Bis KW 40/2019

Deutliche Zunahme der Hantavirus-Infektionen in Deutschland

Wie aus den Zahlen des neuesten Epidemiologischen Bulletin hervorgeht, sind die Hantavirus-Infektionen hierzulande deutlich gestiegen.

Rötelmaus

Rötelmaus | C. Robiller / naturlichter.de (Hyla meridionalis) Selbst fotografiert, CC BY-SA 3.0, wikimedia

Während es im Vergleichszeitraum des Vorjahres nur 147 Hantavirus-Erkrankungen waren, sind es im laufenden Jahr (per KW 40) schon 1.355 erfasste Fälle. Im Gesamtjahr 2018 waren es nur 235 Erkrankungen. Infektionen mit Hantaviren waren in Deutschland bis zum Ende des vorigen Jahrhunderts noch fast unbekannt, heute gehören sie jedoch zum Alltag. Es handelt sich dabei aber um keine Kleinigkeit.

Virologie

Während Infektionen mit Hantaviren in Deutschland bis zum Ende des vorigen Jahrhunderts noch fast unbekannt waren, gehören heute die Hantaviruserkrankungen zusammen mit Rotavirus- und Noroviruserkrankungen, der Hepatitis C und der Influenza zu den fünf häufigsten namentlich meldepflichtigen Viruserkrankungen.

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Akutes Nieren- und Lungenversagen sind häufig auftretende klinische Diagnosen, deren Ursachen oft unklar sind. Als auslösende Ursache erlangen vermehrt Hantavirus-Infektionen an Bedeutung. Hantaviren gehören zu den „Emerging Viruses“, die weltweit verbreitet sind. Sie sind Erreger von Zoonosen, die von Nagetieren auf den Menschen übertragen werden. Je nach Hantavirus-Serotyp können humane Hantaviren leichte, wie die Nephropathia epidemica, bis schwerwiegende Erkrankungen wie das Hämorrhagische Fieber mit renalem Syndrom mit hoher Letalitätsrate hervorrufen. In den vergangenen Jahren ist in Europa, einschließlich Deutschland, eine deutliche Zunahme der Hantavirus-Infektionen aufgetreten. Die Viren werden von infizierten Nagetieren (z.B. Rötelmaus) über Speichel, Urin und Kot ausgeschieden und können darin mehrere Tage, auch in getrocknetem Zustand, infektiös bleiben.

Quelle: RKI