Ländervergleich

Deutschland ist gut durch die Pandemie gekommen

Eine Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der Privaten Krankenversicherung (WIP) hat untersucht, in welchem Maße die einzelnen europäischen Länder von der COVID-19-Pandemie betroffen waren und welche Schlussfolgerungen für den weiteren Verlauf abgeleitet werden können.

 

Coronapandemie: Europäischer Vergleich

Aktuell lässt sich konstatieren, dass jemand der an COVID-19 erkrankt war, in der Regel in Deutschland auch sehr gut versorgt wurde. Das ist ein Ergebnis des Ländervergleichs. | vegefox.com – stock.adobe.com

Die Studie verdeutlicht, dass Deutschland mit seiner flächendeckenden und hohen Versorgungskapazität vergleichsweise gut durch die Pandemie gekommen ist. Von den untersuchten 15 Ländern weist Deutschland die drittniedrigsten Infektionszahlen und die fünfniedrigsten COVID-19-Todesfälle auf. Die Bewertung Deutschlands ist vor dem Hintergrund der nachteiligen Ausgangslage zu sehen. Die deutsche Bevölkerung ist die zweitälteste in Europa, und es gibt besonders viele Menschen mit Vorerkrankungen. Das Potenzial für schwere COVID-19-Verläufe ist entsprechend groß.

Wundermittel gegen Corona

Einige Online-Anbieter versuchen, die Unsicherheit in der Bevölkerung auszunutzen und den Umsatz ihrer Produkte mit zweifelhaften oder gar illegalen Werbeversprechen zu steigern. Für Deutschland hat die Internet-Kontrollstelle der Bundesländer G@ZIELT bereits 60 derartige Angebote identifiziert.

 

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Aktuell lässt sich konstatieren, dass jemand der an COVID-19 erkrankt war, in der Regel auch sehr gut versorgt wurde. Die Fallsterblichkeit war, so die Studie, über den gesamten bisherigen Pandemiezeitraum in Deutschland niedriger als in vielen anderen europäischen Ländern. Eine große Herausforderung sei der Schutz von Bewohnern und Pflegekräften in den stationären Pflegeeinrichtungen gewesen. "Dies gelang besser als in anderen Ländern, obwohl auch hierzulande Pflegeheime Infektionshotspots wurden. In Deutschland entfielen 15 Prozent der COVID-19-Sterbefälle auf Pflegeeinrichtungen, in anderen Ländern waren es mehr als ein Drittel und in Belgien, Irland und den Niederlanden sogar mehr als die Hälfte aller COVID-19-Todesfälle", betont das WIP.

Eine verbesserte Datenlage ist anzustreben

Hervorzuheben sei für Deutschland neben den hohen Kapazitäten in der Intensivmedizin besonders der leistungsfähige ambulante Sektor, wodurch es gelang, die stationären Kapazitäten zu entlasten. Im europäischen Vergleich gibt es einen engen Zusammenhang zwischen dem Anteil an ambulanter Versorgung und weniger COVID-19-Todesfällen.

Für den weiteren Verlauf der Pandemie ist, so das WIP, eine verbesserte Datengrundlage anzustreben, um zielgenauer fundierte Entscheidungsgrundlagen für Infektionsschutzmaßnahmen schaffen zu können und um frühzeitig auf das Infektionsgeschehen zu antworten. Internationale Erfahrungen zeigten, dass eine frühzeitige Reaktion sehr sinnvoll sei.


Link zur Präsentation: Europäische Gesundheitssysteme in der COVID-19-Pandemie

 

Quelle: WIP, Juli 2021