Organspende

Eine Gemeinschaftsaufgabe

Anlässlich des europäischen Tags der Organspende am 9. September wurde über alle Grenzen hinweg den Organspendern und ihren Familien gedankt. Die diesjährige zentrale Veranstaltung in Bern erinnerte daran, wie wichtig die Entscheidung jedes Einzelnen für die Patienten auf den Wartelisten sein kann.

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Ein Angehörigengespräch | dso.de

Mehr als 143.000 Menschen sind es, die in Europa auf ein neues Organ warten. „Der europäische Tag der Organspende soll uns daran erinnern, dass Organspende und Transplantation eine Gemeinschaftsaufgabe der Gesellschaft, der Politik und der Medizin ist - und das über die Grenzen von Deutschland hinaus“, erklärt Dr. med. Axel Rahmel, Medizinischer Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO). 

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Jahrestagung der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO): Im Fokus stehen Unterstützungsangebote der DSO, strukturelle Verbesserungen, das Transplantationsregister und der Wunsch nach mehr Wertschätzung für die Organspender und ihre Angehörigen

 

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Ein wichtiger Erfolgsfaktor, um die Situation der Menschen auf den Wartelisten zu verbessern, ist die internationale Zusammenarbeit der Länder untereinander. Allein in Deutschland konnten in den letzten 50 Jahren fast 130.000 Organe erfolgreich transplantiert werden. „Das verdanken wir auch dem grenzüberschreitenden Austausch mit anderen Ländern der europäischen Gemeinschaft“, betont Rahmel.

Insbesondere der Zusammenschluss der acht Mitgliedsländer des Eurotransplantverbundes (Niederlande, Belgien, Luxemburg, Österreich, Slowenien, Kroatien, Ungarn und Deutschland) erhöht für alle Patienten die Chance, schneller ein medizinisch passendes Organ zu erhalten. „Das ist besonders für Patienten, die dringlich auf ein lebensrettendes Organ warten, von Bedeutung. Aber auch Kinder sowie Patienten mit seltenen Gewebeeigenschaften haben bessere Aussichten, ein für sie sehr gut passendes Organ zu bekommen“, erläutert der Mediziner.

Neue Fortschritte der Transplantationsmedizin

Zudem verdanken seit Jahren mehr Patienten in Deutschland ihr Leben einem Organ aus dem Ausland als umgekehrt, sagt Rahmel. So wurden im vergangenen Jahr in Deutschland 175 Organe mehr aus den Mitgliedsstaaten des Eurotransplant-Verbundes transplantiert, als aus Deutschland dorthin abgegeben wurden. Die Zuteilung der Organe an die rund 15.000 Wartelisten-Patienten erfolgt durch die Stiftung Eurotransplant im niederländischen Leiden entsprechend festgelegter Richtlinien. Zentrale Kriterien sind dabei die Erfolgsaussicht und die Dringlichkeit.

Darüber hinaus hat die Transplantationsmedizin - auch dank des intensiven internationalen Wissensaustausches in den letzten Jahren - neue Fortschritte erzielt. Die intensive Vorbereitung und Auswahl eines geeigneten Spenderorgans sowie modernste Operationstechniken spielen ebenso eine Rolle wie die Entwicklung spezieller Transportsysteme zum Schutz und der Konservierung der entnommenen Organe. Viele Organempfänger leben über Jahre bis sogar Jahrzehnte mit dem gespendeten Organ und feiern dankbar die Jahrestage ihrer Transplantation.

Quelle: DSO, 08.09.2017