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COVID-19-Infektionen bei HIV-infizierten Patienten

Die Anfang 2020 von China ausgehende, weltweite COVID-19-Pandemie hat inzwischen auch HIV-infizierte Patienten erreicht. Ob diese Patientengruppe ein besonders hohes Risiko für schwere Verläufe hat oder einer besonderen Behandlung bedarf, ist jedoch noch wenig untersucht worden. Aus dem Universitätsklinikum Ramón y Cajal in Madrid, Spanien, wurde jetzt erstmals ein klinischer Bericht über eine Serie von 51 HIV-infizierten Patienten mit COVID-19-Erkrankung vorgelegt.

COVID-19-Infektionen bei HIV-infizierten Patienten

Partikel von SARS-CoV-2 | © CDC/Cynthia S. Goldsmith and A. Tamin, public domain

Methodik der Studie

Das Universitätsklinikum Ramón y Cajal in Madrid ist ein Maximalversorgungshaus mit 1.100 Betten. In einer auf die ambulante Betreuung von HIV-Patienten spezialisierten Abteilung versorgt es 2.873 erwachsene HIV-Patienten, die sich dort regelmäßig vorstellen. Bis zum 30. April 2020 wurde in dieser Patientenkohorte 51 Mal die Diagnose einer COVID-19-Infektion gestellt. Bei 35 dieser Patienten konnte die Diagnose durch PCR aus Rachen-Nasen-Abstrich bestätigt werden, in den übrigen 16 Fällen wurde aufgrund klinischer und radiologischer Befunde die Verdachtsdiagnose einer COVID-19-Pneumonie gestellt. Die Autoren berichteten jetzt über den klinischen Verlauf dieser Patienten.

Ergebnisse der Studie

Bezogen auf die 2.873 regelmäßig in der Klinikambulanz betreuten HIV-Patienten lag die COVID-Infektionsrate im 1. Quartal 2020 bei 1,8 %. Die Rate mittels PCR bestätigter Infektionen lag bei 1,2 %. Abbildung 1 zeigt, dass die Hälfte aller Fälle in der Altersgruppe zwischen 50 und 59 Jahren auftrat. Im gleichen Zeitraum wurden in der Madrider Allgemeinbevölkerung 61.577 laborbestätigte Fälle von COVID-Infektionen gemeldet, woraus eine Positivitätsrate bezogen auf die Bevölkerung von 0,92 % errechnet wurde.

Das mittlere Alter der HIV-infizierten Patienten mit bestätigter COVID-19-Infektion war mit 53,6 Jahren etwas niedriger als das der betroffenen Personen aus der Allgemeinbevölkerung mit 59,7 Jahren. Patienten mit der Kombination HIV-Infektion und COVID-19 hatten einen etwas höheren Body-Mass-Index als Patienten ohne COVID-19, dieser Unterschied war statistisch signifikant (p=0,021). Die CD4-Zellzahl unterschied sich allerdings nicht zwischen HIV-Patienten mit und ohne COVID-19-Infektion. Bezüglich der vorangegangenen antiretroviralen Therapie war auffällig, dass ein signifikant höherer Prozentsatz der HIV-Patienten mit COVID-19-Infek-tion eine antiretrovirale Therapie mit Tenofovir erhalten hatte. Das Risiko, unter einer Tenofovir-Behandlung an COVID-19-Infektion zu leiden, war 3,7-fach höher als ohne vorangegangene Tenofovir-Behandlung. Bei den übrigen antiretroviralen Medikamenten ließen sich keine signifikanten Unterschiede feststellen.

 

Entnommen aus MTA Dialog 10/2020

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