ARD-Serie

Drehstart für dritte Staffel "Charité"

1961 ist das Jahr des Mauerbaus. Die dritte Staffel der ARD-Serie „Charité“ erzählt von einer Zeit, in der die Ärztinnen und Ärzte moralisch, politisch wie auch persönlich an ihre Grenzen gehen und Haltung zeigen müssen.

Charité

Drehstart für die dritte Staffel "Charité" (v.l.nr.): Regisseurin Christine Hartmann, Kamera Holly Fink, Muriel Bielenberg (Christa Rösler), Nina Kunzendorf (Dr. Ingeborg Rapoport), Patricia Meeden (Schwester Arianna) und Anatole Taubman (Prof. Mitja Rapoport) | ARD/Stanislav Honzik

1961 ist das Jahr des Mauerbaus und damit des Umbruchs und der Improvisation. Das weltbekannte Berliner Krankenhaus Charité liegt unmittelbar am Grenzgebiet. Ab dem 13. August bestimmt die Mauer die Abläufe und den Arbeitsalltag im gesamten Klinikbereich. Die dritte Staffel erzählt von einer Zeit, in der die Ärztinnen und Ärzte moralisch, politisch wie auch persönlich an ihre Grenzen gehen und Haltung zeigen müssen. Vor diesem medizinhistorischen Hintergrund verknüpft die dritte Staffel erneut historische mit fiktionalen Charakteren – zu den Koryphäen jener Zeit zählen die Kinderärztin Prof. Ingeborg Rapoport, der Gerichtsmediziner Prof. Dr. Otto Prokop und der Gynäkologe Prof. Dr. Helmut Kraatz.

Die Charité

Am 19. Februar läuft die neue Staffel von „Die Charité“ an. Für „Charité II“ haben die Autorinnen einen Sprung vom 19. ins 20. Jahrhundert unternommen.

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Jana Brandt, Leiterin der ARD-Gemeinschaftsredaktion Serien im Hauptabendprogramm: „Die Charité bleibt das Herz unserer Medizinserie und unsere Konstante auf der Reise durch die Zeit – ebenso wie unsere weibliche Erzählperspektive. Die junge Ärztin Ella, die sich nach dem frühen Tod der Mutter dem Kampf gegen den Krebs verschrieben hat, führt uns in die Zeit des Mauerbaus. Arbeiten und Forschen in der Charité werden buchstäblich zur Grenzerfahrung: Die Mauer verläuft plötzlich entlang des Klinikgeländes, hier liegt bald der erste Mauertote – begutachtet durch den berühmten Pathologen Prokop. Der Österreicher gehört zu den prägenden Köpfen der Klinik und ist ein wertvoller Mentor für Ella. Mit ihr erleben wir politisch wie persönlich schwierige Zeiten, aber auch den großen Zusammenhalt und die Leidenschaft, mit der sich die Ärzteschaft für das Wohl ihrer Patientinnen und Patienten einsetzt. Zugleich erzählen wir mit der dritten Staffel Emanzipationsgeschichte: Wir zeigen Medizinerinnen in der jungen DDR, die selbstbewusst alte Zöpfe abschneiden und in Forschung wie Heilung neue Wege gehen.“

Worum geht es?

Berlin, Sommer 1961: Die junge Ärztin Dr. Ella Wendt (Nina Gummich) kommt aus der Provinz an die Charité in Berlin. Das Krankenhaus steht in diesen Tagen vor großen Problemen, immer mehr Ärzte und Pflegepersonal zieht es in den Westen – die Charité droht personell auszubluten. Dr. Ella Wendt hofft, an der Charité ihre Forschung zur Krebsfrüherkennung voranzubringen, und sucht den Kontakt zu Prof. Otto Prokop (Philipp Hochmair), der einen herausragenden Ruf als Serologe genießt. Prokops eigentliches Steckenpferd ist jedoch die Gerichtsmedizin. Seine Obduktionen tragen zur Klärung von Kriminalfällen bei, deren Ergebnisse er in einem Atlas der Gerichtsmedizin zusammenstellt. Auch die ersten Mauertoten liegen auf seinem Tisch.

Ella kann nur nach Feierabend forschen, denn die Arbeit auf der Inneren Station fordert sie. Sie stemmt den Klinikalltag gemeinsam mit ihrem ehemaligen Kommilitonen Dr. Alexander Nowack (Max Wagner). Doch die politischen Ereignisse erschüttern das gegenseitige Vertrauen. Besonders als Ella sich zunehmend auf den Chirurgen Dr. Curt Bruncken (Franz Hartwig) einlässt, der sie mit seinem Freiheitsdrang und seiner rebellischen Art fasziniert.

Demgegenüber steht die leidenschaftliche Kinderärztin Ingeborg Rapoport (Nina Kunzendorf) als überzeugte Anhängerin der sozialistischen Idee. Rapoport entwickelt als Spezialistin der Säuglingsmedizin einen visionären Ansatz, um die Säuglingssterblichkeit zu senken. Damit eckt sie immer wieder bei dem konservativ denkenden Gynäkologen Prof. Helmut Kraatz (Uwe Ochsenknecht) an.

Die Drehbücher stammen von den Autoren Stefan Dähnert, Regine Bielefeldt und John-Hendrik Karsten, nach einer Konzeption von Sabine Thor-Wiedemann, Christine Otto und Jakob Hein. Fachberater der Serie sind Prof. Thomas Schnalke (Medizinhistoriker, Leiter Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité), Dr. Sven Hartwig (Abteilungsleiter Forensische Toxikologie der Charité, Oberarzt), Dr. Rainer Herrn (Mitarbeiter am Institut für Geschichte der Medizin und Ethik der Charité) sowie Prof. Dr. Michael Tsokos (Leiter des Instituts für Rechtsmedizin der Charité).

Gedreht wird bis Anfang März 2020 in Tschechien. Der Sendetermin im Ersten steht noch nicht fest.


Quelle: ARD, 05.12.2019