Veranstaltungsberichte

Dauerausstellung Anatomische Sammlung in Jena

Vollständig überarbeitet und neugestaltet
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Prof. Dr. Dr. Christoph Redies
Der Kustos der Anatomischen Sammlung Jena, Prof. Dr. Dr. Christoph Redies, zeigt das Modell des Innenohrs. Michael Szabó/UKJ
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Die Dauerausstellung in der Anatomischen Sammlung der Friedrich-Schiller-Universität und des Uniklinikums Jena ist vollständig überarbeitet und neugestaltet worden. Die Sammlung im Institut für Anatomie am Teichgraben 7 ist im Rahmen der Langen Nacht der Museen in Jena am 20. Mai 2022 erstmals für die Öffentlichkeit zu sehen.

Seit über 200 Jahren besteht die Lehr- und Forschungssammlung der Jenaer Anatomie. Sie befindet sich in den historisch ältesten Räumen der Universität, dem Refektorium des Collegium Jenense, einem ehemaligen Dominikanerkloster. Sie war bislang nur dem Fachpublikum zugänglich und nur in Ausnahmefällen für die Öffentlichkeit geöffnet. Die Dauerausstellung der Sammlung, die zur Friedrich-Schiller-Universität und zum Universitätsklinikum Jena gehört, wird vom Institut für Anatomie betreut. Um die Sammlung für ein breiteres Publikum regelmäßig zu öffnen, hat das Team das Ausstellungskonzept inhaltlich überarbeitet und die Präsentation umfassend modernisiert.

Historische Präparate und moderne Lehrmodelle

In den neu gestalteten Vitrinen können ausgewählte Exponate ihre ganze Wirkung entfalten, wozu auch die neu installierte LED-Beleuchtung beiträgt. Im vorderen sogenannten Rolfinck-Saal wird die menschliche Anatomie nach Organsystemen erklärt. Hier sind auch moderne plastinierte Präparate zu sehen, die am Institut für Anatomie in den letzten Jahren angefertigt wurden. Sie werden durch historische Trockenpräparate und anatomische Modelle sinnvoll ergänzt. Dieser Saal soll vordergründig dem Interesse an der Anatomie des menschlichen Körpers entgegenkommen und eignet sich auch zu Unterrichtszwecken. Ein besonderer Bereich gibt Auskunft über verschiedene Präparationstechniken. Ein heikles Thema wird ebenso beleuchtet: Ausführlich wird auf die Frage nach der Herkunft der Anatomieleichen zu verschiedenen Zeiten eingegangen.

Vielfalt an anatomischen Modellen

In dem nach Goethe benannten zweiten Ausstellungsraum wird die historische Bedeutung der Anatomischen Sammlung erfahrbar. Hier sind die ältesten Präparate aus der Gründungszeit ebenso zu sehen wie Exponate, die an die vergleichenden anatomischen Studien Johann Wolfgang von Goethes erinnern. Auch die spätere Sammlungsgeschichte und die um 1857 eingerichtete „Raçenschädel“-Sammlung werden thematisiert. Einen zweiten großen Schwerpunkt setzt die Ausstellung in diesem Saal auf der historischen Modellsammlung. Gezeigt wird eine Vielfalt an anatomischen Modellen, darunter kunstvolle Wachsmodellserien zur Embryologie.

Strenge juristische und ethische Gesichtspunkte beachtet

Für die öffentliche Ausstellung sind strenge juristische und ethische Gesichtspunkte zu beachten. „Wir zeigen menschliche Körperteile nur dann öffentlich, wenn die Körperspender zu Lebzeiten einer solchen Präsentation zugestimmt haben oder wenn sie seit mindestens 70 Jahren tot sind“, betont Christoph Redies, emeritierter Professor für Anatomie und Kustos der Anatomischen Sammlung. Deshalb wurden fast alle Nasspräparate aus der Ausstellung entfernt, da sie überwiegend aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stammen. Es gehe dabei um Respekt gegenüber den Verstorbenen und auch gegenüber ihren Angehörigen und Nachkommen, erklärt Redies. Daher sei auch bei jedem Exponat geprüft worden, dass es nicht aus einem kolonialen oder nationalsozialistischen Unrechtskontext stammt.

Ab Juni regelmäßige Öffnungszeiten

Im Rahmen der Langen Nacht der Museen in Jena am 20. Mai wird die neue Ausstellung der Anatomischen Sammlung am Teichgraben 7 erstmals für die Öffentlichkeit zu sehen sein. Ab Juni sind regelmäßige Öffnungszeiten am Mittwochnachmittag von 14 bis 17 Uhr und Samstagvormittag von 10 bis 13 Uhr vorgesehen. „Natürlich bieten wir auch wieder Führungen für Gruppen außerhalb der Öffnungszeiten an“, versichert Dr. Ulrike Lötzsch, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Anatomischen Sammlung. Termine können telefonisch oder per E-Mail vereinbart werden.

Quelle: idw/Uniklinikum Jena

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