COVID-19

Europäisches Fallregister für Coronavirus-Patienten

Auf Initiative der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie wurde gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Infektionsforschung ein europäisches Fallregister aufgelegt, in dem klinische Daten für Patientinnen und Patienten mit SARS-CoV-2 Infektion gesammelt werden sollen.

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Fallregister für Coronavirus-Patienten | LEOSS

Wann erkranken Patienten schwer nach einer Infektion mit dem neuen Coronavirus, wann kommen sie mit leichten Symptomen davon? Wie kann man sie bestmöglich behandeln und welche Maßnahmen waren bisher erfolgreich? Um diese und viele weitere Fragen zum Coronavirus beantworten zu können, benötigen die Wissenschaftler und Ärzte nun dringend verlässliche klinische Daten. Auf Initiative der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie (DGI) wurde daher gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) ein europäisches Fallregister aufgelegt, in dem klinische Daten für Patientinnen und Patienten mit SARS-CoV-2 Infektion gesammelt werden sollen.

Der gegenwärtige Ausbruch der Coronavirus-assoziierten akuten Atemwegserkrankung namens Coronavirus-Krankheit 19 (COVID-19) beziehungsweise SARS-CoV-2 ist der dritte dokumentierte Ausbruch eines tierischen Coronavirus auf den Menschen in nur 2 Jahrzehnten. Die Infektion mit dem neuen Coronavirus stellt eine Bedrohung für die Weltgesundheit der Bevölkerung dar.

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„Wir haben uns für diesen Weg entschieden, da wiederholt der Ruf nach einer freien, anonymen Dateneingabe laut wurde“, erklärt Prof. Dr. Jörg Janne Vehreschild, DZIF-Wissenschaftler an der Uniklinik Köln. Er koordiniert das Projekt, das von der Emerging Infections Task Force der ESCMID unterstützt wird. Es gehe auch darum, klinische Daten von Patienten zu sammeln, die nicht mehr zustimmungsfähig sind.

Selbstverwaltung der Studie durch die teilnehmenden Zentren

Heraus kam das Lean European Open Survey for SARS-CoV-2 Infected Patients (LEOSS). Das neue Register zeichnet sich dadurch aus, dass alle gesammelten Daten zur gemeinsamen Analyse an die wissenschaftliche Gemeinschaft gehen. LEOSS ist mehrsprachig und soll in der ganzen EU zum Einsatz kommen. Eine Besonderheit ist zudem die Selbstverwaltung der Studie durch die teilnehmenden Zentren. Durch die strenge Anonymität mit mehrstufigen Sicherheitsfunktionen ist die Studie auch bei nicht aufklärungsfähigen Patienten einsetzbar.

„Konkrete und verfügbare klinische Daten von Patienten in Europa können eine entscheidende Hilfe für die bestmögliche Versorgung in dem zu befürchtenden gehäuften Auftreten auch kritischer Erkrankungen sein“, betont Vehreschild.

Interessierte Studienzentren und Datenanalysten sind eingeladen, sich an LEOSS zu beteiligen.


Quelle: idw/DZIF, 19.03.2020