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Erstmals digital-gestützte Schlaganfallnachsorge 

Machbarkeitsstudie am Universitätsklinikums Leipzig
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Erstmals digitale Schlaganfallnachsorge
Jedes Jahr erleiden in Deutschland rund 270.000 Menschen einen Schlaganfall. In vielen Fällen entwickelt sich daraus eine chronische Erkrankung mit anhaltenden Symptomen wie beispielsweise Lähmungen. Das Projekt PostStroke-Manager soll das verhindern. © Stefan Straube / UKL
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Das Projekt PostStroke-Manager soll Patienten, die einen Schlaganfall erlitten haben, eine koordinierte Langzeitbetreuung ermöglichen. Erstmals werden dafür digitale Anwendungen eingesetzt, deren Chancen bisher ungenutzt blieben. Ob sich das Konzept in der Praxis bewährt, wird die jetzt gestartete Machbarkeitsstudie zeigen. 

"Jedes Jahr erleiden in Deutschland rund 270.000 Menschen einen Schlaganfall. In vielen Fällen entwickelt sich daraus eine chronische Erkrankung mit anhaltenden Symptomen wie beispielsweise Lähmungen. Nach dem Aufenthalt im Akutkrankenhaus erfolgt die Weiterbehandlung im Wesentlichen durch Hausärzte, Logopäden, Ergo- und Physiotherapeut:innen sowie Rehabilitationseinrichtungen", sagt Prof. Dominik Michalski, Oberarzt der Stroke Unit der Klinik und Poliklinik für Neurologie am Universitätsklinikums Leipzig (UKL). Gemeinsam mit Klinikdirektor Prof. Joseph Claßen und Prof. Galina Ivanova vom Innovationszentrums für Computerassistierte Chirurgie  (ICCAS)  leitet er das Projekt PostStroke-Manager. 

Wichtigstes Ziel ist die Entwicklung eines digital-gestützten Nachsorgekonzepts für Schlaganfallpatienten -  interdisziplinär und intersektoral. Letzterer Begriff bedeutet, dass das System des PostStroke-Managers nicht nur im Akutkrankenhaus, sondern auch in Praxen niedergelassener Ärztinnen und Ärzte, Rehabilitationseinrichtungen und vor allem im Wohnumfeld der Betroffenen eingesetzt werden kann. Es integriert die verschiedenen an der Nachsorge beteiligten Gruppen und schafft die Basis für innovative digitale Angebote und neue Versorgungsformen. 

Erneute Schlaganfälle verhindern

Im Fokus stehen das Abmildern noch bestehender Schlaganfallsymptome durch eine individualisierte Therapie und das frühzeitige Erkennen von Folgezuständen mit der Möglichkeit, die Behandlung entsprechend anzupassen, wie Michalski skizziert. "Indem Risikofaktoren wie der Blutdruck engmaschig überprüft werden und so die individuelle Medikation durch die betreuenden Hausärztinnen und Hausärzte bestmöglich angepasst werden kann, sollen erneute Schlaganfälle verhindert werden. Außerdem möchten wir über die Vermittlung individuell relevanter Informationen und der Erarbeitung eines Krankheitsmodells die Gesundheitskompetenz der Betroffenen stärken."

Die Machbarkeitsstudie

Die Patienten werden nun innerhalb einer Studie im ersten Jahr nach dem Schlaganfall parallel durch das digitale System sowie durch speziell geschulte Schlaganfalllotsen begleitet. Anschließend soll die individualisierte Nachsorge über digitale Angebote gewährleistet werden. Seit Oktober 2021 lief eine klinische Vortestphase. Im Januar 2022 war nun der Start der Machbarkeitsstudie, in der das ausgearbeitete Nachsorgekonzept, bestehend aus einer neu entwickelten App, Portalen für die Behandler und einer Begleitung durch Schlaganfalllotsen, über einen Zeitraum von einem Jahr untersucht werden soll.

"Obwohl die Digitalisierung in der Medizin rasch voranschreitet, stellt der PostStroke-Manager deutschlandweit das erste Projekt dar, das auf die Versorgungssituation von Schlaganfallpatienten fokussiert ist und hierfür moderne eHealth- und mHealth-Technologien nutzt", erklärt Ivanova. Wegen der vielen Alleinstellungsmerkmale des Systems gebe es jetzt bereits großes, auch überregionales Interesse an dem Konzept.

Das Projekt wird durch öffentliche Mittel des Freistaates Sachsen im Rahmen der Richtlinie "eHealthSax" gefördert. Es besteht eine Kooperation mit der Selbstständigen Abteilung für Allgemeinmedizin der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig und der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe. 
 
Quelle: Uniklinikum Leipzig

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