Interview mit Lea Schwarz

„Das stärkste Argument ist die gute und fundierte Ausbildung“

Lea Schwarz hat ihre Ausbildung zur MTLA an der Akademie für Gesundheitsberufe in Heidelberg absolviert. Seit Oktober 2016 studiert sie zunächst neben der Ausbildung beziehungsweise danach berufsbegleitend den Bachelorstudiengang „Interprofessionelle Gesundheitsversorgung“ an der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg. Sie ist im Zentrallabor des Ortenau Klinikums Offenburg-Kehl tätig.

„Das stärkste Argument ist die gute und fundierte Ausbildung“

Lea Schwarz | © privat

Weshalb haben Sie sich für den MTA-Beruf entschieden, was gefällt Ihnen an diesem Beruf beziehungsweise was schätzen Sie am MTA-Beruf?

Bereits in der Schule hatte ich großes Interesse an naturwissenschaftlichen Fächern wie zum Beispiel der Biologie. Besonders die Mikrobiologie und die Arbeit mit dem Mikroskop faszinierten mich. Allerdings wollte ich auch schon immer einen sozialen Beruf ergreifen. Durch einen familiären Bezug zu Berufen im Gesundheitswesen wurde ich auf den MTA-Beruf aufmerksam, welcher beide Aspekte vereinen kann. Das Profil der Ausbildung und die Lerninhalte sagten mir sehr zu, was dazu führte, dass ich mich an der Akademie für Gesundheitsberufe des Universitätsklinikums Heidelberg bewarb. Ein Anreiz stellte für mich auch die Möglichkeit dar, parallel zur Ausbildung an einem Bachelorstudiengang teilzunehmen.

Haben sich Ihre ursprünglichen Erwartungen an den Beruf erfüllt?

Seit Kurzem arbeite ich im Zentrallabor des Ortenau Klinikums Offenburg-Kehl. Dort haben sich meine Erwartungen an den Beruf voll und ganz erfüllt. Mit Patientenproben zu arbeiten und dabei das in der Ausbildung Erlernte anzuwenden sowie die Arbeit im Team machen mir Spaß. Auch die Verantwortung, welche die Tätigkeit mit sich bringt, ist allgegenwärtig, was die Relevanz der Labortätigkeit im Gesundheitswesen verdeutlicht.

Was macht Ihnen besonders Freude bei der Arbeit als MTA? Was motiviert Sie, täglich zur Arbeit zu gehen, um den Beruf auszuüben?

Besondere Freude bereitet mir momentan die Zusammenarbeit mit einem freundlichen Kollegium, der momentane Fachbereich Mikrobiologie und das Gefühl, einen kleinen Teil zur Genesung von Patienten beitragen zu können. Außerdem motiviert mich die Möglichkeit, trotz meines Studiums im MTA-Beruf arbeiten zu können.

Was wären für Sie Argumente, warum junge Menschen den Beruf ergreifen sollten? Was würden Sie einem Berufseinsteiger mit auf den Weg geben?

Das stärkste Argument für den MTA-Beruf ist für mich die gute und fundierte Ausbildung, die ich erhalten habe. Von dem Wissen, welches mir in der Ausbildung vermittelt wurde, profitiere ich sehr. Es stellt eine gute Basis für den Berufsalltag dar und ist mir auch im Privatleben nützlich. Zudem finde ich es toll, in wie vielen unterschiedlichen Fachbereichen und in wie vielen verschiedenen Betrieben die Tätigkeiten von MTA benötigt werden.

Was sind für Sie wichtige Elemente einer guten Work-Life-Balance?

Für mich stellt eine gute Work-Life-Balance das Gefühl dar, sowohl meinem Beruf als auch meinem Studium, meiner Familie und meinen Freunden gerecht zu werden. Dies kann manchmal herausfordernd sein. Ich versuche daher, mein Leben gut zu organisieren. Dies beginnt bei meinem Kalender, den ich ständig in der Tasche habe.

Warum haben Sie sich entschieden, noch ein Studium an die Ausbildung dranzuhängen?

Für das Studium habe ich mich entschieden, um eine möglichst breit gefächerte Ausbildung absolvieren zu können. Dies soll mir ermöglichen, im späteren Berufsleben verschiedene Wege einschlagen zu können. Zum jetzigen Zeitpunkt bin ich mir dieser Wege noch nicht gänzlich bewusst. Ich bin jedoch offen und selbst gespannt darauf, ob sich diese Möglichkeiten während des weiteren Verlaufs des Studiums oder meiner beruflichen Tätigkeit als MTA ergeben werden.

Welche Kompetenzen und Qualifikationen haben Sie im Rahmen Ihres Studiums erworben, die für Ihre momentane Tätigkeit notwendig sind?

Im Rahmen des Studiums „Interprofessionelle Gesundheitsversorgung“ an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg erlernen meine Kommilitonen und ich, wie man wissenschaftlich arbeitet, recherchiert und Projekte plant und umsetzt. Dabei werden zum Beispiel Veranstaltungen zur Statistik, dem Qualitätsmanagement und Dokumentation angeboten, welche auch für die Arbeit im Labor nützlich sind. Der Patient und dessen Interessen stehen dabei immer im Vordergrund der Lerninhalte. Der interprofessionelle Charakter wird dadurch gewahrt, dass wir Studenten aus unterschiedlichen Gesundheitsberufen stammen. Durch viele gemeinsame Projektarbeiten wird die Zusammenarbeit und Kommunikation untereinander gefördert, wodurch einem bewusst wird, wie viele Schnittstellen es unter den Gesundheitsberufen in einem Klinikum gibt und wie wichtig das gegenseitige Verständnis und eine effektive Zusammenarbeit sind. Ich bin mir sicher, dass ich einige dieser Kompetenzen auch in meinem Berufsleben im Labor gut einsetzen kann. Schon allein die Erfahrung des nebenberuflichen Studierens schult meine Fähigkeit, mein Leben zu organisieren, erweitert meinen Horizont und stärkt mein Selbstbewusstsein.

 

Entnommen aus MTA Dialog 5/2019