Klinikum der Uni München

Erste Zertifizierung eines Sarkomzentrums

Mit der Zertifizierung des Sarkomzentrums am interdisziplinären Zentrum für Knochen- und Weichteiltumoren der LMU (SarKUM) fand die in Deutschland erste Zertifizierung eines Sarkomzentrums im Auftrag der Deutschen Krebsgesellschaft statt.

SarKUM

Das „Kernteam“ des Sarkomzentrums (SarKUM): Von links nach rechts: Prof. Dr. Martin Angele, PD Dr. Falk Roeder, PD Dr. Dorit Di Gioia, PD Dr. Markus Albertsmeier, Prof. Dr. Hans Roland Dürr, Prof.Dr. Rolf Issels, Prof.Dr. Lars Lindner, Dr. Alexander Klein | Klinikum der Universität München

Alleine in den zweimal wöchentlich stattfindenden Tumorkonferenzen des SarKUMs werden mehr als 1.200 Fälle/Jahr besprochen. Von der hohen interdisziplinären Expertise und der umfassenden apparativen Ausstattung des Zentrums profitieren deshalb insbesondere Patienten, die aufgrund von Größe und Lage der Tumoren eine Herausforderung für die Behandler darstellen. Mit weniger als 1% aller Krebserkrankungen und einem großen Spektrum von zum Teil sehr differenziert zu behandelnden Subtypen, ist eine Zentralisierung der Behandlung letztlich der einzige Weg, dem Krankheitsbild erfolgreich zu begegnen. Zudem ist die unabdingbare hohe Interdisziplinarität eine besondere Herausforderung an die Diagnostik und Therapie.

Zufallsbefunde: Retroperitoneales Liposarkom

Über verschiedene Weichteiltumoren als Zufallsbefund bei Untersuchungen der Wirbelsäule wurde in dieser Reihe schon berichtet, auch über Organveränderungen. Der heutige Beitrag zeigt im Verlauf den Befund eines retroperitonealen Liposarkoms, das bei einer Kernspintomographie der Lendenwirbelsäule mit erfasst und dann der weiteren bildgebenden Diagnostik zugeführt wurde.

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Mit mehr als 600 Fällen/Jahr ist das Klinikum der LMU eines der größten deutschen Zentren in der Behandlung dieser hochkomplexen Patienten. Allein in den zweimal wöchentlich stattfindenden Tumorkonferenzen des SarKUMs werden mehr als 1.200 Fälle/Jahr besprochen. Von der hohen interdisziplinären Expertise und der umfassenden apparativen Ausstattung des Zentrums profitieren deshalb insbesondere Patienten, die aufgrund von Größe und Lage der Tumoren eine Herausforderung für die Behandler darstellen.

Seit mehr als 20 Jahren sind Patienten mit Knochen- und Weichteiltumoren ein etablierter Schwerpunkt des Klinikums der LMU. Die Kombination von Chemotherapie und Hyperthermie wurde am Klinikum entwickelt und mit ihrer klaren Vorteilhaftigkeit für das Überleben der Patienten international hochrangig publiziert und in die Therapie eingebracht. Neben der klassischen Chemotherapie sowie auf molekularer Ebene zielgerichteter medikamentöser Therapie finden in Form von Studien zudem auch moderne Verfahren der Immuntherapie Anwendung.

Hochpräzise Bestrahlungen

Auch hochkomplexe chirurgische Resektionen und Rekonstruktionen lassen sich durch die gerade auch im neuen Operationszentrum auf kürzesten Wege interdisziplinär planbare und durchführbare Therapie mit Tumororthopäden, Viszeralchirurgen, Plastischen und Gefäßchirurgen sowie einer Reihe weiterer Disziplinen in idealer Weise realisieren. So liegt die Amputationsrate in der Tumororthopädie bei mehr als 120 Sarkomresektionen pro Jahr deutlich unter 10 %.

Spezialisierte Psychoonkologen, Physio- und Schmerztherapeuten wie auch onkologisch geschultes Pflegepersonal sind integraler Bestandteil des Behandlungsteams. Durch die enge Kooperation auch mit der Kinderonkologie im Haunerschen Kinderspital können im Zentrum stets alle modernen und innovativen Behandlungsoptionen für alle Altersgruppen von Patienten vorgehalten werden.

Modernste Methoden der molekularpathologischen Diagnostik sind im eigenen Institut der LMU verfügbar oder werden in Kooperation mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und dem Standort Heidelberg im Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) mit innovativen Geräten zur DNA-Entschlüsselung – „Next Generation Sequencing“ – eingesetzt. Bildgeführte (IGRT = Image-Guided Radiation Therapy) intensitätsmodulierte (IMRT = Intensity-Modulated Radiation Therapy) und stereotaktische Radiotherapietechniken (SRS = Stereotactic Radiosurgery beziehungsweise SBRT = Stereotactic Body Radiation Therapy) ermöglichen hochpräzise Bestrahlungen unter besonderer Schonung des umliegenden Gewebes in allen Körperregionen.

Ein moderner 1.5-Tesla-Magnetresonanztomograph

Die Kooperation mit dem Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrum stellt auch für operativ nicht oder nur mit einem erheblichen Funktionsverlust behandelbare Tumoren den Zugang zum modernsten derzeit weltweit zur Verfügung stehenden Partikeltherapieverfahren sicher.

Die Hyperthermie-Einheit der Medizinischen Klinik III ist mit 3 Hyperthermiesystemen für die Behandlung von Tumoren im Bereich des Abdomens/Beckens sowie der Extremitäten von Erwachsenen und Kindern sowie einem System für die Behandlung von oberflächlichen Tumoren ausgestattet. Durch die Integration eines modernen 1.5-Tesla-Magnetresonanztomographen kann zusätzlich eine dreidimensionale Temperaturüberwachung durchgeführt werden.

Quelle: LMU, 26.06.2018