Neues aus der Berufspolitik

Expertenworkshop des Bundesministeriums für Wirtschaft

Schwerpunktmäßig ging es beim Expertenworkshop des Bundesministeriums für Wirtschaft am 28. Oktober 2019 um den zu erwartenden Fachkräftemangel im Jahr 2030, der Ergebnis einer demnächst erscheinenden Studie zum Fachkräftemangel in der Gesundheitswirtschaft ist.

© A. Savin, Wikimedia Commons, eigenes Werk, FAL

Der DVTA war beim Expertenworkshop durch Gundel Garzke vertreten. Schwerpunktmäßig ging es um den, ausgehend vom Stand 2018, zu erwartenden Fachkräftemangel im Jahr 2030, der Ergebnis einer demnächst erscheinenden Studie zum Fachkräftemangel in der Gesundheitswirtschaft ist. Der DVTA hat die Diskussion durch die Ergebnisse der Studie von Dr. Blum (2019) zum Fachkräftemangel und Fachkräftebedarf in den MTA-Berufen bereichert. Die Schere zwischen Bedarf an Fachkräften in der Gesundheitswirtschaft und Patienten wird erwartungsgemäß noch weiter auseinanderklaffen. Nicht nur die Gesundheitswirtschaft, auch die Gesamtwirtschaft wird diesen Fachkräftemangel zu spüren bekommen, da eine Umverteilung der Fachkräfte aus der Industrie in die Gesundheitswirtschaft erfolgen muss, um den stetig wachsenden Bedarf der Gesundheitsversorgung, insbesondere der Altersmedizin, decken zu können. Die MTA-Berufe gehören zu den 13 Fachberufen, die in der Gesundheitswirtschaft zu den zahlenmäßig stärksten Berufsgruppen zählen und deren Fachkräftemangel weiter steigen wird. Der DVTA hat die Forderung, dass dringend die Attraktivität der MTA-Ausbildung und des MTA-Berufs gesteigert werden muss, mit konkreten Vorschlägen in die Diskussion eingebracht, wie zum Beispiel die dringend notwendige Novellierung des MTA-G und der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung, staatliche Anerkennung der Weiterbildungen, Kompetenzorientierung sowie die notwendige Öffnung der MTA-Berufe für Quereinsteiger und ausländische Fachkräfte. Einigkeit bestand bei den Vertretern der Fachberufe darin, dass in der Gesellschaft eine Imagesteigerung der Gesundheitsberufe dringend erforderlich ist. Unterstützend könnten neben einer breiten wohlwollenden Öffentlichkeitsarbeit die Ausbildungsvergütung, eine positive Entgeltentwicklung ebenso wie flache Hierarchien helfen. Gewünscht wird von den Fachberufen eine interdisziplinäre Zusammenarbeit auf Augenhöhe aller Berufsgruppen in der Medizin. Das BMWi war an einer weiteren Zusammenarbeit und auch an weiteren Anregungen interessiert. Der DVTA hat durch eine Imagekampagne für eine Unterstützung der Novellierung des MTA-Gesetzes sowie der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung geworben. Außerdem regte der DVTA einen interdisziplinären runden Tisch an, um gemeinsam die Möglichkeiten der Reduzierung des Fachkräftemangels anzugehen.

 

Entnommen aus MTA Dialog 12/2019