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Digitale Hilfe bei Eierstockkrebs

Jährlich erkranken laut Deutschem Krebsinformationsdienst rund 7.500 Frauen in Deutschland an dem bösartigen Krebs. Ärzte erkennen ihn oft erst in weit fortgeschrittenem Stadium.

Digitale Hilfe bei Eierstockkrebs

Jede „Themenreise“ widmet sich einem Schwerpunktthema wie beispielsweise „Erschöpfung mindern“, „Kontrolle gewinnen“ oder „Kraftquellen aktivieren“.

Nach neuen Schätzungen liegt bei etwa jeder fünften Frau mit Eierstockkrebs eine genetische Veränderung vor (erblich bedingter Eierstockkrebs). Das Risiko, die veränderte Erbanlage an seine Nachkommen zu vererben, liegt bei 50:50. Das veränderte Gen kann dabei von der Mutter oder vom Vater stammen. Das Berliner Digital-Healthcare-Unternehmen Fosanis hat zusammen mit dem gynäkologischen Tumorzentrum der Charité Berlin einen interaktiven Themenbereich für Frauen mit Eierstockkrebs entwickelt. Integriert ist dieser in die „Themenreisen“ der App Mika. Mika ist laut Anbieter die erste digitale Gesundheitsanwendung (DiGA), die für Krebs in das Verzeichnis des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) aufgenommen wurde. Die App kann (nach dem kostenlosen Test) laut Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) von Ärzten und Psychotherapeuten per Rezept verordnet werden.

„Themenreisen“ sind eines der wesentlichen Bestandteile von Mika. Sie werden unter anderem mit Onkologen und Psychoonkologen der Charité Berlin und dem Universitätsklinikum Leipzig entwickelt. Jede „Themenreise“ widmet sich einem Schwerpunktthema wie beispielsweise „Erschöpfung mindern“, „Kontrolle gewinnen“ oder „Kraftquellen aktivieren“. Sie bieten Achtsamkeits-, Bewegungs-, Entspannungs-, Erklär- und Informationsbeiträge sowie Tagebuch- und Journalübungen, die aufeinander aufbauen. Das Ziel ist es, Betroffenen dabei zu helfen, die seelischen und körperlichen Folgen der Krankheit besser kennenzulernen und diese nachhaltig zu mindern. Die neue „Themenreise“ bietet Frauen mit Eierstockkrebs evidenzbasierte Informationen zu ihrer Erkrankung. Prof. Dr. Jalid Sehouli, Direktor der Klinik für Gynäkologie mit Zentrum für onkologische Chirurgie an der Charité Berlin, erklärt dort, wie Ärzte/-innen Eierstockkrebs erkennen und wie der Behandlungspfad aussieht, von der Operation über die Chemo- bis zur Erhaltungstherapie. Begleitet wird diese „Themenreise“ von den persönlichen Erfahrungsberichten der Kunsthistorikerin Jutta Vinzent, die mit 43 Jahren die Diagnose Eierstockkrebs erhielt und seit fast zehn Jahren mit der Erkrankung lebt. Sie berichtet davon, wie sie damit umgeht und was ihr Kraft und Zuversicht gibt. Der Anbieter betont, dass alle Datensätze auf deutschen Servern liegen, für die höchste Sicherheitsstandards gelten. Sämtliche personenbezogenen Daten der Mika-App würden nur in Rechenzentren gespeichert, die nach ISO 27001 zertifiziert sind.

Weitere Informationen auf der Mika-Webseite: www.mitmika.de; erforderliche Android-Version 6.0 oder höher beziehungsweise iOS 12.4 oder neuer.

 

Entnommen aus MTA Dialog 7/2021