40. Morphologie-Histologie-Tage

Der Diagnose auf der Spur

40 Jahre Morphologie-Histologie-Tage des DVTA sind ein Grund zum Feiern. Das Programm begann mit einem Schwerpunkt zum Thema „Mammapathologie“.

40. Morphologie-Histologie-Tage

Aufmerksame Zuhörer einer der zahlreichen Veranstaltungen | © Bundesverband Deutscher Pathologen e.V.

„Wir freuen uns, mit Ihnen gemeinsam die Angebote von Fort- und Weiterbildung wahrzunehmen“, schreiben DVTA-Präsidentin Christiane Maschek und der neue Vorstandsvorsitzende der Akademie für Fortbildung in der Morphologie, Priv.-Doz. Dr. med. Marcus Kremer, im gemeinsamen Grußwort zu der Veranstaltung, die am 22. und 23. September in Berlin stattfand.

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Das Programm begann mit einem Schwerpunkt zum Thema „Mammapathologie“. „Wir haben uns vorgenommen, dass wir das Format etwas ändern wollen. Denn immer, wenn jemand Neues kommt, muss man auch etwas verändern“, erläuterte Kremer das neue Konzept. „MTAs, aber auch Ärzte in der Weiterbildung fragen uns immer wieder: Wieso ist es eigentlich so wichtig, dass die Sachen so und nicht anders gemacht werden? Und gerade die Mamma ist ein ganz heikles Thema.“ Deshalb führten in diesem Jahr in einem interaktiven Dialog Ärzte und MTA „in die Welt der Mammakarzinome ein und zwar vom Zuschnitt über Troubleshooting und Qualitätssicherung bis hin zur Befundung“, so Maschek. Priv.-Doz. Dr. med. Aurelia Noske, München, referierte zunächst über „Makroskopie der Mamma-Zuschnitte“; Johanna Wezgowiec, leitende MTLA aus Duisburg, berichtete über „Prämikroskopische Bearbeitung von Mammagewebe inklusive Pitfalls in der Immunhistochemie“, Daniela Smeets, MTLA aus Aachen, erläuterte die „Qualitätssicherung im Labor“ und Dr. med. Claus Hann von Weyhern, München, die „Befundung der Mamma bis zur Abrechnung“.

 

Christiane Maschek | © Bundesverband Deutscher Pathologen e.V.

Neben dieser gemeinsamen Veranstaltung des DVTA und der Akademie für Fortbildung in der Morphologie für MTLA und junge Pathologen und Pathologinnen gab es auch zahlreiche Veranstaltungen des DVTA für MTLA. Das digitale Zeitalter nimmt im Gesundheitssystem und seinen Abläufen einen immer größeren Stellenwert ein. Dazu gehört „der Wechsel von Diagnostik am Mikroskop zur Diagnostik am Computer. Er umfasst aber auch die Digitalisierung der gesamten Arbeitsprozesse“, berichtete Silke Slottky (Leiterin Verwaltung; Qualitätsmanagement; Risikomanagement; Controlling, Essen). Sie referierte zum Thema „Workflow im Zeitalter der Digitalisierung – eine bessere Zukunft in Sicht?“.

Flugkapitän Hans Härting leitet bei Austrian Airlines die Abteilung Human Factors Training im Flugbetrieb. Eine seiner Hauptaufgaben liegt im Training von Mitarbeitern in Medizin und Wirtschaft, um die Sicherheit von Patienten und Mitarbeitern zu verbessern. Denn er ist sich sicher: „Wir alle machen Fehler. Wichtig ist, mittels gezielter Ursachenforschung daraus zu lernen und die richtigen Schlüsse zu ziehen. Klassische Schuldzuweisungen sind der falsche Weg.“ Er ging deshalb in seinem Vortrag der Frage nach: „Machen wir das Richtige, um sicher zu sein?“

Das Programm enthielt außer dem fachlichen Angebot „neue Themen aus dem Bereich Kommunikation, Einarbeitung oder Stressmanagement“, so das Grußwort. Im Rahmen der Veranstaltungspausen bestand die Möglichkeit, sich außerhalb von Workshops und Vorträgen im Foyer beim „Meet the Experts“ auszutauschen. Es wurde diskutiert mit Sabrina Rader, MTLA aus Brühl, zum Thema „Umgang mit Xylol“ (dazu auch MTA Dialog, Heft 3/2017), mit Tina Hartmann, MTRA und Schulleiterin in Dortmund, zum Thema „Warum verstehst du mich nicht?“ oder mit Silke Slottky zum Thema „Digitalisierung in der Pathologie“. Den gemeinsamen Festvortrag der DVTA Bildungsgesellschaft, des Bundesverbandes Deutscher Pathologen und der Akademie für Fortbildung in der Morphologie hielt Prof. Dr. Siegfried Broß, München, ehemaliger Richter am Bundesverfassungsgericht, zum Thema: „Das Krankenhaus – ein kommerzieller Wirtschaftsbetrieb?“

Der Bundesverband Deutscher Pathologen (BDP) und die DVTA Bildungsgesellschaft mbH tagten zum fünften Mal gemeinsam, „weil sie erkannt haben, dass die Diagnosequalität dann maximiert ist, wenn Anregungen und Neuerungen synchron das gesamte Pathologische Institut durchlaufen und nicht peu à peu durch die Hierarchieebenen sickern“.

 

Entnommen aus MTA Dialog 11/2017