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Droht Versorgungsdefizit?

Bundesweite Online-Befragung
ab
1.800 Einrichtungen und Dienste des Gesundheitswesens zu Impfquoten und Anzahl der zu versorgenden Menschen vor und nach Umsetzung der einrichtungsbezogenen Impfpflicht befragt
Auf Basis vorliegender Daten wird zum Stichtag 16.3.2022 ein Versorgungsdefizit von durchschnittlich 15,3 % erwartet © hkama/stock.adobe.com
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Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Alice Salomon Hochschule (ASH) Berlin befragten rund 1.800 Einrichtungen und Dienste des Gesundheitswesens zu Impfquoten und Anzahl der zu versorgenden Menschen vor und nach Umsetzung der einrichtungsbezogenen Impfpflicht. Ergebnis: Zum Stichtag 16.3.2022 wird mit einem Versorgungsdefizit von durchschnittlich 15,3 % gerechnet. 

Im Dezember 2021 wurde in dem Rahmen die sogenannte einrichtungsbezogene Impfpflicht verabschiedet. Demnach müssen Personen, die weder ausreichend geimpft noch genesen sind, mit einem Betretungsverbot durch die Gesundheitsämter rechnen.Prof. Dr. Johannes Gräske, Professor für Pflegewissenschaften und Leiter des Studiengangs Pflege, und Theresa A. Forbrig, M.Sc., führten vom 23. Januar 2022 bis zum 15. Februar 2022 eine bundesweite Online-Befragung durch, um bisher fehlende systematische Informationen zu erheben. Befragt wurden rund 1.800 Gesundheitseinrichtungen und -dienste zu Impfquoten und Auswirkungen durch die Impfpflicht auf die Versorgungskapazitäten erfragt

Impfquote bei 82 %

In den gut 1.800 teilnehmenden Einrichtungen und Diensten arbeiten knapp 130.000 Pflegende. Die Studienergebnisse zeigen, dass diese Pflegende in hohem Maße bereits geimpft sind. Die Impfquote liegt mit über 82 % über der der Allgemeinbevölkerung. Zwar gehen die befragten Leitungskräfte davon aus, dass die Impfquote noch weiter steigen wird, allerdings wird sie den Schätzungen zufolge unter 90% bleiben. Dies hat bei konsequenter Umsetzung des Betretungsverbotes direkte Auswirkungen auf die Versorgungskapazität.

Versorgungsdefizit von 15,3 % 

Auf Basis vorliegender Daten wird zum Stichtag 16.3.2022 ein Versorgungsdefizit von durchschnittlich 15,3 % erwartet. Bezogen auf die einzelnen Versorgungsformen bedeutet dies, dass in der ambulanten Pflege rund 200.000 Menschen (-19,9%), in Krankenhäusern rund 2.5 Millionen (-13,1 %) und in der stationären Langzeitpflege rund 50.000 (-5,9%) Menschen pflegerisch nicht versorgt werden können.

Empfehlungen an die Politik

 Gräske und Forbrig schlussfolgern: Aus den Ergebnissen der Umfrage ergeben sich folgende Empfehlungen für die Politik, wie eine Unterversorgung im Bereich der Pflege vermieden werden kann.

  • Ernstnehmen von Sorgen der Einrichtungen / Dienste
  • Kommunikation bezüglich der Einhaltung des §20a IfSG
  • Aufklärung über Notwendigkeit von Impfungen gegen das Corona-Virus in den Einrichtungen / Diensten vor Ort zielgruppenspezifisch anbieten
  • Bereitstellung alternativer Impfstoffe (bspw. Novavax®)
  • Entwicklung von Notfallplänen, falls die Versorgung nicht mehr sichergestellt werden kann
  • Berücksichtigung der zusätzlichen Arbeitsbelastung durch geringere Personalausstattung

Originalpublikation:
www.ash-berlin.eu/studium/studiengaenge/bachelorstudiengang-pflege/profi... Zusammenfassung der Studienergebnisse

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