DKV-Report

„Deutschland bleibt sitzen“ – besonders im Job

Bildschirme und Schreibtische bestimmen den Arbeitsalltag vieler Menschen. 46 Prozent der Berufstätigen geben an, dass sie hauptsächlich am Schreibtisch arbeiten.

DKV-Report

Schreibtischarbeiter sitzen elf Stunden pro Tag. | DKV

Zum vierten Mal präsentieren die DKV Deutsche Krankenversicherung und das Zentrum für Gesundheit durch Bewegung und Sport der Deutschen Sporthochschule Köln (DSHS) den DKV-Report „Wie gesund lebt Deutschland?“. Der Report gibt Einblick in das Gesundheitsverhalten der Menschen in Deutschland.

  • Schwerpunkt Sitzen im Beruf: 46 Prozent der Berufstätigen arbeiten vorwiegend im Sitzen
  • Schreibtischarbeiter sitzen elf Stunden pro Tag
  • Bewegung nimmt ab: vor allem Menschen mit niedrigeren Bildungsabschlüssen gefährdet


Bildschirme und Schreibtische bestimmen den Arbeitsalltag vieler Menschen. 46 Prozent der Berufstätigen geben an, dass sie hauptsächlich am Schreibtisch arbeiten. Dies betrifft vor allem Menschen mit höheren Bildungsabschlüssen und höherem Einkommen. „Der Kopf ist aktiv, aber aus Sicht des Körpers muss man sagen: Fast die Hälfte der Berufstätigen wird hauptsächlich fürs Rumsitzen bezahlt“, sagt Clemens Muth, Vorstandsvorsitzender der DKV. Menschen mit Schreibtischjob sitzen im Durchschnitt 73 Prozent ihrer Arbeitszeit. „Wir arbeiten sitzend am Computer, telefonieren sitzend, und eine Besprechung ist eine ‚Sitzung‘. Diese Routinen können und sollten wir ändern“, so Muth.

Aufstehen fängt im Kopf an

Über den ganzen Tag betrachtet, sitzt der typische Schreibtischarbeiter inklusive Freizeit etwa elf Stunden lang. Das dauerhafte Sitzen hat weitreichende Folgen für den Fett- und Blutzuckerstoffwechsel und kann viele Menschen auf Dauer krank machen.

  „Die Schreibtischarbeiter wollen lieber weniger sitzen. Das ist eine eindeutige Erkenntnis des DKV Reports“, stellt Ingo Froböse, Professor an der Deutschen Sporthochschule und wissenschaftlicher Leiter des DKV Reports, fest. Im Durchschnitt möchten Schreibtischarbeiter nur etwa die Hälfte ihrer Arbeitszeit sitzen statt fast drei Viertel. Warum stehen sie dann nicht auf? „Bei vielen gehört das Sitzen einfach zum Arbeitsalltag dazu, es ist Routine und man macht sich kaum Gedanken darüber“, erklärt Froböse. Dies zeigt sich auch in den Zahlen: 73 Prozent setzen sich hin, ohne darüber nachzudenken.

„Jeder kann etwas für seine Gesundheit tun, indem er weniger am Arbeitsplatz sitzt“, erklärt Froböse. Und: „Das Aufstehen fängt im Kopf an.“ Das einfachste ist: Mehrmals pro Stunde aufstehen, etwa zum Telefonieren oder um an einem erhöhten Platz im Stehen zu arbeiten. „Lange am Stück unbewegt zu stehen, ist aber auch keine Lösung“, so Froböse.