IQWiG legt finale Fassung vor

Entscheidungshilfe Mammographie-Screening

Das IQWiG hat die finale Fassung der Entscheidungshilfe für das Mammographie-Screening vorgelegt. Es wurden Vorschläge aus der Anhörung aufgegriffen. Die Vor- und Nachteile werden für einen 20-Jahres-Zeitraum dargestellt.

Mammographie

Mammographie | MBq, CC BY-SA 3.0, Wikimedia

Seit 2009 wird die Brustkrebs-Früherkennungsuntersuchung (Mammographie-Screening) deutschlandweit angeboten. Dazu bekommen Frauen im Alter zwischen 50 und 69 alle zwei Jahre eine Einladung zur Mammographie und eine Informationsbroschüre (Merkblatt). Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beauftragte das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), eine Entscheidungshilfe zu entwickeln, um Frauen beim persönlichen Abwägen von Vor- und Nachteilen besser zu unterstützen. Diese Entscheidungshilfe hat das IQWiG jetzt in ihrer finalen Fassung veröffentlicht. Darin eingeflossen sind Vorschläge aus der Anhörung ebenso wie Ergebnisse weiterer Nutzertests.

Zweistufiger Prozess

Der Auftrag wurde in zwei Stufen bearbeitet: Die erste Stufe umfasste die Überarbeitung des seit 2010 im Mammographie-Programm eingesetzten Merkblatts und des Einladungsschreibens. Dieses vom IQWiG erarbeitete Merkblatt wird bereits seit Januar 2016 mit den Einladungen zur Mammographie verschickt.

In der zweiten Stufe wurde das Merkblatt zusammen mit Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen der Universitätsklinik Hamburg zu einer Entscheidungshilfe weiterentwickelt und das Einladungsschreiben entsprechend angepasst. Die Entwürfe hatte das Institut im März 2016 vorgelegt und in einem Stellungnahmeverfahren zur Diskussion gestellt. In die jetzt als Abschlussbericht veröffentlichte Fassung sind die Ergebnisse des Stellungnahmeverfahrens eingeflossen sowie letzte Änderungen, die sich aus einem abschließenden Nutzertest der Materialien an 1.000 Frauen ergaben.

Cone-Beam Brust-CT

Das deutsche Früherkennungsprogramm für Brustkrebs setzt ganz auf die Mammographie. Doch diese Methode hat nicht zuletzt bei Frauen mit dichtem Brustdrüsengewebe Grenzen: Je dichter die Brust, desto schwieriger wird es, bösartige Tumore zu erkennen.

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Entscheidungsfindung wird unterstützt

Ein wesentliches Element der Weiterentwicklung ist ein „Instrument zur Präferenzklärung“. Dazu fasst die Entscheidungshilfe auf einer Doppelseite die wesentlichen Vor- und Nachteile der Teilnahme an der Mammographie noch einmal zusammen. Jede Frau kann dann für sich einordnen, wie wichtig der eine oder andere Aspekt für sie ist.

Im abschließenden Nutzertest zeigte sich, dass die Mehrzahl der Frauen diese Kombination aus Zusammenfassung und Möglichkeit zur Bewertung gut fand, auch wenn nicht jede die Bewertung nutzte. „Dieses Instrument ist vor allem als Angebot für Frauen gedacht, deren Entscheidung noch nicht feststeht“, sagt Klaus Koch.