Rahmen eines European Joint Doctorates (EJD) – einer Variante des ITN – bilden ab 2019 führende experimentelle Forscher und Kliniker vier Jahre lang 15 naturwissenschaftliche Doktoranden in diesem wichtigen Forschungsfeld aus.

Entwicklung von spezifischen diagnostischen Markern

Ziel der Forschungen wird es sein, die hochkomplexen Wechselwirkungen zwischen Gefäßwand und Blut bei der Thrombo-Inflammation in kardiovaskulären Erkrankungen aufzudecken. Langfristig gilt es, spezifische diagnostische Marker und neue therapeutische Targets, also Ziel-Biomoleküle für die Wirkstoffe, zu entwickeln.

Für ihre Forschungen zur Thrombo-Inflammation in kardiovaskulären Erkrankungen knüpfen die Wissenschaftler im Speziellen an folgende neue Erkenntnis an: Es hat sich gezeigt, dass eine Entzündung thrombotische Ereignisse durch eine Vielzahl von Mechanismen direkt beeinflusst. Dazu zählen beispielsweise die Aktivierung von Blutplättchen, die Störungen der Blutgefäßwand sowie die Aktivierung der weißen Blutzellen (Leukozyten). Umgekehrt haben Leukozyten, Blutplättchen und das Gerinnungssystem auch eine Funktion jenseits der Blutstillung, weil sie zudem direkt zu chronischen Entzündungsprozessen beitragen.


Quelle: idw/Universitätsmedizin Mainz , 22.08.2018