Wie kam es zur Verbandsgründung?

dvta – die ersten Jahre

Es war ein weiter, schwieriger Weg, denn damals existierten vier Berufsverbände für MTA. Die verhältnismäßig kleine Berufsgruppe war also aufgesplittert und jeder kochte sein eigenes Süppchen.

dvta – die ersten Jahre

Die ersten Büroräume | © DVTA

Die Initiative übernahm damals der „Deutsche Verband Technischer Assistentinnen e.V. Bremen“. Wir vom Vorstand des so genannten „Bremer Verbandes“ sahen die Notwendigkeit eines Zusammenschlusses, denn nur die Einigkeit macht stark. Zuerst erreichten wir nur eine Arbeitsgemeinschaft, die allerdings bei ihren Sitzungen doch schon einiges koordinieren konnte. Das reichte uns jedoch nicht: Wir wollten die drei weiteren Verbände zu einem Zusammenschluss bewegen. Ein hartes Stück Arbeit, denn keiner wollte zurückstecken und seine Vorstellungen aufgeben. Aber letztlich siegten das Verständnis und die Vernunft, aus vier Verbänden einen schlagkräftigen Verband zu bilden.

Es schlossen sich zusammen:

  • die Deutsche Gesellschaft Medizinisch-technischer Assistentinnen e.V.
  • der Deutsche Berufsverband Technischer Assistentinnen e.V., Bremen,
  • der Verband Technischer Assistentinnen im VWA Stuttgart sowie
  • die Vereinigung der MTA in der Radiologie

Am 30. August 1969 fand die Gründungsversammlung im Hotel Villa Hügel in Essen statt. Der dvta war geboren. Auf der konstituierenden Sitzung wurde ein Vorstand gewählt:

1. Vorsitzende: Astrid Kamp, Essen

© DVTA

Vorsitzende Radiologie: Margret Schlinkert, Essen

Vorsitzende Labor: Hildegard v. Morsbach, Berlin

Schatzmeisterin: Dorothea Walcker, Berlin

Stellv. Schatzmeisterin: Lieselotte Jost, Homburg/Saar

Schriftführerin: Jutta Altmann, Bielefeld

Stellv. Schriftführerin: Grete Maier, Würzburg

Als Beraterin stand uns Frau lrma Blohm, MdB, in allen berufspolitischen Fragen zur Seite.

Die Geschäftsstelle war gleichzeitig die Wohnung von Astrid Kamp. Dort konnte die Aufbauarbeit beginnen (unter wirklich primitiven Bedingungen, welche heute kaum vorstellbar sind). Die Mitglieder der Verbände mussten – soweit sie dies wollten – überführt werden, die neuen Mitgliedskarten wurden verschickt. Anfangs kamen wir auf 2.000 Mitglieder. Als diese bürokratische Arbeit geschafft war, konnten wir weiter aufbauen und verbessern: Landesgruppen mussten gegründet werden, die internationalen Verbindungen ausgeweitet und intensiviert werden. Allerdings waren den Gründerinnen zum Teil auch die Hände gebunden, denn es fehlte an Geld. Dennoch fühlten wir uns damals wie eine große Familie, was der ehrenamtlichen Tätigkeit viel Schwung gab.

Berufspolitisch lagen viele Probleme an. Das neue Berufsbildungsgesetz stand auf der Tagesordnung. Wir forderten bereits damals eine dreijährige Ausbildung. Eine Trennung der Ausbildung in die Fachrichtungen Radiologie und Labor lehnten die Mitglieder damals in einer Befragung ab.

Beschlossen wurde auch die Herausgabe einer Verbandszeitschrift. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es „Die Technische Assistentin“ (Zeitschrift des Bremer Verbandes, Schriftleitung Astrid Kamp). Diese wurde in einer Essener Druckerei gedruckt, aber für den gesamten Inhalt war der Verband zuständig. Selbst die Anzeigen mussten wir einholen. 1970 erschien dann die Zeitschrift DVTA, die nun im Demeter Verlag, Gräfelfing, hergestellt wurde. Es folgten die Zeitschriften MTA, dann die MTA PRAXIS. Inzwischen erschien die Zeitschrift monatlich. Die verlagstechnischen Aufgaben übernahm nun der Verlag, der Heftumfang konnte erweitert werden und die Artikel wurden honoriert. Die Zeitschrift konnte auch abonniert werden, das Layout wurde ständig verbessert und dem Trend der Zeit angepasst.

Nach vier Jahren Amtszeit von Astrid Kamp wurde eine neue Bundesvorsitzende an die Spitze des Verbandes gewählt: Jutta Altmann, Bielefeld, übernahm mit viel Engagement die Leitung des dvta. Die finanzielle Situation des Verbandes erlaubte es mittlerweile, eine Wohnung als Geschäftsstelle anzumieten und eine hauptamtliche Geschäftsführerin einzustellen. Die Aufbaujahre waren geschafft, professionell konnte es weitergehen.

Unveränderter Nachdruck aus dem Jubiläumsheft 2009.

 

Entnommen aus MTA Dialog 2/2019