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Das pathologische EKG

Ventrikuläre Herzrhythmusstörungen
Jacqueline Flux
Das pathologische EKG
© yodiyim – Fotolia
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2011 wurden in Deutschland insgesamt 350.000 Menschen mit der Hauptdiagnose „tachykarde Herzrhythmusstörung“ behandelt [4]. Bei mehr als 90 % der Patienten mit tachykarden Arrhythmien ist eine korrekte Diagnose aus dem Oberflächen-EKG möglich [5].

Zusammenfassung

Die elektrokardiografische Differenzialdiagnostik von ventrikulären Rhythmusstörungen stellt eine Herausforderung dar, ist aber für die weitere Therapie und Risikoabschätzung entscheidend. Es ist wichtig, das EKG sorgfältig und pragmatisch zu untersuchen, um eine korrekte Diagnose zu stellen. Dieser Artikel soll auf die einzelnen Formen ventrikulärer Rhythmusstörungen und auch auf die Unterscheidungsmerkmale zu anderen Rhythmusstörungen eingehen. Denn beim Vorliegen einer regelmäßigen Breitkomplextachykardie muss differenzialdiagnostisch an eine ventrikuläre Tachykardie, eine supraventrikuläre Tachykardie mit Schenkelblock oder eine supraventrikuläre Tachykardie mit ventrikulärer Überleitung über eine akzessorische Leitungsbahn gedacht werden. Das Vorliegen einer strukturellen Herzerkrankung, insbesondere ein Zustand nach Myokardinfarkt, spricht für eine ventrikuläre Tachykardie. Zur genauen EKG-Analyse ist eine Anfertigung eines 12-Kanal-EKGs essenziell. Die Dokumentation einer AV-Dissoziation oder einer negativen Konkordanz der QRS-Komplexe in der Brustwandableitung ist beweisend für eine ventrikuläre Tachykardie.

Schlüsselwörter: ventrikuläre Extrasystole, Couplet, Salve, ventrikuläre Tachykardie, AV-Dissoziation

Abstract

The electrocardiographic (ECG) differential diagnosis of ventricular rhythm disturbance represents a challenge but is important for adequate treatment and risk evaluation. It’s important to analyse the ECG carefully and pragmatically to make a correct diagnosis. This article will show different forms of ventricular rhythm disturbances and how to differentiate to other rhythm disturbances. In regular broad complex tachycardia the following mechanism must be differentiated: ventricular tachycardia, supraventricular tachycardia with bundle branch block or supraventricular with pre-excitation via accessory pathways. The presence of an underlying structural heart disease, specifically a history of myocardial infarction is suggestive of ventricular tachycardia. For a differentiated analysis a 12-lead ECG is essential. Identification of signs of atrioventricular dissociation or a negative precordial concordance of QRS are indicative of ventricular tachycardia.

Keywords: ventricular extrasystolic, couplet, salve, ventricular tachycardia, atrioventricular dissociation

DOI: 10.3238/MTADIALOG.2020.0520

Entnommen aus MTA Dialog 7/2020

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