Crowdfunding-Ziel

Eine Million Euro für Krebstherapie-Forschung

Ziel: In drei Jahren in der klinischen Anwendung

„Die HemiBodies produzieren wir in unserem Labor am Uniklinikum Würzburg selbst. Die technischen Anforderungen hierfür sind enorm“, unterstreicht Dr. Bumm. Und Prof. Einsele ergänzt: „Keine andere Arbeitsgruppe weltweit hat diese Art von Antikörperfragmenten jemals hergestellt oder getestet. Unser Ziel ist es, diese vielversprechende Immuntherapie in Würzburg weiterzuentwickeln und in vier bis fünf Jahren in die klinische Anwendung zu bringen.“

Aktuell befindet sich die HemiBody-Technik in der sogenannten prä-klinischen Entwicklung. Im Forschungslabor werden die neuen Antikörperfragmente an Krebszellen getestet. Diese Arbeit wird noch bis 2017/18 dauern. Für Ende 2018 sind dann erste sogenannte klinische Phase-1 und Phase-2 Studien in Würzburg geplant. In diesen Studien werden die HemiBodies bei Myelom-Patienten auf ihre Wirksamkeit getestet.

Finanzierungslücke bei translationaler Forschungsförderung

„Für diese langwierige Entwicklungsarbeit aus dem Forschungslabor hinein in die Klinik benötigen wir viel und gut ausgebildetes Personal sowie hochtechnologische Geräte. Die Crowdfunding-Initiative ist eine Chance, unsere wissenschaftliche Arbeit noch schneller voranzubringen“, freut sich Prof. Einsele. Und Prof. Matthias Frosch, Dekan der Medizinischen Fakultät der Uni Würzburg präzisiert: „Im Gegensatz zu der mit öffentlichen Mitteln gut geförderten Grundlagenforschung gibt es für die translationale Forschungsförderung noch großen Nachholbedarf. Die Grundausstattung der Universitäten und Medizinischen Fakultäten wird immer knapper, so dass auch für extern geförderte Projekte zunehmende Engpässe in der Co-Finanzierung aus Haushaltsmittel bestehen.“

Landtagspräsidentin Barbara Stamm als Schirmherrin

Barbara Stamm, die Präsidentin des Bayerischen Landtags, sieht das ähnlich: „Forschung ist teuer – aber sie ist eigentlich sogar unbezahlbar, wenn es um die Gesundheit und damit letztendlich um unser Leben geht.“ Deshalb unterstütze sie als Schirmherrin die Schwarmfinanzierungskampagne des Vereins „Hilfe im Kampf gegen Krebs e.V.“.

Eine moderne Form der Bürgerbeteiligung

Konkret handelt es sich bei dem jetzt gestarteten Finanzierungsvorhaben unter dem Titel „Dein Immunsystem wird deine eigene Waffe gegen Krebs“ um ein Crowdfunding auf Spendenbasis (englisch: „donation-based“). Im Gegensatz zu anderen Formen der Schwarmfinanzierung gibt es hier für die Investoren keine direkte Gegenleistung, die Wohltätigkeit steht im Vordergrund. „Wir glauben, dass Crowdfunding nicht nur eine zeitgemäße Art der Spendenakquise ist, sondern für viele Menschen und Unternehmen auch eine moderne Form, sich mit einem Thema zu identifizieren und Teil der Lösung einer großen gesellschaftlichen Aufgabe zu werden“, sagt Gabriele Nelkenstock.

Und Anja Simon, die Kaufmännische Direktorin des UKW, pflichtet ihr bei: „Bürgerschaftliches Engagement auch zur Forschungsunterstützung ist auf Grund der angespannten öffentlichen Kassen immer gefragter. Crowdfunding ist eine gute Möglichkeit, mit kleinem Einsatz eines jeden Einzelnen etwas Großartiges zu verwirklichen.“

Dabei ist einer der essentiellen Vorteile des Crowdfundings dessen hohe Transparenz. So kann der aktuelle Spendenstatus zu jedem Zeitpunkt online abgerufen werden.

Überregionale Werbung für den Forschungsstandort Würzburg

Neben der angepeilten Anschubfinanzierung von einer Million Euro hat das Projekt die Chance, weitgreifend für den Forschungsstandort Würzburg zu werben. Schließlich soll das Vorhaben – wie beim Crowdfunding üblich – überregional bekannt gemacht werden, hauptsächlich über Online-Kanäle, wie Facebook, Twitter und Youtube. „Das Projekt ist ein gutes Beispiel für die translationale Forschung, die wir am Uniklinikum Würzburg besonders vorantreiben. Vom Design des Medikamentes bis zum Einsatz und zur Überprüfung der Wirksamkeit am Patienten – dafür haben wir auch international ein hohes Renommee“, unterstreicht Prof. Georg Ertl, der Ärztliche Direktor des UKW.

Details unter www.helpingisbeautiful.de

Eigens für das Projekt startet „Hilfe im Kampf gegen Krebs e.V.“ einen neuen Internetauftritt unter www.helpingisbeautiful.de. Hier sollen die Investoren und die interessierte Öffentlichkeit per Texten, Bildern und Videos alle Fakten zum Vorhaben an sich erhalten sowie tagesaktuell über Aktionen und Veranstaltungen informiert werden.

Spenden über neue Plattform der Sparkasse Mainfranken

Auf der logistisch-technischen Seite unterstützt die Sparkasse Mainfranken Würzburg das am 25. April 2016 offiziell gestartete Projekt durch das Bereitstellen einer neuen, regionalen Online-Spendenplattform. „‚Dein Immunsystem wird deine eigene Waffe gegen Krebs‘ ist das erste und bisher einzige Projekt, das sich unter www.einfach-gut-machen.de/mainfranken präsentiert. Dort haben die Nutzer die Möglichkeit, einfach und online zu spenden“, kündigt Stefan Hebig, der Leiter der Kommunikationsabteilung der Sparkasse Mainfranken Würzburg, an. (idw, red)