ECR in Wien

Europäischer Röntgenkongress

In diesem Jahr nahm die Hybrid-Bildgebung einen wichtigen Platz im wissenschaftlichen Programm ein.

Röntgenkongress

Impressionen der Industrieausstellung | H.-J. Thiel


Der European Congress of Radiology (ECR) umfasst einen Kongressausschuss, einen Programmplanungsausschuss und zahlreiche wissenschaftliche Subkomitees und garantiert somit einen hervorragend organisierten Kongress mit einem umfangreichen Programm. Mit mehr als 63.000 Mitgliedern profitiert der größte Radiologenverband der Welt von der langjährigen Erfahrung des ECR, und Wien bietet nicht nur wegen seiner geographischen Lage im Herzen Europas sondern auch mit seiner Infrastruktur beste Voraussetzungen für einen erfolgreichen Kongress.

Neben zahlreichen Vorträgen, Seminaren und Refresher-Kursen, die sich mit dem breiten Spektrum der bildgebenden Diagnostik und der radiologischen Therapie befassten, nahm in diesem Jahr die Hybrid-Bildgebung einen wichtigen Platz im wissenschaftlichen Programm ein. Die Kombination nuklearmedizinischer mit computer- und kernspintomographischer Bildgebung wird in den kommenden Jahren einen immer größeren Stellenwert einnehmen und erfordert auch die konsequente Fortbildung in diesem Bereich. Insbesondere im Bereich der Onkologie bietet sich damit ein großes Potenzial im Staging, der Therapieplanung und im Follow-up. Eine wichtige Forderung der Radiologen war auch ein breites Angebot an Trainingsmöglichkeiten im Bereich PET/MR, PET/CT und SPECT/CT.

Neben den Entwicklungen im Fachgebiet selbst wurden auch organisatorische Aspekte der Zusammenarbeit zwischen ambulanter und stationärer Radiologie und Vernetzung der Kliniken diskutiert. Eine große Industrieausstellung bot reichlich Gelegenheit, sich zwischen den Vorträgen und Kursen einen Überblick über neue Entwicklungen der Medizin-Hard- und Software zu verschaffen und mit Kollegen zu diskutieren. Ein umfangreiches Programm für Radiographer unter anderem zu „Case Based Diagnosis Training“ vervollständigte das Angebot.

Wien war jahrhundertelang kaiserliche Reichshaupt- und Residenzstadt der Habsburger und als Hauptstadt des Heiligen Römischen Reiches, des Kaisertums Österreich und als eine der beiden Hauptstädte Österreich-Ungarns ein kulturelles und politisches Zentrum Europas. Heute ist die Stadt internationaler Kongress- und Tagungsort und Sitz von über 30 internationalen Organisationen, darunter auch der UNO. Die Altstadt Wiens sowie das Schloss Schönbrunn wurden von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt. Zahlreiche Gebäude mit faszinierender Architektur, großzügig angelegte Straßen, viele kleine Gassen, Kirchen und Schlösser prägen das Bild der sehr sauberen Stadt. Etwa die Hälfte des Stadtgebietes ist grün und unbebaut. Ein gut funktionierendes Netz öffentlicher Verkehrsmittel verbindet alle Bezirke. Von Deutschland aus ist unser südlicher Nachbar mit Auto, Bahn und Flugzeug sehr gut erreichbar, die Donau bietet eine weitere Reisemöglichkeit.

Wien ist eine Stadt mit sehr hoher Lebensqualität. In der internationalen Mercer-Studie 2016, in der die Lebensqualität anhand von 39 Kriterien wie politische, wirtschaftliche, soziale und Umweltfaktoren in mehr als 200 Großstädten weltweit verglichen wurde, belegte Wien zum achten Mal in Folge den ersten Rang. 2012 belegte Wien im Ranking der reichsten Städte der Welt nach Angaben der Vereinten Nationen Platz 1.

Hans-Joachim Thiel