Was für ein turbulentes Jahr 2020!

Die Digitalisierung der Weiterbildung

Das haben sich nicht nur unsere Teilnehmer/-innen und Dozenten/-innen, sondern auch wir von der Geschäftsstelle des DIW-MTA gedacht! Die rasante, weltweite Verbreitung des SARS-CoV-2 hat den Seminarbetrieb des DIW-MTA in diesem Jahr ordentlich auf den Kopf gestellt, aber dabei auch bis dahin ungeahnte Möglichkeiten und Optionen aufgezeigt, wie lebenslanges Lernen im Jahr 2020 aussehen kann.

Die Digitalisierung der Weiterbildung

© AntonioGuillem – istockphoto

Da ab März 2020 der reguläre Seminarbetrieb am DIW-MTA in Präsenz zuerst ganz und später zeitweise aufgrund der Kontaktbeschränkungen ausgesetzt werden musste, stellte sich die Frage, wie wir unsere Weiterbildungen in gleicher Qualität auch ohne persönlichen Kontakt aufrechterhalten können. Selbst wenn einige Weiterbildungsangebote aufgrund der Kurzfristigkeit der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie abgesagt oder verschoben werden mussten, konnten circa 70 Prozent der Weiterbildungsangebote von heute auf morgen digital über unser eigenes Videoportal BigBlueButton im Stud.IP oder über Zoom angeboten werden. Auch führte das DIW-MTA kurzfristige Schulungen für die Dozenten/-innen durch, um diese in die technischen Besonderheiten der digitalen Lehre einzuführen. Die gezwungenermaßen intensive Auseinandersetzung mit den Optionen der digitalen Lehre führte zu einem Zugewinn an digitaler Kompetenz, nicht nur bei unseren Mitarbeiterinnen in der Geschäftsstelle, sondern auch bei unseren Dozenten/-innen. Ein großer Dank sei an dieser Stelle an unsere Dozenten/-innen gerichtet, die sich den Herausforderungen der digitalen Lehre gestellt und mit Bravour gemeistert haben. Aber auch unseren Teilnehmern/-innen sei gedankt, die die digitalen Angebote begeistert aufgenommen haben.

So musste beispielsweise der Kurs „Patientennahe Sofortdiagnostik – Implementierung“, der Mitte Oktober 2020 als große Präsenzveranstaltung im Estrel Congress Center in Berlin geplant war, spontan als digitales Angebot stattfinden, da Berlin zwei Tage vor Seminarbeginn als erste Großstadt zum Risikogebiet ausgewiesen wurde und Reisen nicht mehr ohne Probleme für Teilnehmende und Dozenten/-innen möglich waren. Durch die in den Vormonaten gewonnenen Erfahrungen stellte dies jedoch kein Problem dar, und das Seminar fand kurzerhand digital statt. Sogar die geplante Gruppenarbeit konnte mithilfe der Breakout Sessions über Zoom stattfinden, sodass auch der persönliche Austausch unter den Teilnehmenden und Dozenten/-innen nicht zu kurz kam. Auch wenn das Seminar nicht als Präsenzseminar stattfinden konnte, waren alle Teilnehmenden und Dozenten/-innen mit dem digitalen Ablauf sehr zufrieden. Ob das kommende Seminar „Patientennahe Sofortdiagnostik – Intensivierung“, das vom 19. April bis 21. April 2021 geplant ist, als Präsenzveranstaltung in Berlin stattfindet oder erneut digital angeboten wird, wird der weitere Verlauf der Pandemie zeigen. Das DIW-MTA ist auf beide Szenarien gut vorbereitet.

Auch die Durchführung der Kurse „Repetitorium Mykologie“ und „Spezielle Mykologie“, die im Oktober 2020 in Potsdam stattfanden, zeigten die Unwegsamkeiten der Pandemie auf, die schlussendlich jedoch erfolgreich beseitigt werden konnten. Da der Dozent des Seminars, Roman Schwarz, aus Köln stammt, galt für ihn ein Beherbergungsverbot in Potsdam, sodass verschiedene Möglichkeiten im Vorfeld diskutiert wurden, wie das Seminar doch noch stattfinden könnte. Schlussendlich wurde das Beherbergungsverbot kurz vor Seminarbeginn von Gerichten gekippt, sodass Roman Schwarz regulär nach Brandenburg einreisen und unterrichten durfte. Nicht nur Roman Schwarz, sondern auch Frau Reuter sei für ihr Engagement gedankt, dass das Seminar so erfolgreich stattfinden konnte. Denn auch vor Ort musste ein ausgeklügeltes Hygienekonzept zur Durchführung des Seminars umgesetzt werden. So waren nur drei Teilnehmende vor Ort, die restlichen Teilnehmenden waren online zugeschaltet. Leider mussten demzufolge einige praktische Teile wie das selbstständige Mikroskopieren wegfallen, aber die online zugeschalteten Teilnehmenden konnten digital ihren Kollegen/-innen über die Schulter schauen und Fragen stellen. Für das kommende Jahr 2021 sind die Seminare bereits wieder terminiert, in der Hoffnung, dass sie regulär in Potsdam stattfinden können.

Seit Ende Oktober 2019 ist das DIW-MTA anerkannter Träger zur Durchführung von Anpassungslehrgängen für ausländisch erworbene MTLA-Abschlüsse im Land Nordrhein-Westfalen. Ziel dieser Anpassungslehrgänge ist es, dass Kollegen/-innen, die ihren MTLA-Abschluss im Ausland erworben haben, ihre Kompetenzen erweitern, die ihnen aufgrund der Unterschiede zur deutschen Ausbildung fehlen. So können die Teilnehmenden nach Abschluss der Anpassungsqualifikation, die durch ein behördliches Verfahren festgestellt wird, einen vollwertigen MTLA-Abschluss erlangen.

Auch die Durchführung dieser Lehrgänge ist geprägt durch die Pandemie und den damit verbundenden Kontaktbeschränkungen und Hygienevorgaben. Dem DIW-MTA ist es jedoch erfolgreich gelungen, den im Oktober 2020 stattfindenden Anpassungslehrgang zum Thema „Histologie“ auch mithilfe von digitalen Lehrangeboten durchzuführen. Heike Krauth, Dozentin aus Rostock, wurde beispielsweise digital den Teilnehmenden in Köln zugeschaltet, um deren Weg zur beruflichen Anerkennung ihrer im Ausland erworbenen Berufsabschlüsse zu ebnen.

Im Rahmen dieser Anpassungslehrgänge ist das DIW-MTA noch auf der Suche nach geeigneten Praktikumsstellen im Land Nordrhein-Westfalen. Um den Fachkräftemangel an qualifizierten MTLA zu minimieren, ist es für Unternehmen und Labore attraktiv, geeignete Kandidaten/-innen frühzeitig durch ein Praktikum an das Unternehmen zu binden. Bei freien Praktikumsstellen sowie weiteren Informationen zu den Anpassungslehrgängen wenden Sie sich bitte an die Geschäftsstelle des DIW-MTA in Berlin.

Auch wenn die Pandemie des SARS-CoV-2 die Digitalisierung der Lehre am DIW-MTA in einem enormen Tempo erfolgreich vorangebracht hat, kam an der ein oder anderen Stelle der persönliche Austausch sowohl zwischen den Teilnehmenden als auch zwischen den Dozenten/-innen zu kurz. Janine Romppel, Geschäftsstellenleitung des DIW-MTA in Berlin: „Das DIW-MTA hat das Jahr 2020 erfolgreich dazu genutzt, die zwangsweise notwendige Digitalisierung der Lehre als Chance zu nutzen. Auch wenn der persönliche Austausch manchmal zu kurz kam, können wir uns am DIW-MTA vorstellen, auch in Zukunft Seminare, die inhaltlich und didaktisch dafür geeignet sind, online anzubieten.“

Die kommenden Wochen und Monate werden weiterhin durch die Pandemie geprägt und somit für den Seminarbetrieb ereignisreich bleiben. Das DIW-MTA und seine Dozenten/-innen sind sich dieser Situation bewusst und gut aufgestellt. Dementsprechend freuen wir uns darauf, Sie in einem unserer Weiterbildungsangebote begrüßen zu dürfen – sei es bei einer Präsenzveranstaltung oder in einem online angebotenen Seminar. Bleiben Sie gesund!

Die Anmeldung zu den Seminaren findet wie gewohnt über unsere Kommunikationsplattform Stud.IP statt.

 

Entnommen aus MTA Dialog 12/2020