Die Influenza-Saison 2017/18

Erste Todesopfer

Wie jedes Jahr sollten sich auch in dieser Saison wieder die empfohlenen Personengruppen gegen Influenza impfen lassen, denn seit der 40. Meldewoche wurden laut RKI schon drei Todesfälle mit Influenzainfektion bekanntgegeben.

Spritze

Eine Grippeimpfung sollte im Oktober oder November erfolgen. | fotolia/sharryfoto

Nicht für jeden wird derzeit explizit eine Influenzaimpfung empfohlen. Bei gesunden Kindern und Jugendlichen und Erwachsenen unter 60 Jahren rät die „STIKO“ nicht explizit zur Influenzaimpfung. Es besteht in der Regel keine schwerwiegende Gefahr, wenn diese an Grippe erkranken sollten. Dagegen empfiehlt die „STIKO“ Erwachsenen ab 60 Jahren und Menschen mit Grundkrankheiten (wie zum Beispiel chronische Krankheiten der Atmungs­organe, Herz- oder Kreis­lauf­krank­heiten, Leber- oder Nierenkrankheiten, Diabetes oder andere Stoff­wechsel­krank­heiten, chronische neurologische Grundkrankheiten wie zum Beispiel Multiple Sklerose mit durch Infektionen getriggerten Schüben, angeborene oder erworbene Immundefizienz oder HIV) die Grippeimpfung, da ein erhöhtes Risiko besteht, schwere oder tödliche Krankheitsverläufe zu erleiden.

Influenza

Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Grippeschutzimpfung für Ältere, chronisch Kranke und Schwangere.

weiterlesen

Jährliche Impfung

Frauen, die in der Influenzasaison schwanger sind, Asylsuchende und medizinisches Personal (zum Eigenschutz aber auch zum Schutz der Patienten), sollten sich ebenfalls jährlich gegen Influenza impfen lassen. Jedoch wird Menschen mit Fieber, schwerer Allergie gegen Hühnereiweiß und anderen Bestandteilen des Impfstoffes sowie Kindern, die eine Salicylat-Therapie erhalten, unter Asthma oder klinischer Immunschwäche leiden, von einer Influenzaimpfung abgeraten.

Eine Impfung sollte im Oktober oder November erfolgen, damit die Impfstoffe bis zur Grippewelle, die in der Regel vor allem zwischen Anfang Januar bis Ende März stattfindet, wirken können. Jedoch zirkulieren im Herbst auch andere Atemwegsinfektionen, bei Ansteckung weist dies allerdings nicht auf Impfversagen hin, wie oft vermutet wird. Der Impfstoff wirkt folglich nur bei den passenden Viren, weshalb der Impfstoff auch jedes Jahr verändert wird. Dazu bestimmen Referenzlaboratorien die kursierenden Influenzaviren, um den passenden Impfstoff zu finden. Die saisonale Influenza wird laut RKI derzeit von A(H1N1)-, A(H3N2)- und zwei Gruppen der Influenza-B-Viren (Victoria- und Yamagata-Linie) verursacht.

Kein 100% Schutz

Wenn man trotz der Impfung krank werden sollte, kann das daran liegen, dass in der Inkubationszeit geimpft wurde, oder dass die Infektion in den ersten zehn bis 14 Tagen nach der Impfung erfolgt ist und somit nicht wirken kann. Auch die sich ständig ändernden Eigenschaften der Viren sowie das weniger ansprechende Immunsystem älterer Menschen bei Impfungen können zu Infektionen trotz Impfung führen. Die Wirkung der Influenzaimpfung hält circa sechs bis zwölf Monate an, somit ist zu einer jährlichen Impfung für die empfohlene Personengruppe zu raten.

Für die Saison 2015/16 hatten sich 56 Prozent der Ärzte und Ärztinnen, 35 Prozent des Pflegepersonals und 27 Prozent der therapeutischen Berufstätigen und gerade einmal 35 Prozent der über 60-Jährigen und elf Prozent der Schwangeren gegen Influenza impfen lassen, dies weist eindeutig auf eine zu niedrige Impfquote hin. Selbst mäßige Impfquoten, wie sie aktuell in Deutschland üblich sind, können ungefähr 400.000 Erkrankungsfälle p.a. durch Grippe bei den über 60-Jährigen verhindern. Viele unterschätzen immer noch die Auswirkungen von Influenza. Die Impfung ist wichtig, auch wenn es nie einen 100%igen Schutz geben kann, da sich die kursierenden Viren auch im Laufe der Saison verändern können. Der Schutz beträgt höchstens 80 Prozent, wenn der passende Impfstoff zum Virus geimpft wurde. Für die über 60-Jährigen gibt es Impfstoffe mit Wirkverstärker (meistens sind es Emulsionen, wie zum Beispiel MF59, AS03) oder Virosomen, die eingesetzt werden. Lokale Nebenwirkungen können allerdings bei diesen Impfstoffen in erhöhtem Maße auftreten.

Zusätzliche Impfung gegen Pneumokokken

Bei Kindern von sechs bis 36 Monaten wird eine halbe Erwachsenendosis empfohlen und ab dem 36. Monat schon die ganze Erwachsenendosis. Außerdem wird eine zusätzliche Impfung gegen Pneumokokken für Kleinkinder bis zwei Jahre, bei über 60-Jährigen und bei Kindern und Jugendlichen mit erhöhter gesund­heit­licher Gefähr­dung, empfohlen.

Nebenwirkungen der Impfung können Fieber, Frösteln oder Schwitzen, Müdigkeit, Kopf-, Muskel- oder Gliederschmerzen, schwellende Impfstelle, leichte Schmerzen oder eine Rötung an der Impfstelle sein. Allerdings erscheinen die Nebenwirkungen kurzzeitig. Bei Personen mit einer Immunschwäche können die Folgen bei einer ernsthaften Erkrankung an Influenza auch tödlich sein, weshalb zu einer jährlichen Impfung geraten wird.  

 Quelle: RKI, STIKO